Vor dem Viertelfinale gegen Maria Scharapowa

Andrea Petkovic strotzt vor Selbstvertrauen

SID
Dienstag, 31.05.2011 | 12:20 Uhr
Dei deutsche Hoffnung: Andrea Petkovic steht bei den French Open im Viertelfinale
© Getty
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Andrea Petkovic hat binnen vier Monaten zum zweiten Mal in Serie das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Doch seit dem Erfolg in Melbourne hat sich für die Hoffnungsträgerin viel verändert. Bei den French Open geht sie am Mittwoch nicht mehr als Außenseiterin in die Partie gegen Maria Scharapowa.

Der Moonwalk fiel nach der hart erkämpften Fortsetzung des Höhenflugs etwas kürzer aus als sonst. Doch Andrea Petkovic ist durch ihren Viertelfinal-Einzug bei den French Open endgültig angekommen in den höchsten Sphären des Tennis-Universums. Ihre Mission hat die Hoffnungsträgerin in Paris aber noch lange nicht erfüllt.

Mit einem Sieg gegen die ehemalige Weltranglistenerste Maria Scharapowa (Russland) will Petkovic am Mittwoch ihre ganz persönliche Mondlandung feiern - und erstmals ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers einziehen.

"Ich muss mein bestes Sandplatztennis spielen, um Maria zu schlagen. Aber ich weiß, dass ich dazu fähig bin", sagte die Darmstädterin und strotzt vor Selbstvertrauen: "Ich spüre, dass ich da hingehöre, wo ich stehe. Angst muss ich vor niemandem haben."

Anke Huber: Großer Coup möglich

Auch Anke Huber, Deutschlands bislang letzte Top-10-Spielerin und Paris-Halbfinalistin von 1993, traut Petkovic den große Coup zu. "Ich denke, ab jetzt ist alles möglich. Andrea hat sich enorm entwickelt. Sie hat definitiv das Potenzial, alle die, die noch im Feld sind zu schlagen", sagte Huber.

Ein gutes Omen könnte es auch zu sein, dass Steffi Graf in den nächsten Tagen in der französischen Hauptstadt weilen soll. Sie war 1999 die letzte deutsche French-Open-Siegerin.

Bestens gerüstet scheint Petkovic nach der Reifeprüfung bei ihrem Lieblingsturnier in Roland Garros allemal zu sein. "In meinen bisherigen vier Matches wurde das getestet, was ich im vergangenen Jahr gelernt habe", erklärte die Nummer zwölf der Welt. Und die Einser-Abiturientin hat mit Bravor bestanden.

Siutation nicht vergleichbar mit Australian Open

Kein Wunder also, dass die Ausgangslage für Petko diesmal eine gänzlich andere ist als noch Ende Januar bei den Australian Open. Damals hatte sie ihr Viertelfinale gegen die Chinesin Li Na relativ deutlich verloren (2:6, 4:6). Petkovic hatte in der Nacht vor dem Match keine Ruhe gefunden.

Vier Monate später ist aus dem schlaflosen "Rookie" von damals eine hellwache Grand-Slam-Titelanwärterin geworden. Eine immens gereifte Power-Spielerin, die stark von ihrer Fähigkeit profitiert, denselben Fehler kein zweites Mal zu machen.

Und die sich am Bois de Boulogne, wo sie vor einem Jahr gegen die einstige Paris-Siegerin Swetlana Kusnezowa (Russland) noch vier Matchbälle vergab, als nervenstarke Geheimfavoritin präsentiert.

Andrea Petkovic: "Gar nicht so überrascht"

Für Andrea Petkovic ist der zweite Sprung unter die letzten Acht eines Major-Turniers in Folge die logische Konsequenz ihres enormen Entwicklungsprozesses. "Ich bin über meinen Viertelfinal-Einzug gar nicht so überrascht. Weil ich speziell in dieser Saison gezeigt habe, dass ich all diese guten Spielerinnen schlagen kann", sagte die Straßburg-Gewinnerin, die seit ihrer Zugehörigkeit zu den Top 15 zu den Gejagten zählt.

Der Druck ist deshalb inzwischen längst ein anderer als damals in Australien. Dass sie mit der gewachsenen Erwartungshaltung umgehen kann, stellte Petkovic nicht zuletzt beim 6:2, 2:6, 6:4 im Achtelfinale gegen die Russin Maria Kirilenko unter Beweis.

Vor allem psychisch hat die extrovertierte Hessin, die sich einst im Fed Cup "vor Angst in die Hose gemacht hat", große Fortschritte gemacht. Fast täglich telefoniert sie mit ihrem Mentaltrainer Holger Fischer.

Zusammenarbeit mit Graf-Trainer

Und auch die Zusammenarbeit mit Berater Heinz Günthardt scheint zu fruchten. Der frühere Trainer von Steffi Graf gibt punktuell Tipps, zum Beispiel beim Aufschlag. Ziel sei es, so Günthardt, "Andrea dahin zu führen, dass sie ein Grand-Slam-Turnier gewinnnen kann".

Im Spiel gegen Maria Scharapowa hätte Petkovic gegen ein Déjà-Vu-Erlebnis sicher nichts einzuwenden. Im Achtelfinale der Australian Open besiegte die Deutsche die bestverdienendste Sportlerin der Welt.

Allerdings hat Petkovic vor der Weltranglistenachten Scharapowa, die für einen Achtjahres-Vertrag mit einem Sportartikelhersteller 70 Millionen Dollar kassiert, größten Respekt. "Maria ist ein großer Champion. Ich bewundere sie auch als Persönlichkeit, wie sie das alles händelt", meinte Petko.

Die WTA-Weltrangliste in der Überischt

 

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