Warnecke kritisiert DSV-Verbandsspitze

SID
Freitag, 12.08.2011 | 14:12 Uhr
Bild aus erfolgreichen Zeiten: Warnecke im Jahr 2005 mit der Gold-Medaille im 50m Brustschwimmen
© Getty
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Im Streit um das schwache Abschneiden der deutschen Schwimmer bei der WM in Shanghai gerät die Spitze des DSV nach scharfer Kritik von Ex-Weltmeister Mark Warnecke unter Druck.

Im Streit um das schwache Abschneiden der deutschen Schwimmer bei der WM in Shanghai gerät die Spitze des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) unter Druck. "In der Verbandsspitze wollen sie Karriere machen und vernachlässigen den Sport", sagte Ex-Weltmeister Mark Warnecke der Tageszeitung "Die Welt": "Wir haben im Verband ein kommunikatives Problem, es gibt Kompetenzstreitigkeiten."

Die Verbandsspitze ging dagegen auf Tauchstation und wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Sowohl DSV-Präsidentin Christa Thiel als auch Generalsekretär Jürgen Fornoff lehnten einen Kommentar ab. Sportdirektor Lutz Buschkow war bis Freitagmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die deutschen Beckenschwimmer hatten bei der WM so schlecht wie seit 1973 nicht mehr 1973 abgeschnitten. Britta Steffen sorgte mit ihrer angeblich nicht abgestimmten "Flucht" nach einem enttäuschenden Abschneiden zudem für einen handfesten Eklat. Einzige Ausnahme: Steffens Freund Paul Biedermann, der dreimal Bronze holte.

Warnecke: "Seilschaften bei Ost und West''

Der 2007 zurückgetretene Brustschwimmer Warnecke kritisierte auch das fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl im deutschen Team."Es gibt weiterhin Seilschaften bei Ost und West, vor allem unter den Trainern", sagte er: "Das wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen."

Lediglich Bundestrainer Dirk Lange äußerte sich zu der Kritik. "Ich beziehe das nicht auf mich oder bestimmte Personen", sagte Lange: "Er spricht aus langer Erfahrung, aber das ein oder andere hat sich geändert, seitdem er nicht mehr da ist. Tendenzen sind aber zu sehen."

Eklatante Fehler in der Vorbereitung

Bereits am Donnerstag hatte eine Analyse des DSV-Referenten Klaus Rudolph für Aufregung im Verband gesorgt. Dieser hatte in einer 17-seitigen Ausarbeitung dem DSV schwere Vorwürfe gemacht und von eklatanten Fehlern in der Vorbereitung gesprochen.

Zudem sei nur Biedermann in der Lage, bei den Olympischen Spielen 2012 in London um Gold zu schwimmen.

Thiel hatte betont, dass es sich nicht um eine Verbandsanalyse handele und Rudolph diese aus eigenem Antrieb erstellt habe. Zudem unterstellte die Präsidentin dem Mitglied im Ausschuss für Lehrwesen ein "gewisses Sendungsbewusstsein."

Das Präsidium beschäftigt sich erstmals bei seiner Tagung am 26. und 27. August in Wiesbaden mit den Ergebnissen der WM. Richtig analysiert werde dann auf einer Auswerte-Tagung vom 2. bis zum 4. September in der Nähe von Stuttgart.

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