Tony Martin noch geschockt

SID
Mittwoch, 23.03.2016 | 19:08 Uhr
Tony Martin zeigte sich aufgrund der Terroranschläge geschockt
© getty
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Der Halbklassiker "Quer durch Flandern" stand im Zeichen der Trauer um die Opfer der Terroranschläge von Brüssel am Tag zuvor. Auch Zeitfahr-Weltmeister Tony Martinzeigte sich geschockt.

Tony Martin hatte ein "komisches Gefühl", als er rund 27 Stunden nach den Terror-Anschlägen von Brüssel und trotz der höchsten Warnstufe im belgischen Roeselare auf sein Rad stieg. Die Gesichter der Teilnehmer waren beim Start des Halbklassikers "Quer durch Flandern" ernst - viele trugen Trauerflor.

Knapp 160 Fahrer gedachten zehn Minuten nach dem Start des 199,7 Kilometer langen Rennens nach Waregem den Opfern mit einer Schweigeminute. "Meine Gedanken sind bei allen Familien und Freunden, die gestern jemanden verloren haben", twitterte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Martin (Cottbus) bereits am Vormittag.

Zuvor hatten die Behörden grünes Licht für das Rennen gegeben, das für die radsportverrückte Nation Belgien traditionell die wichtigste Phase des goldenen Klassiker-Frühlings einläutet - und letztlich mit einem Heimsieg von Lotto-Soudal-Profi Jens Debusschere endete.

Diesmal stand der Beginn der "heiligen Zeit" aber unter äußerst traurigen Vorzeichen. "Die Sicherheitskräfte in Roeselare und Waregem haben gesagt, dass die Sicherheit des Pelotons und der Fans gewährleistet ist", begründete Renndirektor Guy Delesie die Durchführung von "Dwars door Vlaanderen" am Mittwoch.


"Tiefe Betroffenheit"

Unter anderem das deutsche Team Giant-Alpecin hatte zuvor allerdings seine Teilnahme abgesagt. "Zu viele Fahrer können infolge der Terrorattacken nicht nach Belgien reisen", teilte das Management bereits am Dienstagabend mit. Auch Martin hatte wenige Stunden nach den Anschlägen am Airport und der Metro-Station Maelbeek im EU-Viertel von Brüssel auf seiner Homepage seine "tiefe Betroffenheit" zum Ausdruck gebracht.

Mit einigen Teamkollegen war er am Dienstagvormittag in Waregem - knapp 80 Kilometer von Brüssel - die Rennstrecke abgefahren. "Ich war noch nie räumlich und emotional so nah an einer solch unfassbaren Tat. Emotional bin ich sehr nah an den Anschlägen, weil der Flughafen Brüssel für mich ein wichtiges Drehkreuz während des Jahres ist. 30 bis 40 Mal pro Saison halte ich mich da auf", schrieb Martin. Es sei "einfach schrecklich", was dort und in der Innenstadt Brüssels geschehen sei. "Es fällt gerade schwer, sich auf Radrennen zu konzentrieren."

Klassikerspezialist Fabian Cancellara war am Mittwoch nicht am Start. Der Schweizer will aber zur Vorbereitung auf die 100. Flandern-Rundfahrt (3. April) am Freitag den E3-Preis in Harelbeke fahren und hat aufgrund der aktuellen Situation entschieden, mit dem Auto nach Brügge zu fahren, statt zu fliegen. Auch für Gent-Wevelgem am Ostersonntag, den dritten flämischen Klassiker binnen fünf Tagen, hat Cancellara nicht gemeldet.

Sein US-Team Trek-Segafredo hat nach Informationen der Zeitung Blick schon Ende des letzten Jahres wegen möglicher Terroranschläge gehandelt. "Wir haben die Hotels unserer Trainingslager nicht mehr öffentlich kommuniziert", berichtete Cancellara, der neben der "Ronde van Vlaanderen" auch die Königin der Klassiker Paris-Roubaix dreimal gewonnen hat.

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