Skandalarzt angeblich bei Astana-Profis

SID
Montag, 08.12.2014 | 13:32 Uhr
Angeblich soll der Skandalarzt Michelle Ferrari Fahrer des Astana-Teams getroffen haben
© getty
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Der lebenslang gesperrte Skandalarzt Michele Ferrari soll vor der Saison 2014 Radprofis des Astana-Teams in deren Trainingslager in der Toskana getroffen haben. Das berichtete die "Gazzetta dello Sport" am Montag und fügte damit dem ohnehin ramponierten Ansehen der kasachischen Mannschaft noch weiteren Schaden zu.

Am Mittwoch will der Radsportweltverband UCI die Entscheidung über die World-Tour-Lizenz der Equipe um Tour-de-France-Sieger Vincenzo Nibali bekanntgeben. Nach fünf positiven Dopingtests im Umfeld des Teams des überführten Blutdopers Alexander Winokurow in den letzten drei Monaten steht die Startberechtigung für 2015 auf der Kippe. Astana oder Winokurow haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Zu den Begegnungen sei es im November 2013 in Montecatini Terme gekommmen. Diese Details gehen ebenfalls aus den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Padua hervor, die in einem 550-seitigen Dossier zusammengefasst sind. Die Treffen seien den Ermittlern zufolge mit Fotobeweisen dokumentiert. Allerdings gebe es darunter keine Information über Kontakte zwischen Nibali und Ferrari.

Kein Astana-Profi, heißt es, habe den Behörden Ferraris Besuch gemeldet oder das Hotel verlassen, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Teams und Radprofis hätten am Ende der Saison ihre besten Räder verkauft, um "Dottore Epo" zu bezahlen, berichteten die Carabinieri in ihrem Schriftsatz. Dieser habe 300 Euro für jeden einzelnen Test verlangt.

Ferraris Beratung ausdrücklich untersagt

Italienischen Radprofis ist es unter Androhung einer sechsmonatigen Sperre ausdrücklich untersagt, sich von Ferrari beraten zu lassen. Wegen seiner Dopingpraktiken war dieser vom italienischen Radsportverband und später im Zuge der Lance-Armstrong-Enthüllungen auch von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA lebenslang gesperrt worden.

Nach Untersuchungen über einen Zeitraum von vier Jahren hat die Staatanwaltschaft von Padua ihre Unterlagen gerade dem Olympischen Komitee Italiens CONI zur Verfahrenseröffnung weitergeleitet. In den Akten seien insgesamt 90 Radprofis namentlich erwähnt, meldete Gazzetta dello Sport.

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