Radsport

Kittel Sprintfavorit beim Giro d'Italia

SID
Marcel Kittel gibt bei der 97. Ausgabe sein Giro-Debüt
© getty

Mark Cavendish (QuickStep) verzichtet auf einen Start, auch Andre Greipel (Lotto) ist nicht dabei: Für Marcel Kittel (Giant-Shimano) scheint der Weg für Etappensiege beim Giro d'Italia deshalb frei.

Nach seinem Siegeszug in Frankreich erhoben die Italiener Marcel Kittel in den Radsport-Adel. "Der Herr des Endspurts" schwärmte die Gazzetta dello Sport, nachdem der deutsche Top-Sprinter bei der Tour de France mit dem Etappensieg auf der Champs Elysees sein Meisterstück abgeliefert hatte. Knapp ein Jahr nach Kittels großem Durchbruch erwarten die radsportverrückten Italiener mit Spannung den ersten Auftritt des blonden Hünen beim großen Heimrennen.

Bei der 97. Ausgabe der Italien-Rundfahrt (9. Mai bis 1. Juni) gibt Kittel sein Giro-Debüt - und ist prompt der Top-Favorit unter den Sprintern. Der Herr des Endspurts will sich würdig verkaufen. "Die Sprintetappen sind mein Ziel. Bei den vielen Möglichkeiten hoffe ich, dass wir es wenigstens einmal schaffen", sagte Kittel dem "SID".

Wochenende mit zwei Flachetappen

Die ersten Chancen auf einen Erfolg bieten sich dem gebürtigen Arnstädter allerdings auf der Grünen Insel. In Belfast und Dublin stehen am Wochenende zwei Flachetappen auf dem Programm, die ganz nach dem Geschmack des 25-Jährigen sind. Die Vorzeichen stehen gut, die Konkurrenz ist überschaubar. Kittels große Tour-Rivalen Mark Cavendish (QuickStep) und Andre Greipel (Lotto) verzichten auf einen Start, als eine der wenigen Mannschaften hat zudem sein Team Giant-Shimano den Fokus voll auf die Sprintankünfte in den ersten beiden Wochen gelegt.

"Ich hoffe, dass wir neben dem Geburtstag noch einen anderen Grund haben, um nochmal anzustoßen", sagte Kittel, der am Sonntag 26 Jahre alt wird. Gefährlich werden dürfte Kittel der Italiener Elia Viviani (Cannondale), der zuletzt bei der Türkei-Rundfahrt zwei Etappen gewann und dabei auch Cavendish in die Schranken wies. Auch der Franzose Nacer Bouhanni (FDJ) oder der Italiener Giacomo Nizzolo (Trek) rechnen sich Chancen auf einen Sprinterfolg aus. Doch alle müssen zunächst an Kittel vorbei. "Es wird ähnlich umkämpft sein wie bei der Tour. Ich stelle mich auf einen großen Kampf ein", sagte Kittel.

Ob er die Siegesfeier am 1. Juni in Trieste vor Ort verfolgen wird, ist derweil mehr als fraglich. Das Rote Trikot des besten Sprinters ist für ihn kein echtes Ziel. Der Giro, sagt Kittel, ist "vom Prestige und Ranking her eines der Top-Rennen." Und für Kittel letztlich doch nur ein weiterer, wenn auch anspruchsvoller Test vor dem eigentlichen Höhepunkt, der Tour de France.

Tour de France steht kurz bevor

59 Tage sind es bist zum "Grand Depart" im englischen Leeds, die Frankreich-Rundfahrt nähert sich mit großen Schritten. "Ich werde mich mit Sicherheit nicht komplett kaputt fahren, um dann bei der Tour nicht topfit am Start stehen zu können. Das wird nicht passieren, das kann ich schon sagen", sagte Kittel.

Die Strapazen der letzten Woche in den Alpen dürfte sich Kittel daher schenken - und sich mit etwas Verspätung einen Geburtstagswunsch erfüllen. "Die große Torte, die ich mir gewünscht habe, wird in Dublin nicht da sein. Das kann man zum Glück ja nachholen."

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