Radsport

Bahnrad-WM: Kristina Vogel winkt historischer Erfolg - keine Medaillenvorgabe

SID
Kristina Vogel winkt historischer Erfolg - Medaillenvorgabe gibt es keine.
© getty

Mit der Chance auf den WM-Rekord geht Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel in die Titelkämpfe ab Mittwoch im niederländischen Apeldoorn. Noch zwei Goldmedaillen fehlen der neunmaligen Weltmeisterin, um mit der Australierin Anna Meares gleichzuziehen, die mit elf Titeln die "ewige" Rangliste anführt.

Es ist eines der großen Ziele der 27 Jahre alten Erfurterin, ihre Karriere als erfolgreichste Bahnradsprinterin der Welt zu beenden. "Ich mache mir da keinen Druck", sagte Vogel dem SID, "wenn ich Jahr für Jahr einmal Gold hole, wäre es toll und das reicht dann ja auch irgendwann." Die Gelegenheit hat sie allerdings bereits jetzt, wenn sie bei ihren Starts im Teamsprint, Keirin und Sprint eine optimale Ausbeute erreicht.

Im Vorjahr holte Vogel Gold im Keirin und Sprint, in dieser Weltcup-Saison dominierte sie ihre Disziplinen fast nach Belieben. Dennoch erwartet sie einen harten Wettbewerb. "Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, die Fallhöhe wird höher, alle wollen mich unbedingt schlagen", sagte Vogel, auf die der Bund Deutscher Radfahrer erneut als Vorzeigesportlerin setzt. Sie sei eine "herausragende Athletin", sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster: "Wenn der Vogel fliegt, ist vielleicht noch mehr drin als 2017."

Dennoch viele Fragezeichen

Darüber hinaus begleiten den BDR doch einige Fragezeichen. Im Teamsprint der Männer soll das enttäuschende Abschneiden des Vorjahres vergessen gemacht werden, der WM-Titel scheint aber außer Reichweite. "Zwischen Platz drei und sechs ist alles möglich", sagte Moster. Mit Robert Förstemann, Joachim Eilers, Stefan Bötticher und Maximilian Levy setzt der BDR auf Erfahrung. Bötticher, Sprint-Weltmeister von 2013, feierte zuletzt im Weltcup nach jahrelanger Pause ein überraschendes Comeback.

Der Vierer muss den Ausfall von Zugpferd Domenic Weinstein verkraften, der krankheitsbedingt nicht starten kann. "Weinstein ist der Motor des Vierers. Es wird schwierig, ihn zu ersetzen", sagte Moster, der dennoch "auf ein gutes Resultat" hofft. Derzeit steht der Vierer auf Rang acht im Nationenranking.

Auf eine generelle Medaillenvorgabe verzichtet Moster: "Dazu werden Sie von mir keine Zahl hören. Uns ist es viel wichtiger, aus einer Breite eine Spitze zu formen. Nur mit einer entsprechend starken Mannschaft lässt sich dauerhafter Erfolg garantieren."

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