Freitag, 06.07.2012

Sechste Etappe der Tour de France

Greipel verpasst historischen Hattrick

Beeinträchtigt von einer Sturzserie hat Andre Greipel den historischen Hattrick bei der 99. Tour de France um Haaresbreite verpasst. Der WM-Dritte aus Rostock musste sich auf der sechsten Etappe mit dem zweiten Platz hinter dem slowakischen Überflieger Peter Sagan begnügen und verfehlte damit seinen dritten Tagessieg in Folge.

Peter Sagan durfte sich über den Sieg bei der sechsten Etappe der Tour de France freuen
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Peter Sagan durfte sich über den Sieg bei der sechsten Etappe der Tour de France freuen

Bei einem erneuten Triumph wäre Greipel nach Lance Armstrong (2004) und Alessandro Petacchi (1999) erst der dritte Fahrer gewesen, dem in den vergangenen 63 Jahren dieses Kunststück gelang.

Den Sieg holte sich diesmal Sagan, der nach 207,5 Kilometern von Epernay nach Metz das größere Stehvermögen hatte und bereits seinen dritten Etappensieg feierte. Allerdings hatte Greipel durch zwei Stürze im Verlaufe der Etappe bereits Kräfte gelassen. Den dritten Platz belegte der Australier Matthew Goss. Am Mittwoch und Donnerstag hatte Greipel die Etappen in Rouen und Saint-Quentin noch gewonnen.

Doch nicht nur Greipel erwischte es bei einem Sturz, auch der Vorjahresdritte Fränk Schleck (Luxemburg) und Giro-Sieger Ryder Hesjedal (Kanada) kamen bei einem Massencrash 26 Kilometer vor dem Ziel zu Fall und büßten im Kampf um eine vordere Platzierung wertvolle Zeit ein.

Cancellara weiter in Gelb

An der Spitze der Gesamtwertung blieb dagegen einen Tag vor der ersten Bergetappe alles beim Alten. Der Schweizer Fabian Cancellara, der den Prolog in Lüttich gewonnen hatte, liegt weiterhin sieben Sekunden vor dem britischen Bahn-Olympiasieger Bradley Wiggins und dem Franzosen Sylvain Chavanel und zog sich damit zum siebten Mal in Folge das Gelbe Trikot über. Bester Deutscher ist der frühere Tour-Zweite Andreas Klöden, der mit einem Rückstand von 19 Sekunden Neunter ist.

Auch am Freitag war es wieder eine Ausreißergruppe, die ihr Glück kurz nach dem Start versuchte. So fuhren David Zabriskie (USA), Karsten Kroon (Niederlande), Davide Malacarne (Italien) und Romain Zingle (Belgien) zwischenzeitlich einen Vorsprung von sechs Minuten heraus. Doch auch in der Schlussphase des Rennens war das Unterfangen beendet, sodass es wieder zu einem Sprint royal kam.

Greipel stürzt zweimal

Für Greipel hatte der Tag indes alles andere als gut begonnen. Nach 35 Kilometern war das deutsche Kraftpaket zu Fall gekommen und verletzte sich dabei an der Schulter. Nach 145 Kilometer wurde der 29-Jährige nochmal vom Rad geholt und fiel erneut auf die bereits lädierte Schulter. Sein Sportchef Marc Sergeant teilte daraufhin mit, dass Greipel auf den Sprint verzichten werde.

Greipels deutscher Kollege Tony Martin, der auf der ersten Etappe einen Kahnbeinbruch erlitten hatte, hielt sich dagegen weiter aus allen Schwierigkeiten raus und fuhr meist am Ende des Feldes. "Mit der neuen Manschette fühle ich mich sehr wohl. Es geht von Tag zu Tag besser", berichtete Martin. Eine neue Röntgenaufnahme hatte zudem gezeigt, dass der Bruch normal verheilt.

Greipel kann Tour fortsetzen

Der zweimalige Etappensieger Andre Greipel kann die Tour de France trotz seiner Sturzverletzungen fortsetzen. Die Untersuchungen am Freitagabend ergaben, dass sich der WM-Dritte nichts gebrochen hat. Greipel erlitt Prellungen an beiden Schultern, dem rechten Handgelenk, eine Schnittwunde am rechten Daumen sowie Abschürfungen am linken Knie, dem linken Ellenbogen und der linken Schulter.

Der Rostocker war auf der Etappe von Epernay nach Metz gleich in zwei Stürze verwickelt, war im Finale dennoch auf Platz zwei hinter Peter Sagan gesprintet.

Am Samstag dürften die Sprintfestspiele beendet sein, wenn erstmals bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt die Bergspezialisten gefragt sind. Am Ende der 199 Kilometer langen Etappe von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles wartet auf die Fahrer der 5,9 Kilometer lange Schlussanstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent. Ein 350 Meter langes Stück ist im Schnitt sogar 20 Prozent steil.

Das Radsport-Jahr 2012

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