Dienstag, 22.05.2012

Kein Kopfzerbrechen bei Steffen

Nicht pfeilschnell, aber entspannt

Draußen vor der Schwimmhalle zweckentfremdete Britta Steffen ihre Akkreditierung, um ein kleines Tierchen vom Rasen aufzuheben. Dann lachte die Doppel-Olympiasiegerin herzhaft und schlug Nationalmannschaftskollege Marco Di Carli auf die Schulter. Es war eine Szene mit Symbolcharakter.

Britta Steffen (M.) mit Silke Lippok (r.) und Daniela Schreiber (l.)
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Britta Steffen (M.) mit Silke Lippok (r.) und Daniela Schreiber (l.)

Vor zehn Monaten beim WM-Waterloo in Shanghai hatte Steffen ihren Sportlerausweis noch verschämt und frustriert wie einen Blickschutz benutzt. Doch bei der EM in Debrecen ist die 28 Jahre alte Berlinerin wieder guter Dinge - und lässt sich die gute Stimmung auch nicht von ihrer bescheidenen Zeit beim Staffelgold verderben.

"Ich werde bei meinen Einzelstarts keine Chance auf den Titel haben", sagte Steffen trotz Vorlaufbestzeit über 100 Meter Freistil am Dienstagmorgen. Sie verkündete diese eigentlich ernüchternde Erkenntnis nicht mit betretener Mine, sondern mit einem Lächeln. Das hat seinen Grund: Steffen bestreitet die kontinentalen Titelkämpfe in der ungarischen Provinz aus dem vollen Training. Der Fokus liegt auf Olympia in zwei Monaten in London. Ein möglicher Misserfolg bei der EM ist eingeplant.

"Ich habe meine Beine kaum noch gespürt"

Am Tag unmittelbar vor dem EM-Auftakt hatte Steffen noch zwei kräftezehrende Trainingseinheiten absolviert. 4.000 Meter Grundausdauer, dazu eine Serie 30 mal 50 Meter Sprints. Das schlaucht. "Ich habe meine Beine kaum noch gespürt", erklärte Steffen. Dass sie als Startschwimmerin der 4x100 Meter Freistilstaffel deutlich über der Grenze von 54 Sekunden blieb und damit wesentlich langsamer war als bei den deutschen Meisterschaften eine Woche zuvor in Berlin, ist nachvollziehbar.

Den Lorbeer für den Triumph der Golden Girls wollte Steffen deshalb auch nicht für sich beanspruchen. "Dass es zum Sieg gereicht hat, war vor allem der Verdienst von Schluss-Schwimmerin Daniela Schreiber", sagte Steffen. Mit diesem Ausspruch bewies sie auch Größe. Es war eine Geste, die zeigt, dass Steffen im Augenblick mit sich im Reinen ist.

Zwei Stunden Dopingkontrolle statt Titelfeier

Da verhält es sich mit Paul Biedermann als zweiter Hälfte des deutschen Schwimm-Traumpaares schon etwas anders. Auch Biedermann kann nach seinem Sieg über 400 Meter Freistil als Europameister nach London fahren. Doch hinter dem Leistungsvermögen des 25-Jährigen aus Halle/Saale steht ein Fragezeichen.

Es spricht für Biedermann, dass er trotz des Titels selbstkritisch blieb. Als "blöd" bezeichnete er sich, da er das Rennen auf den ersten 200 Metern "verpennt" habe. Es ist nicht das erste Mal, dass ihm dies passiert ist. Also schrieb sich Biedermann auf die Fahnen, künftig doch bitte schön "frühzeitiger aus der Hüfte zu kommen".

"Feiern kann ich noch in London"

Auf eine kleine Siegesfeier verzichtete Biedermann. Das "Partyprogramm" bestand aus zwei Stunden Dopingkontrolle, dann Essen, Massage und Schlafen.

