Wildeboer bewirbt sich als Bundestrainer

DSV will Baustellen erst im November erledigen

SID
Sonntag, 21.10.2012 | 16:44 Uhr
DSV-Präsidentin Christa Thiel: "Erst die Struktur, dann das Personal"
© Getty
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Bundestrainersuche? Vertragsverlängerung der Stützpunkttrainer? Strukturreform? Der Kriselnde Schwimm-Verband will wichtige Baustellen erst im November erledigen. Weltmeister-Coach Wildeboer bewirbt sich als DSV-Bundestrainer

"Ich bin total glücklich mit der Situation im Deutschen Schwimm-Verband", sagt Weltmeistertrainer Stefan Lurz. Der Sarkasmus in seinen Worten ist nicht zu überhören. Es kriselt mächtig im Verband. Die Stars wie Britta Steffen und Paul Biedermann haben die Enttäuschung über die medaillenlosen Olympischen Spiele zwar in neue Motivation umgewandelt, doch außerhalb des Beckens stehen die Verantwortlichen vor einer Flut von Aufgaben: "Ende November sollen die Weichen gestellt sein. Und wir werden keine Rolle rückwärts machen", erklärt DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow.

Es ist mal wieder Heim-Weltcup in Berlin und kaum einer spricht über Ergebnisse. So wie 2011, als die anstehende Trennung zwischen Bundestrainer Dirk Lange und dem Verband Gesprächsthema Nummer eins war.

Windeboer berwirbt sich angeblich als DSV-Bundestrainer

Fast zwölf Monate später ist die DSV-Spitze weiter auf der Suche nach einem Nachfolger. Die Bewerbungen werden gerade gesichtet. Zum Bewerberkreis für die zum 1. Dezember ausgeschriebene Stelle soll Weltmeister-Coach Paulus Wildeboer gehören. Dies wollte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow auf Anfrage am Sonntag weder bestätigen noch dementieren.

Dänemarks Cheftrainer Wildeboer trainiert derzeit unter anderem Weltrekordlerin Lotte Friis, die 2009 Weltmeisterin über 800 Meter Freistil und in London Olympiavierte über 400 Meter Freistil geworden war. In Peking 2008 hatte sie Bronze über 800 Meter gewonnen.

Essens Stützpunkttrainer Henning Lambertz hat sich ebenfalls beworben - und für seine öffentliche Interessensbekundung prompt einen Rüffel vom DSV bekommen. Wer es auch wird: Fraglich scheint, ob der Neue den Posten zum 1. Dezember antritt. Man müsse sich da einen gewissen Spielraum lassen, sagt Buschkow.

Biedermann hat schon erklärt, dass auf den neuen Bundestrainer eine "Riesenarbeit" wartet. Die ersten Schritte wie die Aufarbeitung des schlechtesten Olympia-Ergebnisses seit 80 Jahren sollten dann zumindest gemacht sein. Eine Expertenkommission, die sich am Freitag zum ersten Mal in Frankfurt am Main getroffen hatte, wird dem Verband eine Empfehlung für eine neue Struktur bei den Beckenschwimmern mit auf den Weg geben. Dies wird allerdings noch dauern. Bis nach dem Verbandstag am 10. November in Hamburg.

DSV-Präsidentin Thiel: "Erst Struktur, dann Personal"

Erst danach sollen auch die turnusmäßig auslaufenden Verträge der Bundesstützpunkttrainer verlängert werden. "Erst die Struktur, dann das Personal", betont DSV-Präsidentin Christa Thiel und schließt sogar eine mögliche Reduzierung der sechs Bundesstützpunkte nicht aus. In einem Krisengespräch am Rande des Weltcups konnten zumindest einige Trainer besänftigt werden. "Einige Unstimmigkeiten sind geklärt", sagt Frank Embacher am Sonntag erleichtert.

Der Trainer von Paul Biedermann, der künftig auch Britta Steffen betreuen wird, hatte zuvor "etwas Handfestes in den nächsten 14 Tagen" gefordert und sogar mit dem Weggang ins Ausland gedroht. Eine öffentliche Zusage von der DSV-Spitze an die Trainer gab es zwar nicht, offenbar aber positive Signale. So sagt Steffen schließlich: "Ich glaube, das Thema steht nicht mehr zur Debatte."

Lurz: "Wir trainieren zu wenig"

Die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 hatte ihren Wechsel nach Halle/Saale zu Freund Biedermann auch mit der ungewissen Zukunft in der Berliner Trainingsgruppe um "Rentner" Norbert Warnatzsch begründet: "Das hat sehr an meinen Nerven gezogen. Ich sehne mich nach Sicherheit."

Jene Sicherheit dürfte Trainer Stefan Lurz am Stützpunkt in Würzburg haben. Sein Bruder Thomas hatte in London über zehn Kilometer im Freiwasser die einzige Olympia-Medaille gewonnen. Stefan Lurz forderte seine Trainerkollegen unterdessen auf, selbstkritischer zu sein. "Ein Außenstehender bei der Trainerauswertung hätte denken können, wir haben acht Goldmedaillen gewonnen", sagt Lurz. Für das Fiasko von London hat er eine Erklärung parat: "Wir trainieren zu wenig.

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