LeMond fordert Rücktritt von UCI-Boss McQuaid

SID
Donnerstag, 25.10.2012 | 11:32 Uhr
Greg LeMond gewann drei Mal die Tour de France
© Getty
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Der dreimalige Toursieger Greg LeMond hat UCI-Präsident Pat McQuaid nach den Erkenntnissen aus dem Fall Lance Armstrong in einem offenen Brief auf das Schärfste kritisiert und zum Rücktritt aufgefordert. Eddie Merckx ist wütend auf geständige Radprofis.

Greg Lemond fordert McQuaid-Rücktritt: "Das Problem im Sport ist nicht Doping, sondern Korruption. Sie sind der Inbegriff des Wortes Korruption. Ich habe noch nie einen solchen Missbrauch der Macht in der Geschichte des Radsport gesehen. Treten Sie zurück, wenn sie den Radsport lieben. Treten Sie auch zurück, selbst wenn Sie den Sport hassen", schrieb LeMond in dem Brief, den er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

McQuaid, der seit sieben Jahren den Radsport-Weltverband anführt, habe genau gewusst, was im Radsport abgelaufen sei. Und wenn er es weiter leugne, sei das umso mehr ein Grund seinen Rücktritt zu verlangen, ergänzte LeMond, der auch mit McQuaids Vorgänger Hein Verbruggen hart ins Gericht ging. McQuaid und Verbruggen seien der korrupte Teil des Sports.

LeMond unterstützt Kimmage

Die UCI-Spitze ist im Zuge der Causa Armstrong stark unter Beschuss geraten. So wurde im Abschlussbericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA der Verdacht geäußert, dass die UCI eine positive Dopingprobe von Armstrong bei der Tour de Suisse 2001 vertuscht und dafür Geldzahlungen in Höhe von 125.000 Dollar erhalten habe. Auch im Verlauf des USADA-Verfahrens hatte die UCI eine fragwürdige Figur abgegeben.

Bis vor wenigen Wochen hatte McQuaid das Verfahren torpediert und angeprangert, Armstrong erhalte keinen fairen Prozess. Am vergangenen Montag übernahm die UCI dann doch die von der USADA ausgesprochene lebenslange Sperre für Armstrong und die Aberkennung all seiner Ergebnisse seit dem 1. August 1998.

LeMond machte sich derweil dafür stark, den Enthüllungsjournalisten Paul Kimmage finanziell im Verfahren gegen McQuaid und Verbruggen zu unterstützen. Kimmage muss sich im Dezember vor einem Schweizer Gericht wegen einer Verleumdungsklage der UCI-Verantwortlichen verantworten. Bislang sind bereits über 70.000 Dollar an Spenden für den Iren eingegangen.

Merckx wütend auf geständige Profis: Der fünfmalige Toursieger Eddy Merckx hat die geständigen Radprofis für ihre belastenden Zeugenaussagen gegen Lance Armstrong scharf kritisiert. Er sei "angewidert" von den Ereignissen, die rund um den Fall passiert seien. "Ich bin wütend über die Fahrer, die mit den Ermittlern gesprochen haben", sagte der erfolgreichste Radprofi aller Zeiten der belgischen Zeitung "Le Soir". Der Zeitpunkt ihrer Aussagen sei zu spät gewesen. "Wenn ein Fahrer über fragwürdige Praktiken besorgt ist, ist es seine Pflicht, das zum Wohl der anderen anzusprechen."

In der Vergangenheit hatte Merckx stets Partei für den nun lebenslang gesperrten Armstrong ergriffen. Er sei über 500-mal getestet worden und immer seien die Proben negativ gewesen. Die Anklage beruhe nur auf Zeugenaussagen, hatte Merckx gesagt.

Julich gesteht Doping und verlässt Team Sky: Ex-Radprofi Bobby Julich hat gestanden, dass er in seiner aktiven Zeit gedopt hat. Infolgedessen räumte der Amerikaner seinen Posten als Trainer des Team Sky. Laut Sky gestand Julich, in seiner aktiven Zeit in den späten 1990er Jahren eine verbotene Substanz genutzt zu haben.

Der Radrennstall hatte zuvor im Zuge des Armstrong-Skandals alle Trainer und Fahrer befragt, ob diese in ihrer Vergangenheit gedopt hätten. Julich erhielt bei den Olympischen Spielen 2004 nachträglich die Silbermedaille, nachdem dem Amerikaner Tyler Hamilton wegen Dopings die Goldmedaille aberkannt worden war.

Der Radsport-Kalender im Überblick

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