Radsport

NetApp hält an Dopingsünder Heppner fest

SID
Jens Heppner (l.), hier 2003 gemeinsam mit Jan Ullrich, wird weiter beim Team NetApp bleiben
© getty

Der Radsport-Rennstall NetApp hält trotz der Doping-Enthüllungen vom Mittwoch an seinem Sportlichen Leiter Jens Heppner fest. Michael Vesper appelliert an die überführten Radsportler, endlich die neue Chance zur Aufklärung zu nutzen. Dies seien sie ihrem Sport schuldig.

"Die Nachtests von 1998 stehen in keinem Zusammenhang mit der erfolgreichen Arbeit, die Jens Heppner bei uns im Team seit 2010 leistet", teilte Team-Manager Ralph Denk auf SID-Anfrage mit. "Ich weiß, dass die Ergebnisse mit der Art, wie wir seit vier Jahren erfolgreich eine neue Generation von Radsportlern fördern, nichts gemeinsam haben."

NetApp stehe für einen absolut sauberen Radsport. "Deshalb schauen wir nach vorn. Im Vordergrund stehen jetzt die Rennen der nächsten Wochen. Wir fokussieren uns auf die Vuelta als unseren Saisonhöhepunkt und wir werden unsere Vorbereitung darauf weiter konzentriert umsetzen", sagte Denk.

Heppners Name geht aus dem Bericht hervor, den die französische Anti-Doping-Kommision am Mittwoch dem Senat in Paris vorgelegt hat. Der Bericht besagt, dass Heppner wie Jan Ullrich, Erik Zabel, Marco Pantani und weitere frühere Topstars bei der Tour de France 1988 mit Epo gedopt hat.

Vesper fordert: Chance nutzen

Währenddessen fordert Michael Vesper appelliert von den überführten Radsportlern, endlich die neue Chance zur Aufklärung zu nutzen. Dies seien sie ihrem Sport schuldig.

Zur am Mittwoch vom Anti-Doping-Ausschuss des französischen Parlaments in Paris veröffentlichten Liste positiv getesteter Fahrer bei der Tour de France 1998 meinte der Generaldirektor des DOSB in einer Stellungnahme für den "SID": "Der Bericht deutet darauf hin, dass es bei der Tour de France 1998 ein massives Dopingproblem gab.

Die betroffenen Athleten sollten sich selbst hinterfragen und endlich die Chance nutzen, die Vorkommnisse von vor 15 Jahren aufzuklären. Dies sind sie sich und dem von ihnen geliebten Sport schuldig."

Scharping sieht verseuchtes Jahrzehnt

BDR-Präsident Rudolf Scharping sieht die neuesten Doping-Enthüllungen gelassen und zeigt sich überzeugt von einer dopingfreien Gegenwart des Radsports. "Die jüngsten Meldungen aus Paris sind ein weiterer Beleg für das verseuchte Jahrzehnt und nach heutigem Wissensstand nicht sonderlich überraschend. Für die Gegenwart und die Zukunft des Radsports hat dies keine Bedeutung, wie zuletzt das Abschneiden und das Verhalten der deutschen Radsportler während der Tour de France gezeigt haben", sagte der Chef des Bundes Deutscher Radfahrer am Mittwoch.

Zu "Einzelheiten und Namen" werde sich Scharping gegebenenfalls äußern, "wenn ihm der Bericht im Detail vorliegt", teilte der BDR in seiner Stellungnahme mit.

Die französische Anti-Doping-Kommission hat dem Senat in Paris am Mittwoch einen Bericht über 2004 durchgeführte Nachtests von Dopingkontrollen aus dem Jahr 1998 vorgelegt. Aus dem Bericht ergibt sich, dass Jan Ullrich, Erik Zabel, Marco Pantani und weitere frühere Topstars bei der Tour de France 1998 mit Epo gedopt waren.

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