113. Paris-Roubaix

Degenkolb gewinnt "Hölle des Nordens"

SID
Sonntag, 12.04.2015 | 17:02 Uhr
Erst Mailand-San Remo, jetzt Paris-Roubaix! Degenkolb befindet sich in absoluter Topform
© getty
Advertisement
Ladies Championship Gstaad Women Single
Sa11:00
WTA Gstaad: Halbfinals
Bucharest Open Women Single
Sa14:00
WTA Bukarest: Halbfinals
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
Sa17:30
ATP Umag: Halbfinals
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
Sa20:00
ATP Newport: Halbfinals
World Matchplay
Sa20:00
World Matchplay: Tag 1
National Rugby League
So06:00
Dragons -
Sea Eagles
National Rugby League
So08:00
Tigers -
Eels
Ladies Championship Gstaad Women Single
So11:30
WTA Gstaad: Finale
World Matchplay
So14:00
World Matchplay: Tag 2 -
Nachmittags-Session
Bucharest Open Women Single
So16:00
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
So20:00
ATP Umag: Finale
World Matchplay
So20:30
World Matchplay: Tag 2 -
Abend-Session
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
So21:00
ATP Newport: Finale
World Matchplay
Mo20:00
World Matchplay: Tag 3
Jiangxi Open Women Single
Di11:00
Jiangxi Open: Tag 2
World Matchplay
Di20:00
World Matchplay: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
Mi11:00
Jiangxi Open: Tag 3
Jiangxi Open Women Single
Do11:00
Jiangxi Open: Tag 4
Swedish Open Women Single
Do11:00
WTA Bastad: Tag 4
National Rugby League
Do11:50
Panthers -
Bulldogs
Jiangxi Open Women Single
Fr10:00
Jiangxi Open -
Viertelfinals
Swedish Open Women Single
Fr10:00
WTA Bastad: Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Eels -
Broncos
World Matchplay
Fr20:00
World Matchplay: Viertelfinals
National Rugby League
Sa07:00
Knights -
Dragons
Jiangxi Open Women Single
Sa11:00
Jiangxi Open: Halbfinals
Swedish Open Women Single
Sa16:00
WTA Bastad: Halbfinals
World Matchplay
Sa20:00
World Matchplay: Halbfinals
National Rugby League
So06:00
Storm -
Sea Eagles
Jiangxi Open Women Single
So10:00
Jiangxi Open: Finale
Swedish Open Women Single
So14:00
WTA Bastad: Finale
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mo13:30
ATP Kitzbühel: Tag 1
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Di12:30
ATP Kitzbühel -
Tag 2
Bank of the West Classic Women Single
Di19:00
Stanford Bank of West Classic: Tag 2
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mi12:30
ATP Kitzbühel : Tag 3
Bank of the West Classic Women Single
Mi20:00
Stanford Bank of West Classic: Tag 3
Bank of the West Classic Women Single
Do20:00
Stanford Bank of the West Classic -
Tag 4
National Rugby League
Fr10:00
Dragons -
Rabbitohs
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Fr13:00
Generali Open -
Halbfinals
Citi Open Women Single
Fr19:00
Washington Citi Open: Viertelfinale
Bank of the West Classic Women Single
Fr21:00
Stanford Bank of the West Classic: Viertelfinals

Himmlischer Höllenritt: Radprofi John Degenkolb hat nach einer taktischen Meisterleistung als erster Deutscher seit 119 Jahren den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. Der 26-Jährige aus dem Team Giant-Alpecin triumphierte bei der 113. Ausgabe der sogenannten "Hölle des Nordens" nach 253,5 Kilometern, davon 52,7 über das berüchtigte Kopfsteinpflaster, im Velodrom von Roubaix. Den bislang einzigen deutschen Sieg hatte Josef Fischer 1896 bei der Premiere errungen.

