Thomas Lurz im Interview

"Vom DFB können wir viel lernen"

Mittwoch, 13.08.2014 | 08:54 Uhr
Thomas Lurz stieg bei zwölf Welt- und fünf Europameisterschaften als Sieger aus dem Wasser
© getty
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Seine Medaillensammlung könnte kaum größer sein. Freiwasserschwimmer Thomas Lurz hat in seiner Karriere schon fast alles gewonnen - nur der Triumph bei Olympia fehlt noch. Im SPOX-Interview spricht der 34-Jährige Würzburger über die Schwimm-EM in Berlin, seine Beziehung zu Dirk Nowitzki, eine schaurige Begegnung mit Haien, Schlag den Raab und das Dschungelcamp.

SPOX: Herr Lurz, bevor die Vorbereitung auf die EM in die heiße Phase ging, fand in Ihrer Heimatstadt Würzburg zu Ihren Ehren eine Pool-Party statt. Dabei gab es auch die Aktion "Schlag den Lurz", bei der Sie gegen Politiker in unterschiedlichen Disziplinen antraten. Könnten Sie sich vorstellen, sich einmal mit Stefan Raab zu messen?

Thomas Lurz: (lacht) Manche Sachen sind schon ganz lustig. Vor allem das Sportliche würde mich natürlich reizen. Kandidat bei "Schlag den Raab", das wäre schon interessant, aber ins Dschungelcamp würde ich niemals gehen, das steht zu 1000 Prozent fest.

SPOX: Der Event zeigt, welchen Stellenwert Sie in Würzburg besitzen. Der bekannteste Sohn der Stadt dürfte wohl dennoch Dirk Nowitzki sein. Kennen Sie ihn?

Lurz: Klar, Würzburg ist ja nicht so groß, da läuft man sich auf Veranstaltungen schon mal über den Weg. Und letztes Jahr habe ich bei einem Wohltätigkeits-Fußballspiel in der Auswahl von Dirk gespielt. Er ist ein toller Typ: nett, bescheiden und auf dem Boden geblieben. Dirk ist ein absolutes Vorbild. Ich verfolge natürlich, was er in der NBA so treibt. Aber wenn ich es schaffe, bin ich auch ab und zu bei den BBL-Spielen der s. Oliver Baskets.

SPOX: s. Oliver ist ein gutes Stichwort. Sie arbeiten bei dem Bekleidungshersteller in der Personalentwicklung, bieten betriebliche Gesundheitstrainings an, haben ein Buch geschrieben und halten auch noch Vorträge. Ist Schwimmen nur noch ein Nebenjob?

Lurz: Nein, das Schwimmen hat immer noch Priorität, das ist mein Hauptjob. Ich versuche einfach, die einzelnen Bereiche so gut es geht miteinander zu verknüpfen. Aber Langstreckenschwimmen ist eben kein Fußball. Deswegen ist mir die Arbeit bei s. Oliver wichtig, weil ich mir dort über die sportliche Karriere hinaus meine berufliche Zukunft vorstellen kann. Meine Rechnungen könnte ich momentan aber auch vom Schwimmen allein bezahlen.

SPOX: Der finanzielle Aspekt spielt gerade in den Randsportarten eine große Rolle. Sie sind Botschafter der neu ins Leben gerufenen "Deutschen Sportlotterie", die im September startet. Es gab viel Kritik und Widerstand gegen das Projekt, unter anderem vom DOSB. Warum unterstützen Sie die Initiative?

Lurz: Wir müssen in Deutschland etwas für den Olympischen Sport zu tun. In vielen anderen Ländern können Weltklasseathleten ihren Sport hauptberuflich machen - und so sollte es auch bei uns sein. Beispiel Fußball: Dort sind wir so erfolgreich, weil auch die entsprechenden Strukturen vorhanden sind. Vom DFB können andere Sportarten viel lernen. Es gibt deutsche Athleten, die unter den Top Ten der Welt sind, aber trotzdem sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Man muss ja keine Millionen ansparen, aber zumindest das Auskommen sollte gesichert sein.

SPOX: Das Gesicht und der Ideengeber des Projekts ist Robert Harting, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt - auch bezüglich der Sportlotterie - und damit an vielen Stellen aneckt. Ist das ein Problem für Sie?

Lurz: Man kann sich immer über etwas beschweren, aber dann muss man auch eine Lösung anbieten. Und genau so ist das bei Robert Harting. Seine sportlichen Leistungen sind absolut vorbildlich. Wer Weltmeister und Olympiasieger ist, der kann schon mal sagen, was er denkt und fühlt. Das muss natürlich trotzdem Hand und Fuß haben, aber das hat es bei ihm. Die Sportlotterie ist eine gute Sache für den deutschen Sport.

SPOX: Von der Sportlotterie dürften wohl auch einige Schwimmer profitieren - und sich damit im Optimalfall auch die Ergebnisse verbessern. Die Enttäuschungen bei Olympia 2012 sowie bei der WM 2013, als die Beckenschwimmer keine bzw. nur eine Medaille gewannen, sind den meisten noch im Kopf. Woran liegt es, dass der deutsche Schwimmsport, der weltweit einst auf Topniveau war, in den vergangenen Jahren so abgebaut hat?

Lurz: Das hat sich schon länger abgezeichnet, zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 2008. Da gab es zwar zwei Goldmedaillen, aber die hat mit Britta Steffen nur eine Person geholt. Man kann sich nicht nur auf ein Ausnahmetalent verlassen, sondern muss auch in der Masse besser werden. Der Anschluss zur Westspitze wurde verloren, weil zu wenig trainiert wurde. Und das muss jetzt wieder aufgeholt werden. Da sehe ich die Schuld nicht unbedingt bei den Sportlern, sondern vor allem bei den Trainern. Im Jugend- und Juniorenbereich sieht man, dass wir in Deutschland genügend Talente haben.

SPOX: Was läuft bei den Freiwasserschwimmern besser?

Lurz: Wir lassen uns nicht so leicht von irgendetwas ablenken. Und es wird nicht so viel gejammert. Das liegt sicherlich auch an der Sportart, aber bei uns ist es egal, ob das Wasser dreckig ist oder etwas links und rechts von der Strecke passiert. Letztendlich zählt nur der Wettkampf.

Seite 1: Lurz über Dirk Nowitzki, Robert Harting und das Dschungelcamp

Seite 2: Lurz über Haie, seinen härtesten Wettkampf und Olympia 2016

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