Pionierarbeit auf zwei Rädern

Teklehaimanot begeistert Afrika

SID
Montag, 13.07.2015 | 12:16 Uhr
Daniel Teklehaimanot sorgt bei der Tour de France für Furore und in Afrika für Jubel
© getty
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Der afrikanische Radsport rückt bei der Tour de France dank Daniel Teklehaimanot in den Fokus. Sogar der Gesamtführende Christopher Froome ist angetan vom Träger des Bergtrikots - und prophezeit dem Radsport in Afrika eine goldene Zukunft.

Am ersten Ruhetag der 102. Tour de France verstummte der Jubel in den Straßen Asmaras. Seit Tagen hatten sich die Einwohner der Hauptstadt Eritreas zu Hunderten in Straßenlokalen oder Kinos versammelt und die Auftritte ihres Volkshelden Daniel Teklehaimanot enthusiastisch gefeiert. Der genoss wie das gesamte Peloton nach neun Renntagen am Montag seine wohlverdiente Pause.

Im fernen Frankreich, einer anderen und für viele Landsleute unerreichbaren Welt, erfüllt der erste Tour-Teilnehmer aus Schwarzafrika mehr als nur eine ganze Nation mit Stolz. "Die Euphorie in Afrika ist unglaublich groß. Die Tour de France wird in 42 afrikanischen Ländern live übertragen. Da entsteht ein richtiger Hype, gerade wenn Afrikaner richtig gut fahren", sagte Jens Zemke, Sportlicher Leiter bei Teklehaimanots südafrikanischen Team MTN-Qhubeka, im ARD-Hörfunk.

"Erfüllung eines Kindheitstraums"

Und Teklehaimanot fährt richtig gut. Seit der sechsten Etappe trägt der 26-Jährige das Trikot des besten Bergfahrers, es ist die "Erfüllung eines Kindheitstraums". Auch wenn er das "Gepunktete" am Dienstag in den Pyrenäen wohl verlieren wird, hat Teklehaimanot Pionierarbeit geleistet.

Der Radsport in Afrika entwächst den Kinderschuhen, auch wenn die strukturellen Probleme noch immer vielfältig sind. Doch das Potenzial auf dem Schwarzen Kontinent ist enorm. "Ich halte Athleten aus Ostafrika für die besten Ausdauersportler der Welt. Es wird nicht allzu lange dauern, bis sie echte Resultate erzielen", sagt etwa der in Kenia geborene Brite Christopher Froome.

Der aktuelle Träger des Gelben Trikots hat eine besondere Beziehung zu Afrika und seinen Einwohnern, er kennt die Gegebenheiten vor Ort aus eigener Erfahrung und dem Einsatz bei gemeinnützigen Programmen. "Es geht dort ein bisschen wie im Wilden Westen zu", sagt Froome.

MTN-Qhubeka glänzt sportlich und sozial

Das Vorzeigeprojekt ist das Team MTN-Qhubeka, das dank einer Wildcard erstmals an der Tour de France teilnimmt. "Qhubeka", zu deutsch "voranbringen", ist eine Stiftung, die Kinder und Jugendliche in ländlichen Regionen Südafrikas mit kostenlosen Fahrrädern versorgt. "Die Kinder laufen teilweise anderthalb Stunden zu Fuß zur Schule. Das wollen wir erleichtern", sagte Zemke: "Bei uns zählen vorrangig nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die sozialen Aspekte."

Auf den Straßen Asmaras wird es am Dienstag mit Sicherheit wieder laut. Bei der ersten Bergankunft der Tour 2015 in La Pierre-Saint-Martin werden die Kameras auch auf Teklehaimanot gerichtet sein. Und wenn das Tour-Spektakel in knapp zwei Wochen beendet ist, ist eine große Parade zu Ehren Teklehaimanots und seines ebenfalls in Frankreich fahrenden Landsmanns Merhawi Kudus geplant. Das soll Staatspräsident Isayas Afewerki in seiner Entzückung jedenfalls bereits angekündigt haben.

Afewerki, 69, führt sein Land seit 18 Jahren autoritär und mit harter Hand. Teklehaimanot und Kudus können bei der Tour auch dank spezieller Ausreisegenehmigungen teilnehmen. Den Radsport bringen sie voran, alle Probleme in ihrer Heimat können sie aber nicht lösen.

Tour de France 2015: Die Gesamtwertung

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