Freitag, 06.05.2016

Deutsche Meisterschaften in Berlin

Vogel fliegt Richtung Rio

Mit einer Weltklassezeit hat sich Florian Vogel auf den Weg zu Olympia in Rio gemacht. Der 21-Jährige knackte bei den deutschen Meisterschaften in Berlin in starken 3:44,89 Minuten über 400 m Freistil die erste Norm für die Sommerspiele.

Florian Vogel schwamm über 400m Freistil die fünfbeste Zeit des Jahres
© getty
Florian Vogel schwamm über 400m Freistil die fünfbeste Zeit des Jahres

Vogel katapultierte sich auch auf den fünften Platz der Jahresweltbestenliste. Weltrekordler Paul Biedermann war bei WM-Bronze 2011 zum letzten Mal schneller gewesen.

Nach seinem Überraschungscoup sprang Vogel aus dem Becken, zeigte seine Muskeln und stieß einen Urschrei aus. Der erste Dank galt seinem Vorbild. "Ich hatte die Ehre mit Paul, dem größten deutschen Schwimmer, zu trainieren", sagte er: "Er hat mir alles gezeigt. Das hat mitgeholfen, heute so eine Zeit zu schwimmen."

Auch Sarah Köhler blieb in persönlicher Bestzeit von 4:06,65 Minuten unter der Richtzeit. 24 Stunden zuvor war die 21-jährige Frankfurterin bereits über die doppelte Distanz auf Platz vier der Weltrangliste gesprungen. Zur Olympia-Qualifikation muss eine leicht entschärfte zweite Norm erreicht werden.

Brandt mit Rekord

Während Biedermann und Weltmeister Marco Koch noch pausierten, überzeugte die nächste Generation. Schon am Donnerstag hatten drei Teenager aufhorchen lassen. Der erst 16-jährige Johannes Hintze überraschte als Zweiter über 400 m Lagen hinter dem WM-Fünften Jacob Heidtmann (21), Florian Wellbrock (18) blieb erst als dritter Deutscher über 1500 m Freistil unter der 15-Minuten-Marke, und auch Leonie Antonia Beck (18) knackte über 800 m Freistil hinter Köhler die erste Olympianorm.

Eine "Alte" brachte sich am Freitag mit deutschem Rekord in Erinnerung: Die 32-jährige Dorothea Brandt verbesserte in 26,02 Sekunden über die nichtolympischen 50 m Schmetterling die sieben Jahre alte Bestmarke von Daniela Samulski um drei Zehntel. "Ich bin einfach in den Schmerz reingeschwommen. Kopf runter und durch", sagte die Essenerin.

Koch und Biedermann gehen erst am Samstag und Sonntag an den Start. Wegen ihrer WM-Medaillen im vergangenen Jahr in Kasan sind die beiden Rio-Hoffnungsträger vornominiert und müssen lediglich in Berlin unter die ersten Zwei kommen. Doch die beiden Vorschwimmer wollen sich "ganz regulär für Olympia qualifizieren", wie Biedermann betonte.

Hintze begeistert

Der 29-Jährige, der sich auf die 200 m Freistil konzentriert und nach den Sommerspielen seine Karriere beendet, will zudem ein Signal an die Konkurrenz senden: "International sind schon sehr starke Sachen vorgelegt worden, da möchte man in nichts nachstehen." Koch, Goldfavorit in Rio über 200 m Brust, ist in diesem Jahr schon zweimal schneller geschwommen als bei seinem WM-Triumph 2015 und führt deutlich die Weltjahresbestenliste an.

Zum Auftakt hatte vor allem Youngster Hintze begeistert. "Er hat eine Riesenentwicklung genommen", lobte Bundestrainer Henning Lambertz den Potsdamer, der als größte deutsche Schwimmhoffnung gilt - und schon mit US-Superstar Michael Phelps verglichen wurde. "An jeder Stelle, an der man das tut, ist es falsch. Das ist nichts gegen Johannes, sondern wir reden von dem größten Athleten aller Zeiten", sagte Lambertz dem SID. Mit 14 war Hintze bereits schneller geschwommen als der Rekord-Olympiasieger im gleichen Alter.


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