"Feiern kann ich noch in London. Das wäre auch der passendere Rahmen", sagte Biedermann. Hoffnung gibt ihm der wieder einmal fulminante Schlussspurt. Dass er die Olympia-Norm nicht unterbieten konnte und vom "Freilos" Gebrauch machen muss, wertete er als gutes Omen.

"Das war letztes Jahr auch so - und am Ende habe ich bei der WM auch über 400 Meter Bronze gewonnen", sagte Biedermann, der als letzten Formcheck für Olympia wohl noch einen Start in Paris einstreuen wird. Und er gilt ja als Kämpfertyp, der sich gegen starke Konkurrenz stets zu steigern weiß. So soll es in London auch sein. Es gibt leichte Zweifel, aber noch lange keinen Grund zur Panik.

Sexy Ex-Sportlerinnen: Steffi Graf, Kati Witt und Co.
Stefanie Maria Graf, Ex-Tennisspielerin: DAS deutsche Aushängeschild in Sachen Tennis. Gewann insgesamt 22 Grand-Slam-Titel und 1988 auch den Golden Slam
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Insgesamt war Steffi Graf 377 Wochen lang die Nummer 1 im Damen-Tennis, 186 Wochen dabei am Stück - ein einsamer Rekord
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Katarina Witt, Ex-Eiskunstläuferin: Feierte ihre größten Eiskunstlauf-Erfolge bei Olympia. Zwei Goldmedaille räumte sie dabei ab. Außerdem holte sie vier WM-Titel
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Witt war Jurorin bei "Let's Dance" auf RTL und produzierte die Pro-Sieben-Serie "Stars auf Eis". In diesem Jahr machte sie ebenfalls auf Pro Sieben "The Biggest Loser"
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Laure Manaudou, Ex-Schwimmerin: Die Französin holte 2004 in Athen Gold über 400 m Freistil
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Erst am 17. September hat Manaudou in der Zeitung "Le Parisien" ihren Rücktritt bekanntgegeben. Es sei ihr langsam klar geworden, dass die Zeit gekommen ist
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Gabriela Sabatini, Ex-Tennisspielerin: Die Argentinierin gewann 1990 die US Open, 1988 im Doppel in Wimbledon und 1988 Silber bei den Olympischen Spielen in Seoul
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Immer wieder lieferte sich Sabatini heiße Schlachten mit Steffi Graf. So bei allen drei Grand-Slam-Finals, in denen sie stand. Zweimal zog sie den Kürzeren
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Merlene Ottey, Ex-Leichtathletin: Ottey bekam aufgrund ihrer vielen Erfolge über 100 und 200 Meter den Spitznamen "Queen of the Track"
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In ihrer Karriere gewann die am 10. Mai 1960 in Cold Spring geborene Jamaikanerin fünf Olympische Bronze- sowie drei Silbermedaillen
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In ihrer Karriere gewann die am 10. Mai 1960 in Cold Spring geborene Jamaikanerin fünf Olympische Bronze- sowie drei Silbermedaillen
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Maria Walliser, Ex-Skirennläuferin: Die Schweizerin gewann zwischen 1983 und 1990 insgesamt 25 Weltcup-Rennen
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Auch bei den Olympischen Spielen war Walliser erfolgreich. 1984 in Sarajevo holte sie Silber in der Abfahrt, 1988 in Calgary Bronze im Riesenslalom und der Kombination
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Auch bei den Olympischen Spielen war Walliser erfolgreich. 1984 in Sarajevo holte sie Silber in der Abfahrt, 1988 in Calgary Bronze im Riesenslalom und der Kombination
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Nancy Kerrigan, Ex-Eiskunstläuferin: Erlangte 1994 traurige Bekanntheit, als sie Opfer eines Eisenstangenattentats wurde, hinter dem ihre Konkurrentin Tonya Harding steckte
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Nur einem Monat nach dem Attentat gewann Kerrigan Olympisches Silber. Mittlerweile arbeitet sie für das us-amerikanische Fernsehen
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Anja Fichtel, Ex-Fechterin: Deutschlands Fecht-Darling Ende der 80er Jahre. Olympisches Florett-Gold in Seoul 1988 im Einzel und mit der Mannschaft
