Montag, 05.07.2010

Tour de France, Dreamteam-Voting

Wer ist der beste Sprinter?

Während der Tour de France können Sie ihr Dreamteam des Radsports wählen. Wir stellen Ihnen aus jeder Rubrik (Allrounder, Bergspezialisten, Sprinter, Zeitfahrer, Edelhelfer) die Top 6 vor. Die Auswahl haben wir aufgrund der Leistungen bei der Frankreich-Rundfahrt getroffen. Nach dem abschließenden Voting präsentieren wir Ihnen das Dreamteam. Wählen Sie jetzt in der rechten Spalte die nächste Position - den Sprinter.

Erik Zabel gewann das Grüne Trikot von 1996 bis 2001
© Getty
Erik Zabel gewann das Grüne Trikot von 1996 bis 2001

1. Charles Pelissier (FRA)

Charles Pelissier
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Die Pelissiers - vier Brüder, die alle auf dem Fahrrad saßen. Und der älteste, Henri gewinnt 1923 die Tour. Doch unter den Sprintern ist sein jüngster Bruder Charles der Star. 1924 will er seine erste Tour bestreiten, doch er muss seinen Militärdienst ableisten.

1929 gewinnt er bei der Tour erstmals eine Etappe, doch sein Stern geht erst ein Jahr später auf. 1930 wird er zum Sprinterkönig der Frankreich-Rundfahrt: Nicht weniger als acht Etappen gewinnt er und belegt siebenmal den zweiten Platz. Dabei gewinnt er die letzten vier Etappen in Folge. Im Gesamtklassement wird er in diesem Jahr Neunter.

Ein Jahr später heimst er fünf Etappensiege ein und trägt zwei Tage lang das Gelbe Trikot. Doch die Führung muss er mit Rafaele di Paco teilen, die Tour gewinnt schließlich Andre Leducq. Vier Jahre später zeigt der 32-Jährige den Jungspunden noch einmal, wie es geht und gewinnt zwei Etappen.

2. Erik Zabel (GER)

(geboren am 7. Juli 1970 in Berlin)

Erik Zabel
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Ete ist der erfolgreichste deutsche Radrennfahrer. Neben Cipollini gilt er als einer der besten Sprinter in den späten 90er Jahren. Sechsmal in Folge (1996-2001) gewinnt er das Grüne Trikot - ein Rekord, der nach wie vor ungebrochen ist. Zudem heimst er dreimal die Punktewertung der Vuelta ein und holt zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei der Straßen-WM.

Sein Lieblingsrennen Mailand-San Remo gewinnt er gleich viermal. Respekt verdient er sich durch seine Entwicklung zum Allroundfahrer. So überquert er die Berge in einer für Sprinter beachtlichen Schnelligkeit. Im Gegensatz zu Cipollini steigt er nie vor dem Gebirge aus.

Über Jahre hinweg fährt Zabel ganz vorne mit: 1992 belegt er bei den Olympischen Spielen in Barcelona den vierten Platz und wechselt anschließend ins Profigeschäft und zum Team Telekom. 1995 fährt er bei der Tour gleich zwei Etappensiege ein und löst damit teamintern Olaf Ludwig als besten Sprinter ab.

Ein Jahr später gewinnt er sein geliebtes grünes Trikot zum ersten Mal - und trägt es im Laufe seiner Karriere 88-mal. Insgesamt nimmt er 14-mal an der Tour teil und gewinnt zwölf Etappen - bis heute sind beides deutsche Rekorde. 2001 wird Zabel zu Deutschlands Sportler des Jahres gewählt - eine Auszeichnung, die zeigt, wie sehr die breite Masse Anteil an seinen Erfolgen nimmt.

Nach schwächeren Jahren und einem Zerwürfnis mit seinem Team T-mobile, wechselt Zabel 2005 zum Team Milram. Bei der Tour 2006 wird Zabel Zweiter in der Punktewertung - doch ein Etappensieg ist ihm nicht vergönnt.  Ein Jahr später trägt er noch einmal für einen Tag das Grüne Trikot, doch auch diesmal klappt es nicht mit einem Etappensieg. Im Mai 2007 gesteht er, 1996 gedopt zu haben - und bleibt ohne Bestrafung. Im September 2008 tritt Zabel vom Radsport zurück.

3. Andre Darrigade (FRA)

(geboren am 24. April 1929 in Narosse)

Andre Darrigade (M.)
Andre Darrigade (M.)
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Darrigade dominierte in der 1950ern und 1960ern die internationale Sprintszene. Zwischen 1951 und 1966 gewinnt er insgesamt 139 Rennen, darunter die französische Meisterschaft (1955), die Lombardei-Rundfahrt (1956) und die Straßen-Weltmeisterschaft (1959).

