Wimbledon

Brands überraschend im Achtelfinale

SID
Freitag, 25.06.2010 | 22:21 Uhr
Daniel Brands sorgte für eine Überraschung und steht im Achtelfinale
© Getty
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Er spielte gut, mutig und selbstbewusst mit, aber es hat nicht ganz gereicht: Die Überraschung von Melbourne konnte Philipp Kohlschreiber gegen Andy Roddick auf dem Rasen von Wimbledon nicht wiederholen. Brands ist steht überraschend im Achtelfinale.

Der Augsburger nervte den großen Mitfavoriten zwar nach Kräften, ins Achtelfinale der 124. All England Championships in Wimbledon aber zog mit einem 7:5, 6:7 (5:7), 6:3, 6:3-Sieg nach 2:56 Stunden der Amerikaner ein, der damit Revanche für die Achtelfinalpleite gegen den Deutschen bei den Australian Open vor zwei Jahren nahm.

Für eine Überraschung sorgte Daniel Brands. Der Debütant aus Deggendorf setzte sich gegen den an 31 gesetzten Rumänen Victor Hanescu durch, der die Partie beim Stand von 6:7 (7:9), 6:7 (3:7), 7:6 (9:7), 6:3, 3:0 für Brands nach 3:25 Stunden aufgab. Der 22-Jährige steht damit erstmals unter den letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier. Sein Gegner am Montag ist der Tscheche Tomas Berdych.

Etwas enttäuschend war dagegen das Aus der eigentlich favorisierten Florian Mayer (Bayreuth) und Angelique Kerber (Kiel). Mayer musste sein Drittrundenmatch gegen Lu Yen-Hsun aus Taiwan verletzt aufgeben.

Der Bayreuther lag mit 4:6, 4:6, 1:2 zurück, als er das Match beendete. Der hintere rechte Oberschenkel machte Probleme. "Ich konnte mich am Ende praktisch nicht mehr bewegen."

Marathonmann Isner ist raus

Kerber unterlag der Australierin Jarmila Groth mit 3:6, 5:7 und verpasste es damit, erstmals in ihrer Karriere das Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier zu erreichen.

Ausgeschieden ist erwartungsgemäß auch Weltrekordspieler John Isner. Der Marathonmann musste nur 20 Stunden nach dem Ende seiner 11:05 Stunden dauernden Partie gegen Nicolas Mahut (Frankreich) gegen den Niederländer Thiemo De Bakker wieder auf den Platz und war bei der 0:6, 3:6, 2:6-Niederlage vollkommen chancenlos.

Er bewegte sich schwerfällig, der Arm tat weh, nichts ging. Nur 73 Minuten dauerte das Spiel, ironischerweise die kürzeste Partie im Herrenturnier bislang.

Über weite Strecken eine ausgeglichene Partie

Kohlschreiber hielt mit dem Weltranglisten-Fünften aus den USA lange Zeit glänzend mit. Er schlug selbst solide auf und hatte keinen Respekt vor dem dreimaligen Wimbledon-Finalisten, den er 2008 in Melbourne bezwungen hatte.

"Andy wird heiß sein, diese Niederlage wettzumachen", ahnte Kohlschreiber vorher, "andererseits geht man mit einem guten Gefühl auf den Platz, wenn man so einen Spieler schon mal in einem wichtigen Spiel schlagen konnte."

Über weite Strecken lieferten sich die beiden Kontrahenten eine ausgeglichene Partie, in der Kohlschreiber immer wieder mit seiner spektakulären Rückkhand punktete.

Ausgerechnet zum Ende des ersten Satzes aber erlaubte er sich eine kleine Schwäche und kassierte trotz einer 40:15-Führung bei 5:6 das entscheidende Break. Der zweite Durchgang verlief ähnlich, aber mit einem Happy End für Kohli im Tiebreak. Die Entscheidung fiel dann praktisch schon mit Roddicks Break zum 0:1 im dritten Satz.

Mayer muss verletzt aufgeben

Kohlschreiber schaffte das Rebreak gegen den starken Aufschläger nicht mehr, der insgesamt 28 Asse schlug und schien auch im vierten Satz nicht mehr an seine Chance zu glauben. Sieben Breakchancen ließ Roddick im geasamten Match nur zu, keine konnte Kohlschreiber nutzen.

Mayer musste sich schon nach dem ersten Satz vom Physiotherapeuten zwei Minuten lang auf dem Platz behandeln lassen. "Ich habe eine Schmerztablette genommen und es ging auch kurzzeitig besser", erzählte der 26-Jährige, "aber ab Ende des zweiten Satzes konnte ich mich gar nicht mehr bewegen. Es sollte wohl nicht sein."

Nach seinen überraschenden und überzeugenden Erfolgen in den ersten beiden Runden gegen die hocheingeschätzen Marin Cilic (Kroatien) und Mardy Fish (USA) ging Mayer erstmals im Turnier als Favorit in ein Match.

Um so frustrierter war er, dass der Körper gegen den Weltranglisten-82. nicht mitgespielt hat: "Wer weiß, wann sich solch eine Chance auf ein Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier wieder ergibt."

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