Six Nations: Jan Lüdeke Kolumne

"…über den wird sich das Maul zerrissen"

Von Jan Lüdeke
Freitag, 17.03.2017 | 12:04 Uhr
Für Wales geht es am letzten Spieltag der Six Nations
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Die Six Nations 2017 gehen am Samstag in den letzten Spieltag (ab 13.30 Uhr live auf DAZN), und auch wenn der Titel schon vergeben ist - es stehen noch spannende Entscheidungen inklusive eines möglichen Weltrekords an. SPOX-Rugby-Kolumnist Jan Lüdeke gibt seine Einschätzungen zu den letzten Paarungen ab, lobt die Engländer, und fordert einen erneuten Abstiegsmodus. Vor allem Italien fehle es an der nötigen Klasse für die Six Nations.

Irgendwie ist die Zeit wie im Flug vergangen. Es steht schon wieder das letzte Wochenende der Six Nations vor der Tür. Und es könnte Historisches passieren: Sollte England auch sein abschließendes Spiel in Dublin gewinnen, würde das einen neuen Weltrekord bedeuten. 19 Siege in Folge hat noch keine Nation geschafft, die berühmten All Blacks aus Neuseeland hatten den amtierenden Rekord von 18 erst im vergangenen Jahr aufgestellt.

Bevor ich mich um den letzten Spieltag kümmere, möchte ich aber einmal kurz weggehen vom 15er Rugby und eine Szene vom vergangenen Wochenende aus dem 7er Rugby aufgreifen. Da lief im Rahmen der World-7s-Series in Vancouver das Spiel zwischen dem Olympiasieger Fiji und Samoa. Der Samoaner Lafaele Va'a war verletzt am Boden liegengeblieben, sein Gegenspieler Vatemo Ravouvou merkte das und blieb bei Va'a, bis der ärztlich versorgt wurde. Das ganze übrigens, während das Spiel weiter lief.

Das Schöne daran: Das ist beim Rugby längst kein Einzelfall. Ich denke, so ziemlich jeder Profi würde reagieren, wie es Ravouvou getan hat. Denn: Rugby builds character - und das wie kein anderer Sport der Welt!

England? Ein wahres Offensivspektakel

Damit zurück zum 15er Rugby und den Six Nations. England ist vorzeitig erneut Champion, eindrucksvoller als mit diesem 61:21 über Schottland hätte die Mannschaft von Coach Eddie Jones das wohl nicht machen können. England hat erstmals ein wahres Offensivspektakel abgefeuert.

Das war schon Wahnsinn, was vor allem Jonathan Joseph abgeliefert hat - da hat sich einer auf den Notizzettel von Warren Gatland gebracht. Der ist Coach der British & Irish Lions, die alle vier Jahre mit den besten Spielern aus England, Schottland, Wales und Irland auf Tour gehen. Dieses Jahr nach Neuseeland. Auch deswegen werden übrigens am letzten Wochenende alle Spieler Vollgas geben, es ist vielleicht die letzte Möglichkeit, auf ganz großer Bühne Pluspunkte zu sammeln.

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England also ist schon Champion, es geht aber um den angesprochenen Weltrekord, wenn am Samstagabend das lange erwartete Topspiel in Dublin steigt. Die Iren waren für viele (auch für mich) der Topfavorit auf den diesjährigen Turniersieg, haben insgesamt allerdings enttäuscht. Aber sie werden am Samstag nochmal alles in den Ring schmeißen, sie wollen dem Erzrivalen nicht den Rekord geben, nicht in ihrem eigenen Wohnzimmer.

Und auch den erneuten Grand Slam wollen sie England nicht geben. Noch dazu ist Irland ja die Mannschaft, die im vergangenen Herbst die Siegesserie von Neuseeland unterbrochen hat. Ob sich Geschichte da wiederholt? Den Iren wird freilich der verletzte Conor Murray fehlen. Ich bin gespannt, wie sich Kieran Marmion als Ersatz präsentiert.

Frankreich gegen Wales wie ein WM-Finale

Frankreich gegen Wales wird ein Spiel, in das beide Mannschaften gehen, als wäre es ein WM-Endspiel. Beide waren die großen Fragezeichen vor dem Turnier, beide haben teilweise überzeugt, teilweise nicht. Wer die Six Nations mit drei Siegen beenden wird, der wird letztlich zufrieden sein (und wohl auch von der heimischen Presse in Ruhe gelassen werden). Wer verliert, über den wird sich wieder das Maul zerrissen werden.

Ich sehe aufgrund des Heimspiels leichte Vorteile für Frankreich, auch wenn die Waliser nach dem furiosen Sieg über Irland mit ungeheurem Selbstvertrauen kommen werden. Schottland gegen Italien dürfte mal wieder eine deutliche Angelegenheit werden - und das könnte den Schotten die beste Platzierung seit Bestehen der Six Nations (bevor Italien 2000 mit aufgenommen wurde, gab es die Five Nations, deren letzte Ausgabe die Schotten 1999 gewinnen konnten) bescheren. Noch nie war Schottland besser als Rang drei.

Um das dieses Mal zu erreichen, muss das Team mit Bonuspunkt gewinnen (was gegen diese Italiener eigentlich ein Muss ist), dazu darf Irland nicht gegen England gewinnen und im Idealfall für Schottland sollte Wales ohne Bonuspunkt in Paris gewinnen. Rechenspiele also.

Das waren geile Six Nations

Alles in allem kann ich schon jetzt sagen: Das waren geile Six Nations. Die europäischen Nationen haben ihre Lehren aus dem Desaster bei der WM 2015 gezogen (keiner schaffte es ins Halbfinale, da gab es eine reine Südhemisphären-Party) und haben mächtig an Niveau zugelegt.

Vor allem die Engländer sind auf einem guten Weg. Schottland, Wales und Frankreich sind im Kommen. Bei den Iren stellen sich viele Leute die Frage: Wurde diese Mannschaft nach dem Sieg über die All Blacks im Herbst zu sehr gehypt, oder hat sie einfach bei den Six Nations nur nicht ihre Topform abrufen können? Auf jeden Fall werfen die Iren die größten Fragen auf.

Und Italien: scusate, aber ihr habt nicht mehr das Niveau für die Six Nations. Und ich weiß auch nicht, wie sich das ändern soll. Ich hatte es an dieser Stelle ja schon einmal gefordert: Die Six Nations brauchen endlich Auf- und Abstieg.

Bis zum nächsten Mal!

Euer Jan Lüdeke

Jan Lüdeke, geboren am 1. Juni 1985, verliebte sich vor vielen Jahren während eines Irland-Urlaubs in Rugby und spielte später einige Jahre als Dritte-Reihe-Stürmer für den Zweitligisten Studentenstadt Rugby München. Hofft, durch die vielen Rugby-Übertragungen auf DAZN den schönsten und ehrlichsten Sport der Welt auch vielen deutschen Sportfans näher zu bringen.

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