Coville kollidiert mit Frachtschiff

SID
Montag, 03.11.2014 | 15:11 Uhr
Thomas Coville gewann die Transatlantik-Regatta Route du Rhum bereits im Jahr 1998
© getty
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Havarien im Stundentakt, nächtliche Kollision mit einem Frachter und ein spektakulärer Hubschraubereinsatz: Schon in den ersten Stunden der berüchtigten Route du Rhum erfuhren die 91 Teilnehmer, weshalb die Transatlantik-Regatta zu den schwierigsten Herausforderungen im Segelsport zählt. Für Topfavorit Thomas Coville ist das Rennen nach einem dramatischen Zusammenstoß bereits beendet.

"Ich fühle mich, als ob ich mit einem Motorrad einen LKW gerammt hätte", sagte Coville. Der Franzose war mit seinem 32 Meter langen Maxi-Trimaran "Sodebo" mit einem Frachtschiff kollidiert.

Den Moment des Aufpralls bezeichnete er als "die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich schrie und schrie." Der 46-Jährige hatte Glück im Unglück und blieb unverletzt, seinen Hochseeboliden legte er am Montagmittag im französischen Roscoff an.

Covilles Kollision war längst nicht der einzige Zwischenfall in einer denkwürdigen ersten Renn-Nacht. "Es war wirklich schwer. Ich musste zwischen einigen Fischerbooten und Frachtern Slalom fahren und es gab einige knifflige Situationen", berichtete Covilles Konkurrent Yann Guchard von Bord seiner "Spindrift 2" über die schwierigen Bedingungen im Golf von Biskaya vor der französischen Westküste: "Der kleinste Fehler könnte fatal sein."

Anspruchsvolle Strecke

Die Strecke, die die Seemänner seit dem Startschuss am Sonntag solo zurücklegen müssen, hat es in sich: Sie führt von St. Malo in der französischen Bretagne über 6500 Kilometer raue See auf die Karibikinsel Guadeloupe. An Schlaf ist kaum zu denken, nur wenige Minuten am Stück sind wegen der großen Gefahren drin.

Zum Auftakt erwarten die Skipper gleich mehr als 35 Knoten und gefährliche Böen. Aufgrund der extremen Bedingungen gilt der seit 1978 ausgetragene Klassiker als echte Prüfung.

Dies erlebte auch Covilles Landsmann François Angoulvant am eigenen Leib. Der Skipper, der in der Klasse 40 startete, erlitt Kielbruch und musste von einem Hubschrauber aus den rauen Wellen gefischt werden. Er wurde zur medizinischen Kontrolle ins Krankenhaus nach Brest gebracht.

Fischvergiftung bei Knox-Johnston

Auch Sir Robin Knox-Johnston erwischte es böse. Die Segel-Legende hatte mit den Folgen einer Fischvergiftung zu kämpfen und machte in der ersten Nacht kaum ein Auge zu. "Ich esse wieder ok, bin aber sehr müde", schrieb der 75-Jährige von Bord seiner "Grey Power" - und schimpfte dabei herzlich über die moderne Technik: "Das Boot-Equipment wird von Leuten designed, die in einem warmen Büro mit einem stabilen Schreibtisch sitzen."

Doch das hat mit der harten Realität auf dem Atlantik nichts zu tun.

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