Montag, 05.12.2011

Weltranglistenzweiter steigt aus Davis-Cup-Team aus

Nadal verdirbt Spanien die Davis-Cup-Party

Rafael Nadal hat die Spanier am Ende eines für ihn persönlich wechselvollen Jahres zum fünften Davis-Cup-Triumph geführt. Künftig müssen sie ohne ihn auskommen, denn der Weltranglistenzweite will sich 2012 auf die Tour und auf Olympia konzentrieren. Auch David Ferrer steht im Davis Cup nicht mehr zur Verfügung.

In dieser Konstellation wird das spanische Davis-Cup-Team nicht mehr spielen
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In dieser Konstellation wird das spanische Davis-Cup-Team nicht mehr spielen

Gerade eben noch hatte Rafael Nadal seine Spanier mit einer grandiosen Leistung zum fünften Davis-Cup-Triumph geführt, da verhagelte er ihnen auch schon gehörig die Stimmung.

"Ich werde im nächsten Jahr nicht im Davis Cup antreten", sagte Nadal nach dem 1:6, 6:4, 6:1, 7:6 (7:0)-Erfolg gegen Juan Martin del Potro, mit dem er den 3:1-Sieg der Spanier gegen Argentinien im Finale von Sevilla sichergestellt hatte: "2012 ist Olympia, und ich bin sowieso schon einer der Spieler mit den meisten Matches in einem Jahr."

Ferrer beendet ebenfalls seine Davis-Cup-Laufbahn

Das saß. Und zu allem Überfluss legte dann auch noch Nadals alter Weggefährte David Ferrer nach und verkündete offiziell das Ende seiner Davis-Cup-Laufbahn.

"Das war meine letzte Party mit euch. Ich werde im nächsten Jahr 30, da ist es an der Zeit, die Verantwortung in die Hände einer jüngeren Generation zu legen", sagte Ferrer.

Von den 22 Einzeln, die er seit seinem Debüt im Jahr 2006 bestritt, gewann Ferrer immerhin 18. In Sevilla sorgte er mit einem Sieg gegen Del Potro für die 2:0-Führung nach den ersten beiden Einzeln.

Wer bleibt Spanien noch übrig?

Es wird damit nicht einfach für die stolzen Spanier, ihren Titel im kommenden Jahr zu verteidigen.

Allerdings sollten sie auch ohne Nadal und Ferrer und trotz der nachlassenden Dominanz ihres einst unschlagbaren Doppels Feliciano Lopez/Fernando Verdasco die erste Runde im Februar gegen Kasachstan noch problemlos meistern.

Neue Nummer eins im Team wäre nach derzeitigem Stand der Weltranglistenzehnte Nicolas Almagro, der 2011 im Davis Cup gar nicht zum Einsatz kam. Es folgen Lopez (Nr. 20), Verdasco (Nr. 24) und Marcel Granollers (Nr. 27), der noch nie im Davis Cup dabei war.

Trauer überwiegt trotz Sieg

Zum Feiern war in Sevilla jedenfalls niemandem zumute, zu groß sind die Fragezeichen, die Nadal und Ferrer aufgeworfen haben.

"In dieser Besetzung werden wir nie wieder zusammenspielen, das ist traurig, aber nicht zu ändern", sagte Ferrer, der ebenso wie Nadal auf seine Olympia-Ambitionen hinwies.

"Wir alle wollen in London spielen, Olympia ist auch für einen Tennisspieler sehr wichtig. Vor allem aber wollen wir unser Land gebührend vertreten."

Vier Finals: Vier Niederlagen

Während Spanien also zum fünften Mal nach 2000, 2004, 2008 und 2009 als Sieger in den Davis-Cup-Annalen verewigt wurde, verließen die Argentinier zum vierten Mal als geschlagener Finalist die Arena.

Vier Niederlagen bei vier Endspiel-Teilnahmen - das hat außer den Gauchos noch kein Team in der bis 1900 zurückreichenden Chronik des Mannschafts-Wettbewerbs geschafft.

"Wir hatten an diesem Wochenende das Pech, gegen eines der stärksten spanischen Teams der Geschichte antreten zu müssen", sagte Argentiniens Kapitän Tito Vazquez. Das es so nie wieder geben wird.

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