Donnerstag, 14.01.2016

Martin träumt von Gelb beim Heimspiel

2017: Auftaktzeitfahren in Düsseldorf

Tony Martin bietet sich bei der Tour de France 2017 die große Chance auf das Gelbe Trikot vor heimischen Publikum. Die Frankreich-Rundfahrt startet in anderthalb Jahren mit einem 13 km langen Einzelzeitfahren durch Düsseldorf. "Düsseldorf wird die weltweite Hauptstadt des Radsports sein", sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme.

Tony Martin hofft, bei der Tour 2017 vor heimischen Publikum um das Gelbe Trikot zu fahren
© getty
Tony Martin hofft, bei der Tour 2017 vor heimischen Publikum um das Gelbe Trikot zu fahren

Die Chance ist einmalig, die Erfolgsaussichten sind grandios: Am Düsseldorfer Rheinufer darf der deutsche Radprofi Tony Martin bei der Tour de France 2017 vor heimischen Publikum um einen der wichtigsten Siege seiner Karriere kämpfen.

Tour-Direktor Christian Prudhomme präsentierte am Donnerstag in Paris die Streckenführung der Auftaktetappe der 104. Frankreich-Rundfahrt - und legte Martin das Gelbe Trikot mit einem 13 km langen Einzelzeitfahren durch Düsseldorf auf das Silbertablett.

"Ich freue mich sehr. Es wird für die Saison 2017 eines meiner großen Ziele, mit um das Gelbe Trikot zu fahren", sagte Martin dem SID. Der Kurs ist dem dreimaligen Weltmeister wie auf den Leib geschneidert.

Nach dem Start an der Düsseldorfer Messe und führt er flach entlang des Rheinufers, ehe Deutschlands längster Fluss zweimal überquert wird. Anschließend geht es für Martin und Co. über die Prachtmeile Königsallee in Richtung Altstadt, dann verläuft die Strecke zum Ziel an der Messe.

"Gigantische Party"

Martin, der von einer "gigantischen Party" in Düsseldorf ausgeht, könnte dort im vierten Anlauf endlich ein Auftaktsieg in seiner Paradedisziplin beim wichtigsten Radrennen der Welt gelingen, nachdem er diesen bei den Prologen in Rotterdam (2010) und Lüttich (2012) sowie beim Auftaktzeitfahren in Utrecht (2015) verpasst hatte.

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Doch auf den deutschen Straßen geht es für Martin, aber auch die erfolgreichen Sprinter wie Marcel Kittel (Arnstadt/Etixx), André Greipel (Rostock/Lotto-Soudal) oder John Degenkolb (Gera/Giant-Alpecin) um mehr als Etappensiege.

Sie alle haben die Möglichkeit, mit guten Auftritten die Herzen der durch die Doping-Skandale der Vergangenheit lange vergraulten deutschen Fans endgültig zurückerobern.

Die Vorarbeit haben sie bereits geleistet. Seit 2011 feierten deutsche Fahrer 24 Tageserfolge beim wichtigsten Radrennen der Welt - keine Nation war erfolgreicher.

Aufschwung im deutschen Radsport

Martin gewann seit 2011 fünf Etappen und eroberte im Vorjahr erstmals Gelb, der gebürtige Cottbuser hat so einen entschiedenen Anteil am zu erkennenden Aufschwung des in Deutschland lange Zeit dahinsiechenden Radsports. Ein Triumph in Düsseldorf würde diesen nochmals beschleunigen.

Der Grand Départ am Rhein soll verändern helfen. "Wir hoffen, dass damit vielleicht eine positive Lawine losgetreten wird, dass wieder mehr Rennen kommen werden, die Deutschland-Tour wieder kommt, ein reines deutsches, erstklassiges Team entstehen wird", sagte Martin, denn nach seiner Ansicht "ist noch sehr viel Potenzial da".

Die zweite Etappe der Tour 2017 beginnt im Düsseldorfer Stadtzentrum und führt zunächst nach Osten, in Grafenberg wartet die erste Bergwertung der Frankreich-Rundfahrt. Nach einem Abstecher nach Erkrath und Mettmann fährt das Feld zurück nach Düsseldorf. Der weitere Verlauf ist noch nicht bekannt, er soll erst bei der Streckenpräsentation im Oktober verkündet werden.

Möglicherweise kommt dieser Abschnitt den deutschen Sprintern entgegen. Spekuliert wird zum einen über eine Streckenführung Richtung Niederlande, zum anderen wären Bad Homburg, Mannheim oder der Nürburgring gerne als Etappenorte dabei.

"Ich glaube fest daran, dass das auf jeden Fall ein Spektakel wird. Ich denke auch, dass sich einige Leute umgucken werden, was da abgeht", sagte Kittel dem SID. Auch Tony Martin kann es kaum erwarten.


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