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Die gelernte Bürokauffrau ist Trägerin des Silbernen Lorbeerblatts und mittlerweile dreifache Mutter
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Heli Koivula, Ex-Leichtathletin: Bei der Europameisterschaft in München 2002 stieg die Finnin als Zweite auf das Dreisprung-Podest
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Die 34-jährige skandinavische Schönheit könnte auch als Model auf dem Laufsteg ihr Geld verdienen...
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Susanne Lahme, Ex-(Beach-)Volleyballerin: Die gebürtige Luckenwalderin begann ihre Karriere in Berlin und spielte später auch in Italien und Brasilien
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Auch wegen ihrer Rückansicht sorgte Lahme in ihrer aktiven Zeit für Begeisterung. 2007 musste sie nach einer Knieverletzung aufhören und arbeitet seitdem als Trainerin
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Auch wegen ihrer Rückansicht sorgte Lahme in ihrer aktiven Zeit für Begeisterung. 2007 musste sie nach einer Knieverletzung aufhören und arbeitet seitdem als Trainerin
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Kaisa Bergqvist, Ex-Leichtathletin: Die Schwedin gewann bei der WM 2005 und EM 2002 den Hochsprung. In der Halle hält sie mit 2,08 Metern den Weltrekord
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Britta Becker, Ex-Hockeyspielerin: Jahrelang war sie das Aushängeschild des deutschen Damen-Hockeys. 1992 holte sie mit den DHB-Damen in Barcelona Olympia-Silber
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Seit 1996 ist Becker mit dem TV-Moderator Johannes B. Kerner verheiratet. Zusammen hat das Ehepaar vier Kinder
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Michelle Mouton, Ex-Rallyefahrerin: Die Französin ist die erfolgreichste Rallyepilotin der Motorsport-Geschichte. Unvergessen ihre Duelle mit Walter Röhrl Anfang der 80er Jahre
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Franziska Schenk, Ex-Eisschnellläuferin: Insgesamt elf Weltcupsiege gelangen der sympathischen 35-Jährigen. 1997 wurde sie Weltmeisterin im Sprintvierkampf
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2003 schloss Schenk ihr Studium der Germanistik, Film- und Medienwissenschaften und Publizistik ab. Aktuell arbeitet sie als TV-Reporterin und Moderatorin
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Jennifer Capriati, Ex-Tennisspielerin: Jenny-Baby nahm 1990 schon mit 13 Jahren erstmals an einem Turnier der WTA-Tour teil
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Nach diversen Drogen-Eskapaden krönte sie ihr Comeback mit Siegen bei den Australian Open (2001, 2002) und French Open ('01)
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Katja Poensgen, Ex-Motorradfahrerin: Die Deutsche ist die einzige Frau, die in der 250-ccm-Klasse der Straßenweltmeisterschaft jemals Punkte errang. In Mugello 2001 wurde sie 14.
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2004 hat Katja Poensgen ihre Karriere beendet. Danach arbeitete sich als Expertin bei "RTL" und brachte den Zuschauern das Geschehen bei Motorradrennen näher
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Anna Sergejewna Kournikova, Ex-Tennisspielerin: Die russische Schönheit konnte im Einzel keinen Titel erringen. Dafür sicherte sie sich 16 im Doppel
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Für die größten Schlagzeilen sorgte Kournikova abseits des Center Courts. Nach einer kurzen Ehe mit NHL-Star Sergej Fedorow ist sie aktuell mit Popstar Enrique Iglesias liiert
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Susen Tiedtke, Ex-Leichtathletin: Die deutsche Weitspringerin stand meist im Schatten von Heike Drechsler. Zwei DM-Titel 1993 und 1997 sind ihre größten Erfolge
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