Donnerstag, 30.04.2015

WM-Viertelfinale im Crucible

"The Rocket" ist raus!

Drei Finals in Folge hatte Ronnie O'Sullivan erreicht - jetzt ist Schluss. Im Viertelfinale der Snooker-WM in Sheffield verlor der fünffache Champion mit 9-13 gegen den Engländer Stuart Bingham und muss sich verabschieden. Mit Neil Robertson ist ein weiterer früherer Titelträger ausgeschieden, Shaun Murphy dagegen steht unter den letzten Acht.

"The Rocket" kann es kaum fassen: Der Traum vom sechsten Titel ist geplatzt
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"The Rocket" kann es kaum fassen: Der Traum vom sechsten Titel ist geplatzt

Stuart Bingham - Ronnie O'Sullivan 13-9

"Ich habe Stuart gratuliert, er spielt eine tolle Saison", so das Fazit von O'Sullivan nach seiner Niederlage. "Er ist derzeit einer der Top-Spieler. Er hat mich herumgeschubst, ich fühlte mich die ganze Zeit unterlegen." 9-8 hatte er vor der letzten Session geführt, aber Bingham holte sich die ersten drei Frames und ließ dem fahrig spielenden Favoriten am Ende mit einer 66 im letzten Frame keine Chance.

Danach konnte der 38-Jährige, der nun sein erstes WM-Halbfinale spielen wird, die Tränen kaum zurückhalten. "Ronnie ist der beste Spieler der Welt, aber die Zeit holt ihn langsam ein. Ich wusste, dass meine Form stimmt." Was er mit einer 145 in der zweiten Session eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte.

O'Sullivan dagegen gab seine langen Pausen als Grund für das Scheitern an. "Wenn man die kleinen Turniere nicht spielt, dann wirst du irgendwann überholt. Ich habe so viele unnötige Fehler gemacht, damit wäre ich früher vielleicht durchgekommen, aber heute nicht mehr." Gleichzeitig erklärte er: "Ich bin aber auch nicht in der Lage, die ganzen kleineren Turniere zu spielen." Steht wieder eine längere Auszeit auf dem Plan?

Judd Trump - Ding Junhui 13-4

Was für eine Demonstration des "Juddernaut"! Der bis dato so gut spielende Ding hatte gegen den Weltranglistensechsten keine Chance. "Wenn ich so spiele, dann wird man mich nicht besiegen", so das selbstbewusste Fazit des 25-Jährigen, der in den ersten beiden Sessions jeweils sechs Frames gewonnen hatte - da war die dritte nur noch Formsache.

2011 hatte Trump schon einmal im Finale gestanden - damals hatte er Ding Junhui im Halbfinale geschlagen. "Ich habe richtig gut gespielt und viel Druck auf ihn ausgeübt." Breaks von 94, 100, 102, 127 und 116 sprechen eine deutliche Sprache. So musste der Chinese die Überlegenheit des Gegners anerkennen: "Besser kann er nicht spielen. So habe ich ihn schon Jahre nicht mehr spielen sehen, wahrscheinlich seit 2011 nicht mehr." Im Semifinale geht es für Trump nun gegen Bingham.