Es war bereits Degenkolbs zweiter Coup in dieser Saison. Vor drei Wochen hatte der gebürtige Thüringer bereits bei Mailand-Sanremo gesiegt. Degenkolb ist erst der dritte Fahrer überhaupt, der diese beiden Radsport-Monumente innerhalb eines Jahres für sich entschieden hat. 1986 war dies zuletzt dem Iren Sean Kelly gelungen. 2014 hatte Degenkolb bei Paris-Roubaix schon Rang zwei belegt. Das Podium komplettierten Zdenek Stybar (Tschechien/Etixx-Quick Step) und Greg Van Avermaet (Belgien/BMC).

Der Wahl-Frankfurter hatte im Sprint einer Spitzengruppe das größte Stehvermögen, nachdem er zuvor eine Attacke von Van Avermaet eindrucksvoll gekontert hatte. Degenkolb war unglaublich wachsam, an den Schlüsselstellen immer präsent und stark genug, um alle Versuche seiner Gegner, ihn abzuhängen, zu beantworten.

"Ich kann es kaum glauben"

"Das ist wovon ich immer geträumt habe. Ich musste so hart arbeiten, ich kann es kaum glauben", sagte Degenkolb mit Freudentränen in den Augen und dreckverschmiertem Gesicht. Kurz darauf durfte er die Pflasterstein-Trophäe entgegennehmen und sich auch über 30.000 Euro Preisgeld freuen.

Bradley Wiggins schaffte in seinem letzten großen Straßenrennen zwar nicht seinen erhofften Paukenschlag, aber kampflos ergab sich der frühere Tour-Sieger auch nicht in sein Schicksal und attackierte gut 30 km vor dem Ziel vehement. Flandern-Triumphator Alexander Kristoff, der besonders hoch gehandelt worden war, landete auf Rang zehn. Das Rennen war anders als in den Jahren, in denen die diesmal verletzten Tom Boonen und Fabian Cancellara dominierten, bis ins Finale hinein offen.

"Wie großartig wäre ein Sieg für Johnny?"

"Unser Team fährt clever und sieht stark aus. Wie großartig wäre noch ein Sieg für Johnny?", twitterte Top-Sprinter Marcel Kittel eingangs der Schlussphase, der die "Königin der Klassiker" wegen seines Trainingsrückstandes nur von der Couch aus verfolgen konnte. Und sein Teamkollege machte aus dem Wunsch kurz darauf Realität.

Degenkolb, der mit Frau und Sohn zu seinem Lieblingsrennen gekommen war und diese im Ziel innig herzte, hatte sich am Vormittag betont locker gegeben, schließlich war mit dem Erfolg in Sanremo das Mindestziel schon längst erreicht. "Ich spüre wenig Druck, weil wir schon einen großen Sieg haben", sagte er.

Vor den nächsten Herausforderung mit der 102. Tour de France als Höhepunkt im Juli sehnte er sich dennoch erst einmal nach einer Ruhepause und hoffte zuvor auf ein weiteres Glanzstück. "Es war mental und körperlich hart für mich, aber meine Form ist immer noch gut. Ich möchte noch einmal eine tolle Leistung zeigen", hatte Degenkolb angekündigt. Die Umsetzung hätte besser nicht sein können.

Nach einer ersten Rennstunde, die in einem wahren Höllentempo - Durchschnitt bei Rückenwind über 50 km/h - zurückgelegt worden war, ließ das Peloton einige Ausreißer gewähren. Auch der tapfere Schwarzwälder Ralf Matzka (Bora-Argon 18) zählte zu den neun Fahrer, die fast zehn Minuten Vorsprung herausarbeiteten, deren Chancen aber von vornherein gegen Null tendierten.

Für Diskussionsstoff sorgte ein heikler Zwischenfall an einem Bahnübergang, den eine Reihe von Fahrern trotz geschlossener Schranke noch vor einem heranbrausenden TGV überquerte. Die Regularien schreiben für diesen Fall eigentlich einen Ausschluss vor, die Rennjury sprach jedoch zunächst noch keine Sanktionen aus.

Alles zum Radsport

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung