Freitag, 04.10.2013

Keine Rückgabe von gewonnenen Medaillen

Ullrich veräppelt IOC-Präsidenten Bach

Jan Ullrichs Ignoranz im Umgang mit seiner Doping-Vergangenheit hat einen neuen Tiefpunkt erreicht, indem er sich über den neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach lustig gemacht hat.

Jan Ullrich zeigt sich unbeeindruckt von den Bemühungen von Thomas Bach
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Jan Ullrich zeigt sich unbeeindruckt von den Bemühungen von Thomas Bach

In der Debatte über die Aberkennung seiner 2000 in Sydney gewonnenen Olympia-Medaillen wegen der nachgewiesenen Einnahme von Epo bei der Tour de France 1998 macht sich der gebürtige Rostocker nun sogar über Bemühungen des Internationalen Olympischen Komitees und des neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach um eine Klärung lustig. Eine Rückgabe von Straßen-Gold und Zeitfahr-Silber kommt für den Wahl-Schweizer nach eigenen Angaben aus sportlichen Gründen nicht in Betracht.

"Die Medaillen gehören mir, die habe ich damals zu Recht gewonnen. Wenn Thomas Bach die Medaillen haben will, kann er ja mal zu mir kommen und sie anschauen", sagte Ullrich gut zwei Monate nach Ablauf seiner formalen Dopingsperre in einem Exklusiv-Interview mit dem Sport-Nachrichtensender "Sky Sport News HD".

Bach hatte im vergangenen Sommer noch als IOC-Vizepräsident eine nochmalige Prüfung möglicher Ansatzpunkte für eine Aberkennung der Medaillen angekündigt. Zuvor hatte Ullrich Blutdoping-Behandlungen durch den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes eingestanden.