Shaun Murphy - Anthony McGill 13-8

Die Snooker-Weltmeister der letzten 20 Jahre
Es ist der Gentleman-Sport schlechthin: Seit 1927 wird der Snooker-Weltmeister ausgespielt, seit 1977 im ehrwürdigen Crucible Theatre zu Sheffield. SPOX zeigt die Titelträger der letzten 20 Jahre
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Es ist der Gentleman-Sport schlechthin: Seit 1927 wird der Snooker-Weltmeister ausgespielt, seit 1977 im ehrwürdigen Crucible Theatre zu Sheffield. SPOX zeigt die Titelträger der letzten 20 Jahre
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1996 bezwang Hendry den erstmals ins Finale vorgestoßenen Peter Ebdon. Es war sein fünfter Titel in Folge - und das im Alter von gerade mal 27 Jahren
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1996 bezwang Hendry den erstmals ins Finale vorgestoßenen Peter Ebdon. Es war sein fünfter Titel in Folge - und das im Alter von gerade mal 27 Jahren
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1997 wurde Hendry erstmals in einem Finale bezwungen. Strahlender Sieger: Der Ire Ken Doherty, der mit 18-12 gewann und der Übermacht von der Insel trotzen konnte
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1997 wurde Hendry erstmals in einem Finale bezwungen. Strahlender Sieger: Der Ire Ken Doherty, der mit 18-12 gewann und der Übermacht von der Insel trotzen konnte
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Ein Jahr später war der Schotte John Higgins dran. Er hinderte Doherty daran, seinen Titel zu verteidigen - und sollte die Trophäe noch das eine oder andere Mal in die Höhe recken
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Ein Jahr später war der Schotte John Higgins dran. Er hinderte Doherty daran, seinen Titel zu verteidigen - und sollte die Trophäe noch das eine oder andere Mal in die Höhe recken
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Einmal noch konnte sich Stephen Hendry der nachfolgenden Generation erwehren: Mit 18-11 siegte er über Mark Williams. Siebter Titel - Rekord in der Modern Era
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Einmal noch konnte sich Stephen Hendry der nachfolgenden Generation erwehren: Mit 18-11 siegte er über Mark Williams. Siebter Titel - Rekord in der Modern Era
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2000 erreichte der Waliser Mark Williams erneut das Finale, brauchte gegen Matthew Stevens aber umkämpfte 34 Frames, bis er den kleinen Henkelpott endlich küssen durfte
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2000 erreichte der Waliser Mark Williams erneut das Finale, brauchte gegen Matthew Stevens aber umkämpfte 34 Frames, bis er den kleinen Henkelpott endlich küssen durfte
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Und 2001 gab es dann schließlich den ersten Titel für Ronnie O'Sullivan. 18-14 gegen Higgins, der gute Miene zum bösen Spiel machen musste
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Und 2001 gab es dann schließlich den ersten Titel für Ronnie O'Sullivan. 18-14 gegen Higgins, der gute Miene zum bösen Spiel machen musste
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Sechs Jahre nach seinem verlorenen Endspiel gegen Hendry setzte sich Peter Ebdon dann doch die Krone auf - und zwar eben diesen Stephen Hendry. 18-17 - knapper geht es nicht! Es war das letzte Finale für den "Golden Boy"
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Sechs Jahre nach seinem verlorenen Endspiel gegen Hendry setzte sich Peter Ebdon dann doch die Krone auf - und zwar eben diesen Stephen Hendry. 18-17 - knapper geht es nicht! Es war das letzte Finale für den "Golden Boy"
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2003 ging die Trophy dann wieder nach Wales. Dabei verspielte Williams zuerst einen 10:2-Vorsprung gegen Doherty, bevor es am Ende doch noch knapp reichte. Das freute auch die Blondine an seiner Seite
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2003 ging die Trophy dann wieder nach Wales. Dabei verspielte Williams zuerst einen 10:2-Vorsprung gegen Doherty, bevor es am Ende doch noch knapp reichte. Das freute auch die Blondine an seiner Seite
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Am Tisch adrett, abseits eher... naja. In dieser fragwürdigen Montur posierte Ronnie mit seinem zweiten Titel. Im Finale 2004 hatte er Graeme Dott mit 18-8 förmlich deklassiert - gut, da ist das auch mal erlaubt
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Am Tisch adrett, abseits eher... naja. In dieser fragwürdigen Montur posierte Ronnie mit seinem zweiten Titel. Im Finale 2004 hatte er Graeme Dott mit 18-8 förmlich deklassiert - gut, da ist das auch mal erlaubt
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Vor dem Turnier gab es bei Wetten auf ihn eine Quote von 150:1. Der 22 Jahre alte Frischling Shaun Murphy gewann sein erstes Ranglisten-Turnier - und zwar direkt die WM. Matthew Stevens verlor sein bereits zweites Finale mit 16-18
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Vor dem Turnier gab es bei Wetten auf ihn eine Quote von 150:1. Der 22 Jahre alte Frischling Shaun Murphy gewann sein erstes Ranglisten-Turnier - und zwar direkt die WM. Matthew Stevens verlor sein bereits zweites Finale mit 16-18
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Gib mir die Kugel! Der Schotte Graeme Dott machte es bei seiner zweiten Finalteilnahme besser und schlug Peter Ebdon mit 18-14. Und alle: Cheeeeeeese!
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Gib mir die Kugel! Der Schotte Graeme Dott machte es bei seiner zweiten Finalteilnahme besser und schlug Peter Ebdon mit 18-14. Und alle: Cheeeeeeese!
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2007 war John Higgins endlich zum zweiten Mal an der Reihe: Er besiegte Mark Selby im Finale mit 18-13 und sonnte sich im Scheinwerferlicht
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2007 war John Higgins endlich zum zweiten Mal an der Reihe: Er besiegte Mark Selby im Finale mit 18-13 und sonnte sich im Scheinwerferlicht
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Und Higgins auf dem Fuß folgte Ronnie mit Titel Nummer drei. Die langen Haare waren da wieder einer modischen Kurzhaarfrisur gewichten
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Und Higgins auf dem Fuß folgte Ronnie mit Titel Nummer drei. Die langen Haare waren da wieder einer modischen Kurzhaarfrisur gewichten
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"Aller guten Dinge sind drei" galt zwölf Monate später auch für Higgins. Shaun Murphy war im Finale chancenlos (18-9)
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"Aller guten Dinge sind drei" galt zwölf Monate später auch für Higgins. Shaun Murphy war im Finale chancenlos (18-9)
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Kein Sieger aus dem Vereinigten Königreich? Shocking! Der Australier Neil Robertson gewann 2010 mit 18-13 gegen Graeme Dott - das Lächeln wirkt allerdings noch etwas ungläubig
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Kein Sieger aus dem Vereinigten Königreich? Shocking! Der Australier Neil Robertson gewann 2010 mit 18-13 gegen Graeme Dott - das Lächeln wirkt allerdings noch etwas ungläubig
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Und noch einmal John Higgins! 18-15 gegen Judd Trump, damit legte er im Duell mit Ronnie mit dem vierten Titel vor. Da kann man auch schon mal mit der kompletten Familie feiern
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Und noch einmal John Higgins! 18-15 gegen Judd Trump, damit legte er im Duell mit Ronnie mit dem vierten Titel vor. Da kann man auch schon mal mit der kompletten Familie feiern
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Ätsch! Ein Jahr später zog The Rocket dann wieder gleich - 18-12 gegen Ali Carter. Mit 36 Jahren wurde O'Sullivan der älteste Titelträger seit Ray Reardon 1978
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Ätsch! Ein Jahr später zog The Rocket dann wieder gleich - 18-12 gegen Ali Carter. Mit 36 Jahren wurde O'Sullivan der älteste Titelträger seit Ray Reardon 1978
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Titel verteidigt - und wie! Obwohl er in der gesamten Saison nur ein einziges Match bestritten hatte, pflügte O'Sullivan durchs Turnier, verlor keine einzige Session und spielte sechs Centuries im Finale gegen Barry Hawkins. Das freut auch Sohn Ronnie
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Titel verteidigt - und wie! Obwohl er in der gesamten Saison nur ein einziges Match bestritten hatte, pflügte O'Sullivan durchs Turnier, verlor keine einzige Session und spielte sechs Centuries im Finale gegen Barry Hawkins. Das freut auch Sohn Ronnie
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2015 schockte Außenseiter Stuart Bingham die Snooker-Welt und räumte völlig überraschend einen Favoriten nach dem anderen ab. Im Finale gewann er gegen Shaun Murphy
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Der Hattrick blieb O'Sullivan jedoch verwehrt: Obwohl er gegen Mark Selby bereits mit 10-5 geführt hatte, hatte der das besser Ende für sich und holte schließlich seinen ersten WM-Titel
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Der Hattrick blieb O'Sullivan jedoch verwehrt: Obwohl er gegen Mark Selby bereits mit 10-5 geführt hatte, hatte der das besser Ende für sich und holte schließlich seinen ersten WM-Titel
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Aus der Traum für den Qualifikanten McGill - "The Magician" war einfach zu stark. Der Champion von 2005 spielte insgesamt drei Century Breaks und baute in der letzten Session seinen 9-7-Vorsprung schnell auf 12-8 aus. Eine 67 reichte zum Erfolg.

