Motorradfahrer wohl schuldlos

SID
Sonntag, 19.07.2009 | 13:39 Uhr
Tourchef Christian Prudhomme sprach sein Mitgefühl mit der Familie der verstorbenen Frau aus
© Getty
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Laut ersten Ermittlungen im Fall des tragischen Tods einer Zuschauerin bei der Tour de France trifft den in den Unfall verwickelten Motorradfahrer keine Schuld.

Nach dem tragischen Tod einer Zuschauerin auf der 14. Etappe der Tour de France liegt laut der ersten Ermittlungen wohl kein Verschulden des Polizisten auf dem Motorrad vor.

"Die Untersuchungen zeigen kein Fehlverhalten des Motorradfahrers. Die Unvernunft des Opfers war wohl die Ursache für das Drama", sagte Alexandre Chevrier, stellvertretender Staatsanwalt in Mülhausen.

Frontalzusammemstoß mit 90km/h

Demnach habe die 61 Jahre alte Frau kurz vor dem Eintreffen des Pelotons die Straßenseite bei Wittelsheim gewechselt und nicht auf das Polizei-Motorrad geachtet, das mit einer Geschwindigkeit von gut 90km/h unterwegs war.

Der Fahrer der republikanischen Garde, der laut Polizeichef Thierry Renard "erfahren und gut trainiert" sei, konnte nicht mehr ausweichen und stieß frontal mit der Frau zusammen.

Anschließend rutschte das Motorrad noch in zwei weitere Zuschauer, beide schweben aber nicht in Lebensgefahr. Ein 61-jähriger Mann erlitt einen Beinbruch.

Prudhomme: "Sicherheit ist unser höchstes Ziel"

Eine 34-jährige Frau, die ihr einjähriges Baby auf dem Arm trug, wurde mit einer Nackenverletzung ebenso ins Krankenhaus eingeliefert. Der Motorradfahrer klagte über Rückenschmerzen.

Tourchef Christian Prudhomme sprach sein Mitgefühl mit der Familie der verstorbenen Frau aus. "Die Tour ist in tiefer Trauer nach diesem schlimmen Unfall. Sicherheit ist unser höchstes Ziel. Jedes Jahr stehen rund 12 Millionen Menschen an der Strecke. Da ist es wichtig, dass jeder die Sicherheitsvorkehrungen beachtet", sagte Prudhomme. Das Peloton legte vor der 15. Etappe von Pantarlier nach Verbier eine Schweigeminute ein.

2002 letzter tödlicher Unfall

Letztmals hatte es 2002 einen tödlichen Unfall bei der Tour gegeben, als ein sieben Jahre alter Junge von einem Auto der Werbekarawane erfasst worden war.

Das Kind wollte über die Straße zu seiner Großmutter laufen und war auf der Stelle tot. Daraufhin hatte die Tour-Organisation einschneidende Maßnahmen ergriffen und die Fahrzeuge innerhalb der Tour-Karawane auf ein Drittel reduziert.

Im Jahr 2000 hatte sich ein ähnlicher Unfall ereignet. Ein Zwölfjähriger starb, nachdem er vor ein Werbeauto gelaufen war. Der schlimmste Unfall ereignete sich 1964, als ein Versorgungsfahrzeug der Polizei gegen eine Brücke raste - dabei kamen 20 Personen ums Leben.

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