Jan Ullrich - Vom Idol zum Dopingsünder
Jan Ullrich löste einst einen Radsport-Hype aus, nun schockierte er seine Bewunderer mit dem Geständnis. Vom Idol zum Dopingsünder: Die Karriere in Bildern
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Jan Ullrich löste einst einen Radsport-Hype aus, nun schockierte er seine Bewunderer mit dem Geständnis. Vom Idol zum Dopingsünder: Die Karriere in Bildern
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Erstmals im Fokus stand Ullrich (m.) bei der Tour de France 1996 - damals als Edelhelfer von Bjarne Riis (Gelb). "Ulle" galt als der bessere Fahrer, musste sich aber unterordnen
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Erstmals im Fokus stand Ullrich (m.) bei der Tour de France 1996 - damals als Edelhelfer von Bjarne Riis (Gelb). "Ulle" galt als der bessere Fahrer, musste sich aber unterordnen
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Am Ende belegte Ullrich den zweiten Platz hinter Teamkollege Riis und vor dem Franzosen Richard Virenque, der sich dazu noch das Trikot des besten Bergfahrers schnappte
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Am Ende belegte Ullrich den zweiten Platz hinter Teamkollege Riis und vor dem Franzosen Richard Virenque, der sich dazu noch das Trikot des besten Bergfahrers schnappte
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Nur ein Jahr später sollte Ullrich den Thron des Radsports erklimmen: Als neuer Kapitän des Team Telekom fuhr er bei der Tour 1997 ins Gelbe Trikot und behielt es bis Paris
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Nur ein Jahr später sollte Ullrich den Thron des Radsports erklimmen: Als neuer Kapitän des Team Telekom fuhr er bei der Tour 1997 ins Gelbe Trikot und behielt es bis Paris
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Mit dem Toursieg hatte Ullrich das geschafft, was zuvor kein Deutscher geschafft hatte. Die Medien feierten Ullrich, Teamkollege und Freund Erik Zabel gewann das Grüne Trikot
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Mit dem Toursieg hatte Ullrich das geschafft, was zuvor kein Deutscher geschafft hatte. Die Medien feierten Ullrich, Teamkollege und Freund Erik Zabel gewann das Grüne Trikot
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Es sollte der einzige Erfolg bleiben. 1998 macht ihm Marco Pantani (Gelb) einen Strich durch die Rechnung - Ullrich landet nur auf Platz zwei
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Es sollte der einzige Erfolg bleiben. 1998 macht ihm Marco Pantani (Gelb) einen Strich durch die Rechnung - Ullrich landet nur auf Platz zwei
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Im Jahr 2000 kehrt Lance Armstrong (l.) nach Krebserkrankung zurück. Er sollte zu Ullrichs größtem Gegner werden - auch beim Doping-Geständnis war Armstrong schneller
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Im Jahr 2000 kehrt Lance Armstrong (l.) nach Krebserkrankung zurück. Er sollte zu Ullrichs größtem Gegner werden - auch beim Doping-Geständnis war Armstrong schneller
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Nach Armstrongs Beichte 2013 sagte Ullrich der "Sport Bild": "Der liebe Gott richtet alles. Er hat sich zu viele Feinde gemacht, hat seine Untergebenen teilweise gnadenlos geführt."
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Nach Armstrongs Beichte 2013 sagte Ullrich der "Sport Bild": "Der liebe Gott richtet alles. Er hat sich zu viele Feinde gemacht, hat seine Untergebenen teilweise gnadenlos geführt."
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2002 der erste Skandal: Nach einem Autounfall wurde er positiv auf Amphetamine getestet. Er habe von unbekannten Pillen in einer Diskothek genommen - sechs Monate Sperre
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2002 der erste Skandal: Nach einem Autounfall wurde er positiv auf Amphetamine getestet. Er habe von unbekannten Pillen in einer Diskothek genommen - sechs Monate Sperre
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2003 folgte der Wechsel zum Team Bianchi: Auch dort wollte ihm nicht der 2. Gesamtsieg gelingen, er belegte zum fünften Mal den zweiten Platz
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2003 folgte der Wechsel zum Team Bianchi: Auch dort wollte ihm nicht der 2. Gesamtsieg gelingen, er belegte zum fünften Mal den zweiten Platz
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Trotzdem bekam Ullrich 2003 noch eine begehrte Trophäe: Wie 1997 wurde er als Sportler des Jahres ausgezeichnet
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Trotzdem bekam Ullrich 2003 noch eine begehrte Trophäe: Wie 1997 wurde er als Sportler des Jahres ausgezeichnet
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2004 kehrte er zu Telekom, dass sich jetzt T-Mobile nennt, zurück. Andreas Klöden (l.) hieß sein neuer Helfer. Aufgrund einer Erkältung in den Pyrenäen belegte er am Ende Platz vier
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2004 kehrte er zu Telekom, dass sich jetzt T-Mobile nennt, zurück. Andreas Klöden (l.) hieß sein neuer Helfer. Aufgrund einer Erkältung in den Pyrenäen belegte er am Ende Platz vier
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2006 platzte die Bombe: Ullrich ist in den Fuentes-Doping-Skandal verwickelt, der fünf Tage vor Tour-Beginn an die Öffentlichkeit gerät. Am 30. Juni 2006 wird er ausgeschlossen
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2006 platzte die Bombe: Ullrich ist in den Fuentes-Doping-Skandal verwickelt, der fünf Tage vor Tour-Beginn an die Öffentlichkeit gerät. Am 30. Juni 2006 wird er ausgeschlossen
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"Ab dem Tag war nichts mehr, wie es war. Wie es dazu kommen konnte, weiß ich aber bis heute nicht." Nach seinem Toursieg 1997 ist Jan Ullrich ganz unten angekommen
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"Ab dem Tag war nichts mehr, wie es war. Wie es dazu kommen konnte, weiß ich aber bis heute nicht." Nach seinem Toursieg 1997 ist Jan Ullrich ganz unten angekommen
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Doch Ullrich sieht sich nicht als Dopingsünder: "Ich habe niemals in meiner Karriere einen anderen Rennfahrer betrogen. Das ist Fakt", sagte er dem Schweizer "Blick".
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Doch Ullrich sieht sich nicht als Dopingsünder: "Ich habe niemals in meiner Karriere einen anderen Rennfahrer betrogen. Das ist Fakt", sagte er dem Schweizer "Blick".
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2007 trat Ullrich zurück. "Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher", so Ullrich damals. Am 22. Juni 2013 gibt er schließlich Blutdoping bei Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zu
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2007 trat Ullrich zurück. "Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher", so Ullrich damals. Am 22. Juni 2013 gibt er schließlich Blutdoping bei Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zu
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Verjährungsfrist von acht Jahren

Für die nachträgliche Rückforderung von Olympia-Medaillen gilt laut IOC-Statuten eine Verjährungsfrist von acht Jahren. Dass diese Vorschrift für das IOC jedoch kein Dogma ist, bewies der Fall Lance Armstrong. Der Amerikaner hatte zu Jahresbeginn gestanden, seit 1998 mit Dopingmitteln betrogen zu haben. Das IOC strich daraufhin den Namen des im Zeitfahren von Sydney drittplatzierten Texaners aus der Ergebnisliste und hat die Medaille inzwischen auch zurückerhalten.

Ob Ullrich auch in Sydney Dopingmittel nahm, kann bislang nur vermutet werden. "Fast jeder hat damals leistungssteigernde Substanzen genommen. Ich habe nichts genommen, was die anderen nicht auch nahmen, ich wollte für Chancengleichheit sorgen", hatte der Wahl-Schweizer bei seinem Eingeständnis gesagt.


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