Sonntag, 16.10.2016

Radsport: Stimmung in Katar beschämend

Martin und Kittel kritisieren Rad-WM

Tony Martin und Marcel Kittel haben die Vergabe der Rad-WM an Katar kritisiert. Nach der Handball-WM 2015 ist das Radsport-Event das zweite Großereignis innerhalb von zwei Jahren im Wüstenstaat.

Martin bezeichnete die Stimmung in Doha gegenüber der Bild am Sonntag als "beschämend", konnte den Grund für die Vergabe aber selber gut einordnen: "Geld regiert eben die Welt".

Auch die Handball-WM litt unter der schwachen Stimmung in Katar und der fehlenden Begeisterung für die Sportart vor Ort. Zudem kam noch hinzu, dass sich die Scheichs des Wüstenstaats eine Nationalmannschaft aus zahlreichen internationalen Spielern zusammenstellten, die das Prinzip der Nationalmannschaft ad absurdum führte.

Auch Marcel Kittel beklagte das mangelnde Interesse und die Organisation der Rad-WM: "Bei der Siegerehrung standen vier, fünf Leute vor dem Podest. Dahinter waren die Absperrgitter, die das Areal von der Fahrbahn trennten, wo schon die Rush Hour tobte. Da drängte sich Auto an Auto, aber uns schaute niemand zu".

Es bleibt abzuwarten, inwieweit die gleichen Probleme bei der Fußball-WM 2022 auftreten werden. Zwar wird der Staat in sechs Jahren erneut kräftig Zuschauer mobilisieren und den potenziellen Hitzeproblemen mit klimatisierten Stadien begegnen, die Grundstimmung dürfte jedoch schwer zu beeinflussen sein.

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