Mittwoch, 14.07.2010

Tour de France, 10. Etappe

Paulinho siegt - Schwarzer Tag für Frankreich

Lance Armstrongs Teamkollege Sergio Paulinho hat die zehnte Etappe gewonnen. Die Favoriten kamen bei der Bummeletappe zeitgleich ins Ziel (das Ergebnis der 10. Etappe). Auch Cadel Evans hielt mit seinen gebrochenen Ellenbogen durch.

Die französischen Fahrer um Thomas Voeckler hatten am Nationalfeiertag keinen Grund zur Freude
© Getty
Die französischen Fahrer um Thomas Voeckler hatten am Nationalfeiertag keinen Grund zur Freude

Trübsal statt Party: Lance Armstrongs Helfer Sergio Paulinho hat der stolzen Grande Nation den Nationalfeiertag vermiest und die zehnte Etappe der Tour de France gewonnen. Der Portugiese setzte sich nach 179 km von Chambery nach Gap im Fotofinish vor dem Weißrussen Wassili Kiryjenka durch.

Dritter wurde der Belgier Dries Devenyns vor dem Franzosen Pierre Rolland. Das Hauptfeld mit Spitzenreiter Andy Schleck erreichte mit über 14 Minuten Rückstand im Bummeltempo das Ziel.

Am letzten Anstieg vor Gap, dessen Abfahrt 2003 durch Lance Armstrongs Cross-Einlage über eine Bergwiese berühmt geworden war, setzte das Spitzenduo die entscheidende Attacke. Die Franzosen warten derweil seit 2005 auf einen Sieg an ihrem Tag. Vor fünf Jahren gewann Bergspezialist David Moncoutie in Digne-les-Bains.

Sextett bestimmte die Etappe

Nach den schweren Alpenetappen nutzten die Rundfahrt-Favoriten den Tag zur aktiven Erholung und rollten Seite an Seite über den Zielstrich. Im Gesamtklassement liegt Andy Schleck weiter 41 Sekunden vor Vorjahressieger Alberto Contador. Dessen spanischer Landsmann Samuel Sanchez ist bei einem Rückstand von 2:45 Minuten Dritter.

Nach mehren Versuchen hatte sich eine zunächst vierköpfige Spitzengruppe gebildet - zunächst ohne französische Beteiligung. Erst nach einigen Kilometern schlossen Maxime Bouet und Rolland auf, um die Sieg-Chancen am Feiertag zu wahren. Die Fahrer im Hauptfeld ließen das Sextett ziehen und gewährtem ihm einen konstanten Vorsprung von etwa elf Minuten.

Evans beißt auf die Zähne

Weltmeister Cadel Evans biss trotz seines Ellbogenbruchs die Zähne zusammen und setzte die Tour fort. Am Dienstag hatte der Australier über acht Minuten verloren und musste das Gelbe Trikot nach nur einer Etappe an Andy Schleck abgeben. Evans fuhr mit bandagiertem Ellbogen mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Die deutschen Milram-Profis verpassten die Fluchtgruppe ebenfalls, dafür drangen beim Thema Sponsorensuche gute Nachrichten durch. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll nun ein Radhersteller aus dem Ausland Interesse an einem Engagement signalisiert haben. Auch ein Unternehmen aus der Finanzbranche sowie ein Hersteller für Nahrungsergänzungsmittel hätten über einen Mittelsmann bei Teamchef Gerry van Gerwen angefragt.

Wieder Ärger für Armstrong

Mit weitaus unangenehmeren Nachrichten sah sich wieder einmal Lance Armstrong konfrontiert. Nach Informationen der New York Times wurden mehrere Zeugen schriftlich von US-Behörden vorgeladen, um vor einer Jury auszusagen. Chefermittler Jeff Novitzky untersucht Betrugs- und Verschwörungsvorwürfe gegen Mitglieder der früheren Armstrong-Equipe US Postal.

Floyd Landis, der mit seinem Geständnis den Fall ins Rollen gebracht hatte, ist nach Informationen der Zeitung nicht unter den Geladenen. Dafür wurden andere Fahrer kontaktiert, unter ihnen auch Teilnehmer der diesjährigen Tour de France. Zwei frühere US-Postal-Angestellte sollen vor Novitzky bereits umfassend über Doping bei dem Rennstall ausgesagt haben.

Massensprint am Donnerstag?

Am Donnerstag schlägt wieder die Stunde der Sprinter. Die 184,5 km lange Etappe von Sisteron nach Bourg-les-Valence weist nur einen Anstieg der dritten Kategorie auf.

Da die schnellen Männer nur noch wenige Chancen auf einen Tagessieg haben werden, wird mit einem Massensprint gerechnet.

Die Trikotträger nach der heutigen Etappe:

Gesamtwertung: Andy Schleck (SAX)

Sprinter: Thor Hushovd (CTT)

Bester Jungprofi: Robert Gesink (RAB)

Bergtrikot: Jerome Pineau (QST)

Auf Seite 2 gibt's das Rennen im Re-Live zum Nachlesen

Torsten Adams

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