Federer eine Nummer zu groß für Kohlschreiber

SID
Freitag, 26.06.2009 | 16:58 Uhr
Roger Federer will seinen 15. Grand-Slam-Triumph auf dem heiligen Rasen von Wimbledon gewinnen
© Getty

Philipp Kohlschreiber ist in Wimbledon ausgeschieden. Beim 3:6, 2:6, 6:7 und 1:6 konnte er gegen den Topfavoriten Roger Federer nur den dritten Satz ausgeglichen gestalten.

Erst staunte er nur, dann spielte er mit und zwischendurch konnte Philipp Kohlschreiber den großen Roger Federer bei seinem Centre-Court-Debüt in Wimbledon sogar ein wenig ärgern.

Am Ende aber stand dann doch die erwartete 3:6, 2:6, 7:6 (7:5), 1: 6-Niederlage gegen den Schweizer und das Aus in der dritten Runde der 123. All England Championships und die Erkenntnis: "Ich bin einfach an seiner Qualität gescheitert."

Keine Regenschauer

Sogar der Eintrag in die Geschichtsbücher wurde dem Augsburger verwehrt: Im Gegensatz zur Wettervorhersage blieb es während des gesamten Matches trocken, das neue Dach wurde also noch nicht eingeweiht.

Es blieb aber lange unklar, ob Tommy Haas sein Match gegen den Kroaten Marin Cilic beenden würde. Die Partie war auf Platz eins angesetzt, der über kein Dach verfügt.

"Ich denke, das ist ein Platz wie jeder andere", hatte Kohlschreiber vor der Partie und seinem ersten Auftritt in der "Kathedrale des Tennis" (Pete Sampras) gesagt.

Als er aber gegen 13.00 Uhr Ortszeit das mit knapp 15.000 Zuschauern gefüllte Stadion betrat, wirkte der 25-Jährige dennoch etwas unruhig. Besondere Nervosität aber stritt er ab: "Ich bin locker in das Spiel gegangen und habe Spaß gehabt."

Kohli mit klassischem Fehlstart

Als das Match dann um 13.09 Uhr begann, überrannte Federer den Deutschen geradezu. Kohlschreibers Plan jedenfalls ließ sich nicht verwirklichen.

"Ich muss versuchen einen guten Start zu haben und das Match lange offen zu halten", lautete sein Matchplan. Aber das Gegenteil war der Fall. Er gab die ersten sieben Punkte in Folge ab, verlor seine ersten beiden Aufschlagspiele und lag schnell mit 0:4 zurück.

"Ich glaube, er war irgendwie vor mir gewarnt. Er hat von Anfang an hohes Tempo gespielt und wollte jeden Punkt gewinnen", meinte Kohlschreiber: "Ich war vielleicht auch zu aggressiv und habe am Anfang auch nicht so gut aufgeschlagen." Erst nach einem Break zum 1:4 entwickelte sich bis Ende des ersten Satzes eine ausgeglichene Partie.

Im Achtelfinale wartet Söderling

"Das war mein bestes Spiel im bisherigen Turnier", sagte Federer zu seiner Leistung: "Es ist ein tolles Gefühl weiter zu kommen und dabei nicht allzuviel Energie zu verlieren." 2:31 Stunden dauerte die Partie.

Der Weltranglisten-Zweite spielt nun im Achtelfinale am Montag gegen den Schweden Robin Söderling. Beide Spieler standen sich erst vor drei Wochen bei Federers Triumph bei den French Open in Paris im Finale gegenüber.

"I love you, Philipp"

Als ein Zuschauer beim Stand von 5:2 lautstark rief: "I love you, Philipp", hob der 25-Jährige beide Arme und grüßte ins Publikum.

Seine Rückhand-Schüsse kamen nun besser, er suchte auch immer wieder den Weg an Netz und bot den Fans gute Tennisunterhaltung, ohne dass Kohlschreiber eine Chance gehabt hätte: "Er war zu gut in den ersten beiden Sätzen."

Den dritten Durchgang aber konnte Kohli sogar für sich entscheiden und brachte Federer damit den ersten Satzverlust im Turnier bei.

"Ich habe da sehr viel Energie reingesteckt und sehr gut gespielt, meinte der Verlierer, "das Einzige, was mich ärgert ist, dass ich danach nicht dran bkleiben konnte."

Kohli wieder unter den Top 30 der Welt

Der Weltranglisten-32. hat durch den Einzug in die dritte Runde sein Vorjahresergebnis, als er bereits in seinem Auftaktmatch ausgeschieden war, verbessert.

Er wird also in der neuen Weltrangliste wieder auf einen Platz unter den besten 30 vorrücken. Das reicht ihm allerdings noch nicht: "Ich muss versuchen, unter die ersten 16 zu kommen, damit ich die guten Jungs wie Federer nicht so früh im Turnier bekomme", meint er, "wenn man ehrlich ist, ist es ärgerlich, so einen so früh zu bekommen.Man weiß dann, dass das meist das Ende ist."

Söderling souverän weiter

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