Donnerstag, 16.10.2014

Erneuter Dopingfall bei Astana

UCI lässt Lizenz überprüfen

Nach dem dritten Doping-Fall binnen weniger Wochen droht dem kasachischen Spitzen-Radsportteam Astana womöglich der Lizenz-Entzug für die World Tour. Wie der Weltverband UCI am Donnerstag bekannt gab, ist Nachwuchshoffnung Ilja Dawidenok (Kasachstan) in einer bei der Tour de l'Avenir am 28. August genommenen Probe positiv auf anabole Steroide getestet worden.

In den letzten Wochen wurden mehrere Dopingfälle beim Team Astana bekannt
© getty
In den letzten Wochen wurden mehrere Dopingfälle beim Team Astana bekannt

"Die UCI wird nun die Lizenz-Kommission auffordern, eine komplette Untersuchung des Managements und der Anti-Doping-Politik des Astana Pro Teams vorzunehmen", hieß es in einer Presseerklärung des Verbandes. Innerhalb des kommenden Monats muss sich Astana wegen "ernster Bedenken" der UCI vor der Kommission erklären. Das Team besitzt noch eine Lizenz für die World Tour bis 2016.

Dawidenok, der seit dem 1. Januar 2012 für Astanas Nachwuchs-Mannschaft fuhr und seit dem 1. August 2014 als "Stagiaire" (Lehrling) für das Top-Team Rennen bestritt, kann die Öffnung der B-Probe beantragen. Mitte September und Anfang Oktober waren bereits positive Test bei den Brüdern Maxim und Walentin Iglinski bekannt geworden.

Astana, das von einem kasachischen Konsortium mit Millionen-Beträgen gefördert wird, gehört zu den finanzstärksten, aber auch umstrittensten Teams im Profizirkus.

2007 hatte der frühere Armstrong-Teamchef Johan Bruyneel die Mannschaft aufgebaut, schon in der Debütsaison wurde unter anderem der deutsche Profi Matthias Kessler als Dopingsünder enttarnt. Starker Mann bei Astana ist mittlerweile Manager Alexander Winokurow, ein erwiesener Blutdoper.


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