Trotz Kokainkonsums darf Sprinter-Star Tom Boonen jetzt doch bei der Tour de France starten
Trotz Kokainkonsums darf Sprinter-Star Tom Boonen jetzt doch bei der Tour de France starten
© Getty

Tour de France

Freitag, 03.07.2009

Boonen darf an Tour teilnehmen

Sprinter Tom Boonen darf bei der Frankreich-Rundfahrt an den Start gehen. Der Belgier war Ende April zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres positiv auf Kokain getestet worden.

Sieg auf der ganzen Linie für Tom Boonen, herbe Schlappe für den Tour-Veranstalter: Der belgische Rad-Star darf bei der 96. Frankreich-Rundfahrt starten.

Das entschied das Sportgericht des französischen Olympia-Komitees (CNOSF) 24 Stunden vor dem Start der ersten Etappe. Der Tour-Veranstalter ASO hatte Boonen den Start nach einem positiven Kokaintest verweigert.

"Es war offensichtlich, dass Boonen von der ASO diskriminiert worden war", sagte Anwalt Jean-Luis Dupont. Die Entscheidung des CNOSF-Gerichts ist endgültig, die ASO nahm sie zur Kenntnis: "Wir hoffen, dass Boonen sich während der Tour vorbildlich verhalten wird."

"Ich weiß, dass ich nicht willkommen sein werde"

Boonen steht trotz der für ihn frohen Kunde ein schwerer Gang bevor. "Ich weiß, dass ich nicht willkommen sein werde. Aber ich muss diese negativen Kräfte in Stärke umwandeln und diese wird mir gute Resultate ermöglichen", hatte der in Belgien als Volksheld verehrte Sprinter bereits vor dem Urteil gesagt.

Im April war Boonen wenige Tage nach seinem Sieg beim Klassiker Paris-Roubaix zum dritten Mal positiv auf Kokain getestet worden.

Allerdings resultierte der Befund erneut aus einer Trainingskontrolle, womit der 28-Jährige sportrechtlich nicht zu belangen war. Der Weltverband UCI kündigte zwar Nachforschungen an, blieb aber bis zum Tourstart tatenlos.

ASO zu keinem Kompromiss bereit

Die ASO hatte jedoch prompt auf die Nachricht reagiert und Boonen den Start bei der Grande Boucle untersagt. Auf einen Kompromiss wollte sich der mächtige Tour-Veranstalter nicht einlassen, alle Gespräch mit dem Quick-Step-Rennstall verliefen ergebnislos.

Doch Boonen wollte keinen Rückzieher machen, nachdem er die Tour bereits im vergangenen Jahr wegen des gleichen Vergehens vor dem Fernseher hatte verfolgen müssen. Seine Anwälte entschieden sich zunächst für den Gang vor ein Zivilgericht in Nantes, das sich jedoch für nicht zuständig erklärte.

Obwohl das CNOSF-Gericht angerufen wurde, war bis zuletzt fraglich, ob die Entscheidung rechtzeitig vor Beginn der Tour fallen würde. Nach einer Anhörung am Donnerstag hatte das Gericht die Entscheidung nicht wie erwartet gleich getroffen, sondern weiter vertagt.

Armstrong und Bruyneel auf der Kippe



Die Tour de France ist das größte Radsport-Event der Welt. Obwohl der Radsport in letzter Zeit von Schlagzeilen über Doping- und EPO-Missbrauch überhäuft wurde, wird die Große Schleife auch 2009 ein Sportspektakel werden. Auch wenn die legendäre Etappe hinauf nach L'Alpe d'Huez in diesem Jahr nicht auf dem Programm steht, wird sich das Peloton um Vorjahressieger Carlos Sastre vom Team Saxo Bank vom Start in Monaco über prestigeträchtige Etappen und Berge wie den Mont Ventoux bis zum Finale in Paris auf den Champs-Elysees einen packenden Kampf um das Gelbes Trikot sowie das Bergtrikot liefern. Mit dabei ist Lance Armstrong. Der siebenfache Tour-de-France-Sieger bekommt bei seinem Team Astana Unterstützung von Levi Leipheimer, Mitfavorit Alberto Contador und Andreas Klöden. Neben Klöden wollen aus deutscher Sicht vor allem Linus Gerdemann und Gerald Ciolek vom Team Milram, Tony Martin (Team Columbia), Jens Voigt (Team Saxo Bank) und Heinrich Haussler (Cervelo Test Team) für Furore sorgen. SPOX versorgt alle Radsport-Fans mit aktuellen News, Hintergrundberichten, Etappenprofilen, Interviews, Ergebnissen, Terminen und dem Live-Ticker.

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