Gämse, Gepard oder doch ein Fisch?

Von Torsten Adams
Montag, 27.07.2009 | 14:21 Uhr
Schleck (l.), Contador (M.) und Armstrong: "Ein historisches Podium", wie es Contador nannte
© Getty
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Die 96. Tour de France ist Geschichte. Es gab jede Menge Überraschungen, aber auch zahlreiche Enttäuschungen. Vom Showmaster des Radsports bis zum norwegischen Fuchs in Grün, von müden Milchziegen bis zum gämsenartigen Gesamtsieger: Die positiven und negativen Schlagzeilen der Tour de France 2009.

Die positiven Schlagzeilen der Tour:

Armstrong siegt nicht, aber er gewinnt

Dritter Platz. Naja. Für einen siebenmaligen Toursieger so lala. Armstrongs sportliche Bilanz der Tour ist durchwachsen. Mehr nicht. Aber der Showmaster des Radsports war nicht ausschließlich wegen seines achten Triumphes zurückgekommen. In fast allen anderen Belangen ist der Texaner der große Gewinner der Tour.

"Das Comeback hat sich auf jeden Fall gelohnt", sagte Armstrong, der mit einer gigantischen PR-Show ganz Frankreich in seinen Bann zog. Wo er früher ausgepfiffen und mit "Epo-Lance" beschimpft worden war, gab es diesmal tosende Jubelstürme.

Er nutzte die ihm gebotene Bühne, um für seine Krebsstiftung zu trommeln und seine politischen Ambitionen zu verfolgen. Rund 300 Twitter-Einträge stellte Armstrong in drei Wochen Tour de France ins Netz. Und machte dabei klar: "2010 komme ich wieder. Noch stärker." Ein gewisser A.C. wird dann sein Gegner sein.

Gebrüder Schleck: Sieg gegen die Bernards, chancenlos gegen A.C.

Das ungleiche Bruderduell gegen die Sankt Bernards haben die Schlecks gewonnen. Im gemeinsamen Kampf gegen A.C. waren sie hingegen chancenlos. Egal ob am Romme, in Verbier oder am Mont Ventoux: Immer wieder hatten Andy und Fränk in Co-Produktion versucht, den Spanier zu isolieren. Immer wieder grüßte A.C. lässig vom Hinterrad der Luxemburger.

Ein Schleck wäre aber kein Schleck, wenn er sich von der Chancenlosigkeit gegen einen A.C. beeindrucken ließe. Kaum in Paris angekommen, lancierte Andy eine Kampfansage an seinen Hinterrad-Lutscher der letzten 21 Tage: "Ich weiß, dass ich Contador schlagen kann, und ich werde nächstes Jahr zurückkommen, um das zu tun."

Entdeckung des Polizeimeisters - Metamorphose eines Bahnsprinters

Die L'Equipe feiert ihn als die Entdeckung der Tour, viele sehen in ihm den neuen Jan Ullrich. Doch diesen Vergleich scheut Tony Martin. "Ich will meine eigene Geschichte schreiben", sagt der Polizeimeister, der zwölf Tage im Weißen Trikot fuhr und am Mont Ventoux die Sensation nur durch Unwissenheit verpasste.

Auch Bradley Wiggins ist eine Entdeckung der Tour. Jedoch eine zweifelhafte. Während Martin in den Alpen einbrach, strampelte der Garmin-Brite an den steilen Rampen locker-flockig mit A.C., Lance, Andy, Fränk und den anderen Bergziegen mit. Und das als Bahnrad-Spezialist, dessen Lieblingsdistanz auf dem Holzoval die 4000 Meter sind.

"Wie kommt diese Metamorphose vom Bahnsprinter zum Bergfloh zustande?", fragen sich Szenekenner. "Vielleicht hat er sein Training umgestellt", tippt Linus Gerdemann. Aber Wiggins' Erklärung ist noch viel profaner: "Radikale Gewichtsreduzierung von sechs Kilogramm." Aha. So einfach ist das.

Ein norwegischer Fuchs in Grün

Herrlich, lustig, soapig! Die tägliche Hushovd-Cavendish-Komödie. Ein stämmiger Norweger ärgert den Superstar des Sprints - mit Erfolg. Gleich sechs Etappensiege fuhr der ManXpress ein, Hushovd genügte einer, um sich Grün zu schnappen. Warum? Weil er ein Fuchs ist. Cleverli Hushovd erarbeitete sich den entscheidenden Vorteil ausgerechnet in den Bergen.

Sowohl in den Pyrenäen als auch auf der Königsetappe der Alpen wagte er einen Ausreißversuch und gewann die Zwischensprints ohne Gegenwehr. Seine zweite geniale Idee: Nachdem ihn Cavendish im Sprint von Besancon fein tuschiert hatte, legte Donnergott Thor Protest ein. Mit Erfolg. Cavendish wurde ans Ende des Feldes versetzt, verlor wichtige Punkte und war stocksauer: "Er hat das Trikot gewonnen, aber es wird für immer einen Fleck haben."

Chance eu! Voigt hatte Glück im Unglück

Es war ein Bild des Grauens: Bei Tempo 80 knallte der Berliner auf der 16. Etappe mit dem Kopf auf die Straße. Sein Carbonrahmen schlug Funken auf dem Asphalt. Meterweit rutschte das Specialized-Bike die Straße hinunter - mit einem regungslosen Jens Voigt im Schlepptau.

Mittlerweile heißt es Aufatmen! Der Helm bewahrte den 37-Jährigen vor Schlimmerem. So erlitt Voigt "nur" einen Jochbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. "Chance eu" sagen dazu wohl die Franzosen - Glück gehabt. Trotz des Horrorsturzes hat Voigt aber vom Radeln noch lange nicht genug: "So kann ich ja schlecht aufhören. Ich will auf jeden Fall im nächsten Jahr die Tour fahren." Dann aber bitte ohne Horrorsturz, Jens!

Die negativen Schlagzeilen lesen Sie auf Seite 2

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