Shaun Murphy im SPOX-Interview: "Noch nie irgendwo aufgegeben"

"Ich habe nun schon sechs Jahre nicht mehr gespielt, wenn es nur noch einen Tisch gibt", so der 32-Jährige. "Ich bin noch dabei, kämpfe noch und kann es kaum erwarten. Ich weiß ja, was nötig ist, um hier zu gewinnen." Der 24-Jährige McGill war dennoch nicht unzufrieden. "Schöner als hier ist es nirgends, hoffentlich bin ich irgendwann wieder dabei. Ich bin stolz auf meine Leistung."

Barry Hawkins - Neil Robertson 13-12

Hochspannung bis in den späten Abend - und dann war mit Robertson der Weltmeister von 2012 eliminiert und Hawkins jubelte mit geballter Faust! Einen wahren Thriller hatte er durchgestanden, darunter einen 15. Frame von über 70 Minuten Länge. Das brachte ihm die 8-7-Führung, nachdem er ein 7:3 schon verspielt hatte.

In der letzten Session boten beide dann hochklassiges Snooker. 141 von Hawkins. 108 von Hawkins. 104 von Hawkins. Dann: 90 von Robertson. 142 von Robertson. 109 von Robertson... Beim Stand von 11:12 aus seiner Sicht legte Hawkins dann eine 76 auf den Tisch, und als Robertson eine lange Rote nicht lochen konnte, kam er im finalen Frame an den Filz und räumte ab - es war geschafft! Im Halbfinale trifft er nun auf Murphy. In 25 Frames hatte Hawkins ganze fünf Punkte mehr erzielt als sein Gegner...

SPOX

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