Er nimmt 14 Mal bei der Tour de France teil und gewinnt zweimal die Sprintwertung (1959, 1961). 22 Mal überquert er die Ziellinie als Erster, fünfmal davon bei der ersten Etappe - ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist.

1958 aber erlebt er seinen schwärzesten Tag: Auf der letzten Etappe prallt er in voller Fahrt im Parc des Princes mit dem Direktor des Stadions zusammen, der sich zu weit auf die Strecke vorgewagt hat. Darrigade erleidet nur eine Platzwunde am Kopf, doch der Direktor stirbt nach elf Tagen aufgrund seiner Verletzungen.

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4. Sean Kelly (IRL)

(geboren am 24. Mai 1956 in Waterford)

Sean Kelly
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Irland ist nicht für seine Radfahrer bekannt. Aber zwei Stars gab es: Stephen Roche und Sean Kelly. Mit 21 Jahren wird Kelly 1977 Profi und seine Karriere geht steil bergauf.

Vor allem die Sprints liegen ihm: Fünf Etappensiegen holt er bei der Tour und darf sich viermal als bester Sprinter feiern lassen (1982, 83, 85, 89).

Doch das reicht ihm nicht: Er gewinnt zweimal die Tour de Suisse und siebenmal in Folge das Rennen Paris-Nizza. Außerdem steht er bei der Wertung des besten Bergfahrers bei der Vuelta viermal ganz oben.

Und doch war er eigentlich ein Sprinter. Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Mailand-San Remo und die Lombardei-Rundfahrt - er hat sie alle mehrmals gewonnen. Durch die Vielzahl seiner Siege führte Kelly ab 1984 für fünf Jahre die Weltrangliste an.

5. Mario Cipollini (ITA)

(geboren am 22. März 1967 in San Giusto di Compito)

Mario Cipollini
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Super Mario ist wohl einer der schillerndsten Figuren des Radsports - und eine der erfolgreichsten. Im Laufe seiner Karriere gewann er 189 Rennen.

Sein Hauptaugenmerk aber lag auf der Tour de France und dem Giro. Bei der Italien-Rundfahrt stellt er 2003 mit seinem 42. Etappensieg den Rekord von seinem Landsmann Alfredo Binda ein. Zudem gewinnt er dreimal die Punktewertung des besten Sprinters.

Bei der Tour überquert Cipollini zwölfmal als Erster die Ziellinie. 1999 gewinnt er sogar vier Etappen am Stück und stellt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,355 km/h einen neuen Rekord auf.

Sein Erfolg gründet sich vor allem auf den Sprinterzug, der aus schnellen Fahrern besteht, die sich gegen Ende der Etappe an die Spitze des Feldes setzen und das Tempo möglichst hoch halten. Vor allem Mario Scirea und Gian Matteo Fagnini verdankt er viele Siege.

Und doch spaltet er die Menschen: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Seine Kritiker bemängeln vor allem, dass er die Tour nie zu Ende gefahren ist. Sobald die Berge kamen, stieg er aus. Eine Platzierung im Gesamtklassement? Unwichtig. Ihn haben nur die Etappensiege interessiert. Aber bereichert hat er die Tourgeschichte allemal.

6. Robbie McEwen (AUS)

(geboren am 24. Juni 1972 in Brisbane)

Robby McEwen
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1994 schafft das australische Sprinttalent den internationalen Durchbruch: Er gewinnt drei Etappen bei der Friedensfahrt, wird Sprintkönig bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt und siegt bei der Tour de l'Avenir.

Doch sein Ziel ist die Tour de France. Und nicht etwa irgendeine Etappe, nein, am letzten Tag auf der Champs-Elysee soll es sein. Und tatsächlich: Er macht seinen Traum war und überquert als Erster die Ziellinie.

Es folgen zwei weniger erfolgreiche Jahre bei Farm Frites - dann wechselt McEwen zum belgischen Lotto-Team und es geht wieder bergauf. 2002 gewinnt er zwei Etappen und schnappt dem verblüfften Erik Zabel nach sechs Jahren in Folge das Grüne Trikot weg.

Ein Jahr später muss er die Sprintwertung Baden Cooke überlassen. 2004 gewinnt er erneut das Grüne Trikot, fährt sogar einen Tag im Gelben und heimst zwei Etappensiege ein. Er gewinnt noch sieben weitere Etappen und fährt 2006 zum dritten Mal mit dem Grünen Trikot nach Paris.

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