Fall Armstrong wie Staatsdoping?

Sportrechtler: Keine Klagewelle gegen Armstrong

SID
Mittwoch, 16.01.2013 | 14:58 Uhr
Viele Experten beschäftigen sich zurzeit mit dem Doping-Fall von Lance Armstrong
© Getty
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Der renommierte Sportrechtsexperte Michael Lehner glaubt nicht an eine Klagewelle gegen Lance Armstrong, nur weil dieser möglicherweise ein Doping-Geständnis abgelegt hat. Indes vergleicht ein Professor der Deutschen Sporthochschule in Köln den Fall mit dem Staatsdoping aus der DDR.

"Dass Armstrong sich jetzt hinsetzt und sagt, was war - das ist ja nur das i-Tüpfelchen", sagte Lehner: "De facto ist er des Dopings überführt. Da wird viel Hype gemacht. Jeder könnte seine Ansprüche jetzt schon geltend machen."

Lehner, der unter anderem Ex-Radprofi und Dopingsünder Stefan Schumacher als Anwalt vertritt, rechnet mit einer klaren, sachlichen Aussage der einstigen Rad-Ikone. "Er ist keiner, der sich unter Tränen hinsetzt und sich entschuldigt", sagte Lehner: "Er ist im Sport ein Killer gewesen." Lehner ist "gespannt, ob Armstrong die UCI und die ganze Radsportführung involviert. Einige werden sehr nervös hinhören."

"Er soll derjenige sein, der mit einer ganzen Armstrong-Ära in die Geschichtsbücher eingeht - das verträgt er nicht, und das ist so auch nicht zutreffend", sagte Lehner: "Es war nicht nur er, sondern das System."

Ein umfassendes Geständnis von Armstrong werde dem Radsport helfen. "Jetzt eine Sportart zu verdammen, ist der falsche Ansatz", sagte Lehner: "Da muss eine Bereinigung und Veränderung erfolgen. Natürlich müssten dann Köpfe rollen, und natürlich müsste eine andere Mannschaft ran - wir bräuchten eine Stunde Null." Ausgestrahlt wird das Interview am Donnerstag. Im Vorfeld wurde mehrfach über eine Vielzahl von Schadenersatzforderungen spekuliert.

Schänzer: Fall Armstrong wie Staatsdoping

Professor Wilhelm Schänzer hat die Machenschaften von Lance Armstrong mit systematischem Staatsdoping verglichen. "Armstrong ist unheimlich strukturiert und hat sehr gut mit Anwälten zusammengearbeitet, vielleicht sogar Sportfunktionäre beeinflusst. Ähnlich strukturiert war das in der DDR, wo alles unter staatlicher Aufsicht gemacht wurde", sagte der Leiter des Biochemischen Labors an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Laut Schänzer könne der Fall Armstrong zum wichtigsten Dopingfall der Geschichte werden: "Wir haben hier einen Sportler, der sein persönliches Dopingsystem perfekt aufgebaut hat. Er hat seine Mitstreiter systematisch unter Druck gesetzt. Das ist sicherlich ein Ausmaß, wie wir es bisher noch nicht gesehen haben." Man habe bisher immer nach den Hintermännern gesucht, aber: "Ich denke, in diesem Fall war der Athlet nicht das schwächste Glied der Kette."

Von einem möglichen Dopinggeständnis des 41-jährigen Armstrong im Gespräch mit Star-Moderatorin Oprah Winfrey erhofft sich Schänzer einen weiteren Schritt nach vorn im Kampf gegen Doping. "Es ist wichtig, dass wir die Struktur des Falls verstehen. Wir wollen wissen, wer die Hintermänner sind und ob eventuell einer oder mehrere Verbände davon wussten", sagte der Kölner Wissenschaftler.

Die mit Spannung erwartete Sendung wird am Donnerstag live im Oprah-Winfrey-Network (OWN) und in dem via Sky empfangbaren Discovery Channel ausgestrahlt.

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