Erfolg über Marcel Granollers

Mayer schwächelt und braucht Hilfe von der Bank

SID
Dienstag, 17.05.2011 | 15:39 Uhr
Florian Mayer hat den ersten Punkt für Deutschland gegen Spanien eingefahren
© Getty
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Florian Mayer hat bei der Mannschafts-WM in Düsseldorf sein zweites Einzel gewonnen und Gastgeber Deutschland gegen Spanien in der Blauen Gruppe mit 1:0 in Führung gebracht.

Roberto Blanco klatschte anerkennend Beifall, Fußball-Vizeweltmeister Carsten Ramelow analysierte kritisch den letzten Vorhandfehler. Die wahren Edelfans bei der Tennis-Mannschafts-WM in Düsseldorf saßen allerdings hinter Florian Mayer.

Seine Teamkollegen Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Philipp Petzschner (Bayreuth) und Christopher Kas (Trostberg) stärkten der deutschen Nummer eins den Rücken und peitschten Mayer zum 4:6, 6:4, 6:2-Sieg über Marcel Granollers.

Nach einem umkämpften Spiel steht Deutschland vor dem zweiten Erfolg beim Power Horse World Team Cup und hat das Finale zum Greifen nahe, da Kontrahent Russland gegen Serbien 0:2 zurückliegt. Die erste Partie hatten die Gastgeber 3:0 gegen Serbien gewonnen.

Gemeinsam sind wir stark

"Der Zusammenhalt pusht ungemein", lobte Mayer die Unterstützung von der eigenen Bank: "Die Jungs haben mir sehr geholfen. Das hat die letzten Prozent gegeben, um für das Team zu gewinnen."

Der Bayreuther brauchte die Anfeuerung der eigenen Bank und der Zuschauer, die sich am dritten Tag der Tennis-WM im Rochusclub von der Sonne anlocken ließen und zahlreich erschienen waren. Mayer fehlte vor allem im ersten Satz die Leichtigkeit, die ihn noch am Vortag beim 6:2, 6:2 über Viktor Troicki (Serbien) ausgezeichnet hatte. Eine Vorhand nach der anderen landete im Netz oder im Aus. "Heute hatte ich nicht den richtigen Touch und konnte nur durch Kampf zurück ins Spiel kommen", erklärte Mayer.

Der Weltranglisten-21. haderte, schmiss seinen Schläger und quittierte eigene Fehler mit einem ironischen Grinsen. Die Körpersprache ließ nichts Gutes vermuten. "Ich habe mich heute einfach nicht gut gefühlt", sagte der zurückhaltende Franke.

Warten auf Mayers Fehler

Granollers, wie so viele Spanier ausgewiesener Sandplatzspezialist, hielt dagegen den Ball im Spiel und agierte geduldig. Er wartete nur auf Mayers Fehler - im ersten Durchgang mit Erfolg. "Das hat er schon klug gemacht. Er ist mit viel Spin meine Vorhand angegangen und hat den Ball einfach einmal öfter ins Feld gespielt als ich."

Sorgenvoll waren die Mienen hinter der Trainerbank allerdings nur selten. Auch Teamchef Kühnen blieb auffallend gelassen und wies seinen Schützling an, "geduldiger zu spielen".

Erst nachdem Mayer den zweiten Satz "auch ein bisschen glücklich" gewonnen hatte, lief es für den 27-Jährigen auf einmal rund. "Granollers hat ein paar leichte Fehler gemacht und ich habe mich plötzlich super gefühlt. Er war im dritten Durchgang wohl auch ein bisschen müde", erklärte Mayer die Wende.

Zwei Chancen zum Finale

Mit dem Einzel von Kohlschreiber gegen Daniel Gimeno-Traver (13.00 Uhr) und dem abschließenden Doppel (ab 17.00 Uhr) hat das DTB-Team am Mittwoch zwei Chancen, einen großen Schritt in Richtung Finale zu machen. Da die Russen Igor Andrejew (6:1, 6:7, 4:6 gegen Dusan Lajovic) und Michail Juschni (3:6, 1:6 gegen Viktor Troicki) verloren, haben außer Deutschland bereits alle Mannschaften der Blauen Gruppe mindestens eine Niederlage auf ihrem Konto.

"Wir haben alles selbst in der Hand", sagte Mayer, dessen Sieg im ersten Duell mit Granollers ein gutes Omen für den weiteren Turnierverlauf sein könnte. Beim letzten Erfolg des Gastgebers beim World Team Cup 2005 bezwang das DTB-Team ebenfalls Spanien in der Gruppenphase und holte später den Titel im Endspiel gegen Argentinien.

Chela sorgt für Führung

Die Südamerikaner streben unterdessen im Gleichschritt mit Deutschland das Finale im Düsseldorfer Rochusclub an. Nach dem 3:0-Erfolg zum Auftakt über Kasachstan gewann Juan Ignacio Chela gegen den Schweden Christian Lindell 6:1, 6:1 und brachte den Titelverteidiger 1:0 in Führung.

Ob es zu einem Gruppenfinale gegen die USA kommt, entscheidet sich am Mittwoch. Die Amerikaner verpassten den vorzeitigen Sieg über Kasachstan. Nachdem Mardy Fish (6:4, 6:2 gegen Andrej Golubew) sein Einzel gewonnen hatte, unterlag Sam Querrey trotz hoher Führung 6:3, 5:7, 5:7 gegen Michail Kukuschkin.

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