Querrey: "Die Samurai sind einfach nur geil"

Von Interview: Philipp Dornhegge
Montag, 30.08.2010 | 16:05 Uhr
Sam Querrey gewann in diesem Jahr die Turniere in Memphis, Belgrad, Queens und Los Angeles
© Getty

Sam Querrey ist der Shooting-Star der US-amerikanischen Tennisszene. Zwar stand John Isner nach seinem epischen Wimbledonmatch mehr im Rampenlicht, aber die Erfolge sprechen für Querrey. Nur ein Spieler auf der Tour hat 2010 mehr Turniersiege eingefahren. Wer sich für die US Open interessiert, sollte den Youngster also auf dem Zettel haben.

Bei SPOX spricht der 22-jährige Sam Querrey über seine Form vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, Marathonmann John Isner und seine Leidenschaft für die L.A. Clippers.

SPOX: Man könnte Sie durchaus als heißen Geheimtipp für die US Open bezeichnen. In diesem Jahr konnten Sie bereits vier Turniersiege einfahren, nur Rafael Nadal hat mehr gewonnen. Was sagt das über Ihr aktuelles Niveau aus?

Sam Querrey: Über mein eigenes Niveau eigentlich wenig, würde ich sagen. Ich denke eher, dass man daran ablesen kann, wie ausgeglichen die Tour besetzt ist. Es gibt viele Spieler, die jederzeit in der Lage sind, ein Turnier zu gewinnen. Niemand dominiert ganz allein.

SPOX: Und wie steht es mit der Tatsache, dass Sie jeweils auf Sand, Rasen und Hartplatz siegen konnten?

Querrey: Stimmt, das wiederum gibt mir enormes Selbstvertrauen und zeigt mir, dass ich inzwischen auf dem richtigen Weg bin.

SPOX: Obwohl Sie einer der erfolgreichsten Spieler und der beste US-Amerikaner in diesem Jahr sind, ist der Name John Isner dem durchschnittlichen Tennisfan eher ein Begriff. Kommt da Neid auf?

Querrey: Nein, überhaupt nicht. John und ich sind beste Freunde. Wenn wir gegeneinander antreten, wollen wir natürlich gewinnen. Das ist mir 2010 in zwei Endspielen schon gelungen. Aber wenn einer so ein Match wie das in Wimbledon spielt, hat er die Aufmerksamkeit verdient. Und zwei Turniere hat er ja auch gewonnen.

SPOX: Das gilt auch für Andy Roddick, zuletzt macht Mardy Fish zudem einen sehr guten Eindruck. Wo steht das US-amerikanische Tennis derzeit?

Querrey: Das scheint in der Tat eine Menge Leute zu beschäftigen...

SPOX: Kein Wunder: Sampras, Agassi und Co. haben eine ganze Generation geprägt!

Querrey: Dieses Niveau zu erreichen, wird natürlich verdammt schwer. Aber ich bin zuversichtlich, dass unsere Spieler in den nächsten Jahren für viel Furore sorgen werden. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber wir sind auch in der Breite wieder gut genug aufgestellt.

SPOX: Trotz Ihrer tollen Erfolge endeten die beiden letzten Auftritte in Washington und Toronto mit frühen Niederlagen enttäuschend. Wie gut sind Sie auf die US Open vorbereitet?

Querrey: Ja, es lief zuletzt nicht mehr so gut. Deshalb habe ich New Haven abgesagt, um in der Woche vor den Open noch mal richtig trainieren zu können. Jetzt bin ich bereit und freue mich riesig auf New York. Die Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes, die Fans sind unglaublich. Ich liebe dieses Turnier und kann es kaum abwarten.

SPOX: Apropos Fans: Ihr eigener Fanklub, die Samurai, reist Ihnen stets hinterher. Es gibt andere Spieler, die sehr enthusiastische Anhänger haben, zum Beispiel Lleyton Hewitt. Was macht die Samurai so besonders?

Querrey: Die Samurai sind einfach nur geil! Es ist nur ein kleiner Kreis von sieben oder acht Leuten, aber die meisten von ihnen kenne ich, seit ich klein war. Witzig ist, dass keiner von denen Tennis spielen kann.

SPOX: Wie sehr, und vor allem womit, helfen Ihnen die Samurai auf dem Platz?

Querrey: Sie können natürlich nicht immer dabei sein, aber bei jedem wichtigen Event feuern sie mich an und sind auch bei anderen Fans und Tourorganisatoren sehr beliebt. Sie bemalen ihre Oberkörper und bringen immer einen Gong mit, der geschlagen wird, wenn ich einen wichtigen Punkt mache. Das Ganze hat 2006 in L.A. angefangen, und als ich dieses Jahr dort gewonnen habe, hatten sie einen gewaltigen Anteil daran.

SPOX: Sie selbst sind nicht nur Profisportler, sondern auch Fan - von den L.A. Clippers! Wenn man Basketball liebt, könnte man es sich als gebürtiger Kalifornier doch leicht machen und Lakers-Fan werden. Warum aber die Clippers?

Querrey: Ich bin eben ein Grenzgänger, so bin ich einfach gestrickt (lacht). Es wäre doch langweilig, Lakers-Fan zu sein, deshalb unterstütze ich lieber die Clippers. Oh Mann, es wird wirklich Zeit, dass die NBA-Saison wieder los geht.

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