Radsport

Greipel: Ullrich "immer noch ein Volksheld"

SID
Jan Ullrich sollte das Eintagesrennen in Köln ursprünglich als Sportlicher Leiter organisieren

Der deutsche Meister Andre Greipel (34) hat vor dem Eintagesrennen "Rund um Köln" am Sonntag das einstige Radsport-Idol Jan Ullrich verteidigt. "Ich finde es traurig, dass Jan Ullrich nach so langer Zeit immer noch so behandelt wird", sagte Greipel dem Kölner Stadtanzeiger. Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger war zunächst als Sportlicher Leiter des Rennens vorgestellt worden, nach heftiger Kritik aber umgehend zurückgetreten.

Greipel ist der Ansicht, dass Ullrich aufgrund seiner Dopingvergehen "genug gebüßt hat", er sehe ihn "immer noch als Volkshelden. Es musste damals halt jemand gefunden werden, an dem sich alle auslassen konnten. Das war leider Jan Ullrich", sagte der gebürtige Rostocker, der in Hürth bei Köln lebt.

Ullrich war 2006 kurz vor dem Start der Tour de France wegen seiner Verwicklung in die weitreichende Fuentes-Affäre suspendiert worden, im Februar 2007 beendete er dann seine Karriere. Kritisiert wird an Ullrich vor allem die von ihm selbst bis heute nur unzureichend aufgearbeitete Vergangenheit.

Greipel wolle keineswegs die Fehler Ullrichs gutheißen, "aber ich habe die Einstellung, dass jeder eine zweite Chance verdient hat". Ullrich engagiere sich beispielsweise für viele Wohltätigkeitsveranstaltungen, führte der elfmalige Tour-Etappensieger an.

Greipel strebt auch dieses Jahr wieder einen Tageserfolg bei der Großen Schleife an. Für "Rund um Köln" rechnet er sich wegen eines gerade erst auskurierten fiebrigen Infektes wenig aus.

Alle Radsport-News im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung