Rugby: DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm im Interview

"Noch hat das Rugby kein Problem"

Von Interview: Felix Keil
Mittwoch, 01.02.2017 | 18:34 Uhr
Manuel Wilhelm will den DRV in die Zukunft führen
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Manuel Wilhelm hat elf Jahre für die deutsche Nationalmannschaft gespielt. Seit Anfang des Jahres ist er Sportdirektor beim Deutschen Rugby-Verband. Im Interview mit SPOX spricht er über das Six Nations, die Sicherheitsdebatte im Rugby und darüber, in welchen Bereichen der Sport hierzulande noch hinterherhinkt.

SPOX: Herr Wilhelm, was macht für Sie die Faszination Six Nations aus?

Manuel Wilhelm: Für mich ist das Sechs-Nationen-Turnier das großartigste Rugby-Event auf dem Planeten. Begründet liegt das einerseits in der jahrhundertealten Tradition, andererseits in der Unberechenbarkeit der letzten Jahre. Die Mannschaften liegen so eng zusammen, dass nicht klar vorauszusagen ist, wer den Titel am Ende einfährt.

SPOX: Das Niveau wird immer höher.

Wilhelm: Richtig. Seit der Professionalisierung im Rugby 1995 ist unglaublich viel passiert. Und mit den erfolgreichen World Cups - zuletzt 2015 in England - ist der Sport immer mehr zu einem Weltspiel geworden. Dazu kam dann noch der erfolgreiche Start bei den Olympischen Spielen.

SPOX: Aufmerksamkeit, Geld und immer mehr Fans sind die Folge.

Wilhelm: Es haben viele Nationen bemerkt, was für ein toller Sport Rugby ist. Somit ist auch immer mehr Geld im System. Dadurch haben es viele Verbände geschafft, ihre Programme zu professionalisieren und den Anschluss zur Weltspitze herzustellen. Dafür ist Italien ein gutes Beispiel. Die Italiener sind noch nicht lange beim Six Nations dabei, haben sich aber schon gut etabliert.

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SPOX: Wen sehen Sie in diesem Jahr vorne?

Wilhelm: Diese Frage stelle ich mir schon seit einigen Tagen. (lacht) Vor zwei Wochen habe ich mal gesagt, dass es jemand macht, den keiner auf dem Zettel hat: die Franzosen. Jetzt ist aber ein Schlüsselspieler ausgefallen (Wesley Fofana, Anm. d. Red). An einen Grand Slam wie im letzten Jahr glaube ich nicht, aber die Engländer werden am Ende knapp die Nase vorne haben.

SPOX: Wie schätzen Sie die anderen Teams ein?

Wilhelm: Die Triple Crown geht wohl auch an England. Aber es wird definitiv nicht so eindeutig werden wie 2016. Die Schotten sind sehr stark aufgekommen, die Waliser hatten zuletzt ein Tief, haben aber mit ihren Provinzen richtig stark gespielt. Irland hat kürzlich die All Blacks geschlagen. Ich glaube, das sagt alles über die Qualität der Mannschaft. Die Franzosen haben eine starke November-Test-Serie gespielt. Ich kann nur sicher sagen, dass die Italiener nicht gewinnen werden, aber bei allen anderen kann ich es mir vorstellen.

SPOX: Vor einem solchen Turnier muss man natürlich auch über die Sicherheitsdebatte sprechen, die im Rugby aktuell die Schlagzeilen beherrscht.

Wilhelm: Es bleibt nicht aus, dass die Spieler immer athletischer, stärker und schneller werden. Dadurch sind die Kontaktsituationen - es ist immerhin eine Kollisionssportart - im Vergleich zu vor 20 Jahren immer heftiger geworden. Noch hat das Rugby kein Problem, der Weltverband hat zur richtigen Zeit reagiert und in Sachen Aufklärung des medizinischen Personals und mit Sicherheitsregeln für die Spieler, die auch sehr konsequent umgesetzt werden, die richtigen Schritte gemacht. Natürlich gibt es da immer wieder kleinere Ausnahmen.

SPOX: Nicht jeder Spieler ist überzeugt, es gibt auch Kritik.

Bonuspunkte für mehr Action? SPOX erklärt das Six Nations

Wilhelm: Rugby wird natürlich nicht zu einer weichen Sportart, sondern zu einer sichereren. Genau solche Situationen, wie wir sie etwa im Football haben, gilt es zu vermeiden. Wobei ich sagen muss, dass die Techniken aufgrund des fehlenden Schutzes schon immer so waren, dass man gelernt hat zu tacklen und zu fallen, ohne sich zu verletzen, ähnlich wie beim Judo.

SPOX: Im Jugend-Eishockey sind Bodychecks teilweise verboten. Ist so ein Schritt für das Rugby auch vorstellbar?

Wilhelm: Im Kinder-Rugby ganz klar nicht, denn da ist diese Dynamik einfach noch nicht gegeben. Es besteht dort kein gesteigertes Verletzungsrisiko, auch nicht im Vergleich zu anderen Sportarten, beispielsweise im Fußball. Von daher sehe ich da keinen Handlungsbedarf. Aber ganz klar ist natürlich, dass die Kinder gut ausgebildet werden müssen, damit sie lernen, richtig zu fallen, zu tacklen, zu drücken und zu springen, wie es in anderen Kontaktsportarten auch der Fall ist.

SPOX: Sie haben selbst jahrelang Rugby gespielt und bekleiden nun einen Funktionärsposten. Haben Sie dadurch einen anderen Blick auf die Debatte?

Wilhelm: Mit der gestiegenen Professionalisierung des Sports ist natürlich auch die medizinische Abteilung immer besser geworden. Was ich früher gemacht habe, etwa mit schlecht ausgeheilten Verletzungen wieder aufzulaufen, das geht heute gar nicht mehr. Von daher denke ich, dass die Spieler heute bei den Ärzten und Physios in guten Händen sind. Als Außenstehender kann ich nur bewundern, was die Akteure heute im Stande zu leisten sind. Das zeigt, wie hart sie dafür trainieren und ich kann nur noch einmal betonen, dass wir auf einem guten Weg sind, Rugby zu einem sichereren und gleichzeitig attraktiveren Sport zu machen

SPOX: Also sehen Sie den Vorwurf, dass Spieler leichtsinnig handeln, als falsch an?

Wilhelm: Eine oder zwei unrühmliche Aktionen bei den Tausenden von Spielen an jedem Wochenende bleiben nicht aus. Da war zum Beispiel George North bei Northampton, der zuletzt in der Öffentlichkeit stand, als er sich nach einem Tackling einem Kopfverletzungs-Gutachten unterziehen musste und trotz einer offensichtlichen Verletzung weiterspielte. Klar, das war keine gute Aktion, aber vor fünf Jahren hätte darüber noch keiner gesprochen. Dadurch sieht man aber auch, wie viel sensibilisierter Spieler, Coaches und die Medien reagieren - und das ist auch richtig so.

Seite 1: WIlhelm über das Six Nations und die Sicherheitsdebatte

Seite 2: Wilhelm über den Stellenwert von Rugby in Deutschland und die Nationalmannschaft

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