"Da fällt mir nur das F-Wort ein"

Astanas Tour-Start erzeugt Frust

SID
Donnerstag, 02.07.2015 | 15:19 Uhr
Der Start von Astana sorgt für Kritik
© getty
Advertisement
NBA
Warriors @ Grizzlies
WTA Championship Women Single
WTA Finals Singapur: Tag 1
BSL
Fenerbahce -
Gaziantep
If Stockholm Open Men Single
ATP Stockholm: Finale
Kremlin Cup Men Single
ATP Moskau: Finale
European Open Men Single
ATP Antwerpen: Finale
ACB
Real Madrid -
Malaga
NBA
Hawks @ Nets
NHL
Canucks @ Red Wings
WTA Championship Women Single
WTA Finals Singapur: Tag 2
NBA
Warriors @ Mavericks
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 3
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Neptunas
Basketball Champions League
Bonn -
Nymburk
NHL
Oilers @ Penguins
NBA
Knicks @ Celtics
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 4
Basketball Champions League
Olimpija -
Bayreuth
Basketball Champions League
Oldenburg -
Karsiyaka
NBA
Pacers @ Thunder
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 5
European Championship
European Darts Championship: Tag 1
NBA
Celtics @ Bucks
NHL
Stars @ Oilers
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Viertelfinale
European Championship
European Darts Championship: Tag 2 -
Session 1
European Championship
European Darts Championship: Tag 2 -
Session 2
Pro14
Connacht -
Munster
Premiership
Sale -
Exeter
NBA
Thunder @ Timberwolves
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Halbfinale
European Championship
European Darts Championship: Tag 3
NBA
Cavaliers @ Pelicans
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Finale
European Championship
European Darts Championship: Tag 4 -
Session 1
BSL
Galatasaray -
Fenerbahce
Premiership
Bath – Gloucester
ACB
Valencia -
Gran Canaria
European Championship
European Darts Championship: Tag 4 -
Session 2
NBA
Spurs @ Pacers
NHL
Ducks @ Hurricanes
NHL
Bruins @ Blue Jackets
NBA
Spurs @ Celtics
Basketball Champions League
Aris -
Bonn
Champions Hockey League
Mannheim -
Brynäs
Champions Hockey League
Bern -
München
NBA
Thunder @ Bucks
Basketball Champions League
Ventspils -
Ludwigsburg
Basketball Champions League
Banvit -
Bayreuth
Basketball Champions League
EWE Baskets -
Murcia
NBA
Bulls @ Heat

Im Jahr 2014 gab es fünf positive Dopingtests im Umfeld des kasachischen Teams Astana, dennoch geht die Equipe von Titelverteidiger Vincenzo Nibali bei der Tour de France an den Start. Ein schlechtes Zeichen.

Das Treiben auf dem Parkplatz des Astana-Teamhotels in Utrecht erweckte den Anschein der Normalität. Im Morgenlicht polierten Helfer die himmelblauen Mannschaftswagen der kasachischen Equipe auf Hochglanz, Mechaniker justierten High-Tech-Rennräder mit geschickten Handgriffen - Vorbereitungen auf den Grand Départ der 102. Tour de France am Samstag in den Niederlanden.

Normal sind diese alltäglichen Arbeiten im Falle Astana bei der Frankreich-Rundfahrt allerdings nicht, denn die Mannschaft des italienischen Titelverteidigers Vincenzo Nibali sollte gar nicht da sein. Fünf positive Dopingtests gab es im Vorjahr im Umfeld des Teams, das vom höchst umstrittenen Alexander Winokurow geleitet wird. Der fuhr einst bei der Tour mit Jan Ullrich um die Wette, wurde des Blutdopings überführt, und ist doch wie selbstverständlich Teil der Großen Schleife - als wäre nichts gewesen.

Der Weltverband UCI, der sich unter neuer Führung gern als Vorreiter im Anti-Doping-Kampf verkauft, strebte einen Ausschluss Astanas aus der World-Tour an. Es kam zu Beweisaufnahmen und Anhörungen, passiert ist letztlich wenig. Astana steht unter Beobachtung, behielt aber seine Lizenz. Ein Skandal. "Da fällt mir nur noch das F-Wort im Englischen oder das S-Wort im Deutschen ein", kommentierte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

"Es gibt ein paar fragwürdige Gestalten"

Zeitfahr-Ass Tony Martin vertritt eine Meinung, die unter den deutschen Radprofis weit verbreitet ist. "Es gibt ein paar fragwürdige Gestalten in diesem Team", so Martin. Dass sie bei der Tour starteten, sei kein gutes Zeichen für den Radsport.

Zweifel begleiten die Astana-Mannschaft, so wie sie die Tour und den gesamten Radsport begleiten. Und so liegt Martin richtig, wenn er sagt, dass "mit Sicherheit hinter jedem Sieg eines Astana-Fahrers ein großes Fragezeichen sein wird".

Dass Astana beim Giro d'Italia im Mai in den Bergen stets die meisten Fahrer an der Spitze hatte und der Italiener Fabio Aru nach einem Leistungstief zum Ende hin plötzlich wiedererstarkt die Anstiege hinaufflog, passt ins Bild. "Es war ganz große Kunst, was die Jungs da gemacht haben - wie auch immer", sagte Martin.

Bei den deutschen Radfahrern, die seit Jahren um ein besseres Image kämpfen, mischen sich Ratlosigkeit und Wut. "Man fragt sich, was muss noch passieren, damit die Lizenz entzogen wird", sagte etwa Top-Sprinter André Greipel. Simon Geschke, der für das deutsche Team Giant-Alpecin fährt und sich in Utrecht das Hotel mit Astana teilt, hofft, "dass sie genug kontrolliert werden".

Astana will "nur erfolgreich sein"

Kritik äußerte auch Ex-Profi Jörg Jaksche, der sich als Doping-Kronzeuge einen Namen gemacht hat. "Es gibt Teams, die versuchen, sauber und transparent zu leben und es gibt Teams wie Katjuscha und Astana, die es einfach nicht interessiert, die nur erfolgreich sein wollen", sagte er im ARD-Hörfunk.

Doping-Experten wie Perikles Simon kritisieren vor allem, dass frühere Doper wie im Fall Winokurow leitende Funktionen bekleiden. "Wenn die Teamleiter selber erlebt haben, wieviel schneller man mit einer sechswöchigen Epo-Kur fährt, wären sie doch verrückt, jetzt darauf zu verzichten", sagte Simon dem SID. Doping sei ein Lebenselixier.

Astana und seine Führung dürften solche Aussagen kaum interessieren. Am Donnerstagabend nahm die Mannschaft an der bunten Teampräsentation teil und schipperte mit einem Boot durch Utrecht. Die ausgelassene Stimmung war mit nichts zu begründen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung