101. Lüttich-Bastogne-Lüttich

Valverde siegt beim ältesten Klassiker

SID
Sonntag, 26.04.2015 | 18:38 Uhr
Alejandro Valverde gewann den Klassiker knapp vor Julian Alaphilippe
© getty
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Der Spanier Alejandro Valverde hat zum dritten Mal den Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen. Der 35-Jährige vom Team Movistar setzte sich bei der 101. Ausgabe des ältesten Eintagesrennens der Welt nach 253 km im Sprint der Top-Favoriten durch und feierte einen Ardennen-Doppelschlag: Valverde hatte erst am Mittwoch den Flèche Wallone gewonnen. Zweiter am Sonntag wurde Julian Alaphilippe (Frankreich/Etixx-Quick Step) vor Joaquim Rodriguez (Spanien/Katjuscha).

Die zehn deutschen Fahrer hatten mit dem Ausgang der erstmals 1892 ausgetragenen "Doyenne" (Ältesten) nichts zu tun, Dominik Nerz (Wangen/Bora-Argon 18) belegte mit einem Rückstand von 6:05 Minuten als bester Starter den 48. Platz. Letzter deutscher Sieger bleibt Dietrich Thurau, der 1979 vor Bernard Hinault triumphierte. Zuvor hatte Hermann Buse (1930) gewonnen.

Die Entscheidung in einem taktisch anspruchsvollen Finale fiel erst am Ende der lang ansteigenden Zielanfahrt in Ans. Valverde, der auf den Schlusskilometern ohne Helfer auf sich allein gestellt war, konterte nach längerem Zögern den Angriff seines Landsmanns Daniel Moreno (Katjuscha) und parierte die Gegenaktionen der Konkurrenz mustergültig ab. "Der Sieg bedeutet mir viel. Es ist ein Monument des Radsports. Hier zu gewinnen, ist etwas historisches", sagte Valverde.

Fluchtgruppe bestimmt erste Rennhälfte

Nach rund 30 km hatte sich eine achtköpfige Fluchtgruppe ohne deutsche Beteiligung formiert, die die erste Rennhälfte bestimmte. Nach der Wende in Bastogne - die Kleinstadt in den Ardennen war nach etwas mehr als 100 Kilometern passiert worden - verschärfte das Peloton jedoch das Tempo und schluckte die Ausreißer schon gut zwei Stunden vor der Zieleinfahrt.

In der Folge wurde vor allem aufgrund der offensiven Fahrweise der Astana-Mannschaft, die erst am Donnerstag vom drohenden Entzug der WorldTour-Lizenz verschont geblieben war, ein hohes Tempo angeschlagen. Aus dem ausgedünnten Feld heraus attackierten im stetigen Auf und Ab immer wieder Fahrer, die jedoch allesamt eingeholt wurden. Nach der rund sechs Kilometer vor dem Ziel gelegenen Côte de Saint-Nicolas hatte sich das Hauptfeld auf die Gruppe der rund zehn Sieganwärter reduziert - in der Valverde letztlich am cleversten handelte.

Titelverteidiger stürzt

Pech hatte Titelverteidiger Simon Gerrans (Australien/Orica), der in der entscheidenden Rennphase innerhalb weniger Kilometer zweimal stürzte.

Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den Abschluss der Frühjahrs-Klassiker. Das Rennen zählt neben Mailand-Sanremo (März), der Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix (beide April) und der Lombardei-Rundfahrt (4. Oktober) zu den fünf "Monumenten des Radsports". Zudem endete mit Lüttich-Bastogne-Lüttich die Ardennen-Trilogie, die das Amstel Gold Race sowie den Fleche Wallone einschließt.

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