Bei Kurzbahn-WM in Dubai

Biedermann holt WM-Gold, Lochte Weltrekorde

SID
Freitag, 17.12.2010 | 18:53 Uhr
Paul Biedermann gewann bei der Kurzbahn-WM in Dubai über 400 m Freistil die Goldmedaille
© Getty
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Paul Biedermann spreizte Zeige- und kleinen Finger zur Heavy-Metal-Geste und streckte seine Zunge in die Kamera: Deutschlands Schwimm-Star hat es allen Kritikern gezeigt und sich bei der Kurzbahn-WM in Dubai den Titel über 400 m Freistil gesichert.

"Das ist doch noch ein geiler Jahresabschluss", sagte Biedermann erleichtert. Es war die erste Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in der Wüste - und gleich die goldene.

Auf Außenbahn acht triumphierte Biedermann, der im Vorlauf nur mit Mühe und Glück dem vorzeitigen Aus entronnen war. "Die haben alle schon gedacht, dass ich nichts drauf habe. Mein Trainer Frank Embacher hat mir nach dem Vorlauf gesagt, dass ich nun eben zaubern muss. Das ist mir geglückt", sagte der 24-Jährige aus Halle/Saale und konnte endlich wieder strahlen.

In 3:37,06 Minuten verwies Biedermann auf seiner Weltrekordstrecke den Russen Nikita Lobinzew (3:37,84) und Oussama Mellouli aus Tunesien (3:38,17) auf die Plätze zwei und drei und sicherte sich drei Wochen nach EM-Gold auch den WM-Titel. "Ich bin mein Rennen geschwommen. Das hat sich ausgezahlt. Diesmal sind die anderen eingebrochen", erklärte Biedermann.

Biedermann: "Heavy Metal ist mein Ding"

Für Biedermann und den DSV war es der lang ersehnte Befreiungssschlag. Über 200 m Freistil als Fünfter sowie mit der Staffel als Vierter hatte Biedermann noch eine Medaille verpasst. Zu seiner Siegergeste meinte er: "Heavy Metal ist halt mein Ding. Das spornt mich an."

Bundestrainer Dirk Lange hatte zuvor noch ein ernüchterndes Zwischenfazit gezogen. "Wir befinden uns im Sturm und in rauer See. Das ist ein Vorgeschmack auf die Langbahn-WM im nächsten Jahr in Schanghai und Olympia 2012 in London", sagte Lange: "Es hilft nichts. Unsere Athleten müssen durchs Feuer und durch Schlachten gehen." Das hat Biedermann beherzigt.

Deibler und Koch Vierte

Vierfach-Europameister Steffen Deibler verpasste dagegen im Freistilsprint als Vierter (20,97) eine Medaille. Zuvor war der 23 Jahre alte Hamburger über seine Weltrekordstrecke 50 m Schmetterling als Schnellster (22,57) ins Finale am Samstag eingezogen. Sein Bruder Markus verzichtete auf einen Start über 200 m Lagen, um sich auf die halbe Distanz zu konzentrieren.

Wie Steffen Deibler belegte auch Europameister Marco Koch über 200 m Brust den undankbaren vierten Platz (2:05,15). Theresa Michalak wurde über 100 m Lagen Fünfte (59,97). Für den Leipziger Stefan Herbst war über 50 m Rücken (24,01) als 14. im Halbfinale Endstation.

Zweifach-Weltrekord von Lochte

Für den zweiten Weltrekord innerhalb von 24 Stunden sorgte US-Boy Ryan Lochte. Über 200 m Lagen blieb Lochte in 1:50,08 Minuten 1,47 Sekunden unter der alten Bestmarke des Südafrikaners Darian Townsend.

Zuvor hatte Lochte, für den es der dritte Titel in Dubai war, über die doppelte Distanz den ersten Weltrekord nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge zu Beginn dieses Jahres aufgestellt.

Deutsche Männer-Staffel verpasst Medaille

 

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