Radsport

Früherer Teamarzt setzt Rabobank unter Druck

SID
Unter Druck gebracht: Die UCI soll Rasmussens Aufenthaltort während der Tour gekannt haben
© getty

Jan-Paul van Mantgem hat seinen ehemaligen Arbeitgeber und den Radsport-Weltverband UCI im Schadensersatzprozess von Michael Rasmussen gegen Rabobank in Erklärungsnot gebracht.

Vor Gericht in Arnheim sagte van Mantgem am Donnerstag aus, dass die UCI und auch die Organisation der Tour de France (ASO) von Rasmussens Falschangaben bezüglich seines Aufenthaltortes im Vorfeld der Tour 2007 gewusst haben.

Durch die Aussage gerät der Standpunkt von Rabobank ins Wanken, wie die Öffentlichkeit erst im Laufe der Tour von den falschen Auskünften des dänischen Kletterspezialisten erfahren zu haben.

Nachdem dieser Umstand bekannt geworden war, hatte Rabobank den Gesamtführenden Rasmussen aus der Frankreich-Rundfahrt genommen und ihm fristlos gekündigt.

Im gleichen Jahr wurde er von der UCI für zwei Jahre gesperrt.

Rasmussen: Dopinggeständnis und Schadensersatz

Nach einer Klage wandelte ein Gericht 2008 die fristlose in eine normale Kündigung um und sprach Rasmussen eine Entschädigung von 700.000 Euro zu. Rasmussen will wegen entgangener Prämien und gut dotierter Verträge allerdings vor Gericht noch weitere 5,6 Millionen Euro erstreiten. Rasmussen beruft sich darauf, dass sein damaliger Rennstall wusste, dass er sich nicht wie vorgegeben in Mexiko, sondern in Italien aufgehalten hatte.

Der 38-Jährige hatte im Januar ein umfassendes Dopinggeständnis abgelegt und seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Zwischen 1998 und 2010 habe er Epo, Wachstumshormone und Cortison benutzt und außerdem Bluttransfusionen bekommen, hatte er auf einer Pressekonferenz erklärt.

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