Radsport

Kittel gewinnt Tour-Abschluss in Paris

SID
Marcel Kittel feierte seinen vierten Etappensieg bei der diesjährigen Tour
© getty

Marcel Kittel lieferte sein Meisterstück ab und sprintete zum Tour-Rekord, Vincenzo Nibali genoss das große Finale seiner dreiwöchigen Triumphfahrt: Für die deutschen Radprofis und den italienischen Gesamtsieger ist die 101. Tour de France am Sonntag glanzvoll zu Ende gegangen.

Während Kittel wie im Vorjahr zum Abschluss der prestigereiche Sieg auf den Champs Élysées in Paris gelang und er für das beste deutsche Abschneiden in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt sorgte, stand Nibali am Abend im Gelben Trikot auf dem Siegerpodest in der französischen Hauptstadt.

Für Nibali, den ersten italienischen Tour-Sieger seit Marco Pantani 1998, wurde die abschließende Tour d'Honneur zur erwarteten Freudenfahrt. Gleich zu Beginn der 137,5 km langen Etappe mit Start in Évry genehmigte sich der 29-Jährige mit seinem Astana-Teamkollegen das obligatorische Schlückchen Schampus.

Zudem posierte er mit den Trikotträgern Peter Sagan (Grün), Thibaut Pinot (Weiß) und Rafal Majka (Berg) an der Spitze des Pelotons für die Kameras. Spaßvogel Sagan klemmte dabei sogar sein rechtes Bein auf den Lenker von Nibalis gelbem Rad.

Die 21. Etappe im Überblick

Sprinterteams mit guter Arbeit

Nachdem es das Feld lange Zeit ruhig angehen ließ, wurde das Tempo erst auf den neun Runden auf den Champs Élysées angezogen, als eine Kunstflugstaffel die französischen Nationalfarben in den Himmel zeichnete.

Immer wieder setzten sich auf dem holprigen Prachtboulevard vereinzelt Fahrer ab, die aufgrund der Nachführarbeit der Sprinterteams aber allesamt rechtzeitig gestellt wurden.

Diese übernahmen auf den letzten Kilometern die Kontrolle und lieferten sich einen harten Kampf um die besten Positionen. Der Norweger Alexander Kristoff schien lange Zeit die besten Karten zu haben und ging als Führender auf die letzten Meter, ehe Kittel in einem fulminanten Schlussspurt das Kopf-an-Kopf-Duell doch noch zu seinen Gunsten entschied. André Greipel (Rostock/Lotto) musste sich mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Deutsche erfolgreich wie nie

Bereits am Samstag hatte Weltmeister Tony Martin in seiner Paradesdisziplin Zeitfahren für die Einstellung des deutschen Etappenrekordes gesorgt. In 1:06:21 Stunden zeigte der Quick-Step-Profi ein außergewöhnliches Rennen und erteilte der Konkurrenz eine echte Lehrstunde.

Der zweitplatzierte niederländische Zeitfahrmeister Tom Dumoulin wurde mit einem Rückstand von 1:39 Minuten deklassiert.

Für Martin war es nach seinem Soloritt auf der neunten Etappe der zweite Tagessieg bei der Tour 2014. Insgesamt kamen die deutschen Fahrer durch Kittel (4), Martin (2) und Greipel (1) auf sieben Siege - Rekord!

Jens Voigt reist ein letztes Mal aus

Von der großen Radsport-Bühne trat endgültig Jens Voigt ab. Nach seinem 17. Start ist für den Rekordteilnehmer endgültig Schluss, am Saisonende beendet der bald 43-Jährige vom Team Trek seine Karriere. "Ich merke, dass ich ans Limit komme. Irgendwann bemitleiden dich die Zuschauer, das möchte ich nicht erleben", sagte Voigt.

Der Mecklenburger hatte gleich zum Auftakt noch einmal im Rampenlicht gestanden, als er in Harrogate ins Bergtrikot fuhr. Auf den Champs Élysées versuchte er es ein letztes Mal als Ausreißer.

Das positive deutsche Abschneiden rundeten die Auftritte der deutschen Wildcard-Mannschaft NetApp-Endura ab. Auch ohne Etappensieg überzeugte das Außenseiter-Team, stellte in Kapitän Leopold König (Tschechien) den Gesamtsiebten der Rundfahrt - "einfach fantastisch", sagte Sportdirektor Enrico Poitschke.

Die Gesamtwertung der Tour de France 2014

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