Denkmal Armstrong vor dem Einsturz

SID
Sonntag, 21.10.2012 | 15:58 Uhr
Lance Armstrong drohen die Aberkennung aller Erfolge und gravierende finanzielle Folgen
© Getty
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Tag der Abrechnung für Lance Armstrong: Wenn der Weltverband UCI am Montag (13.00 Uhr MESZ) in Genf seine Entscheidung im wohl größten Schwindel der Sportgeschichte verkündet, steht das Denkmal des siebenmaligen Toursiegers endgültig vor dem Einsturz.

Folgt die UCI dem Strafmaß der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA, steht Armstrong vor den Scherben seiner Karriere. Der einstmals allmächtige Texaner muss mit einer lebenslangen Sperre und der Aberkennung all seiner vielen - wohl erschummelten - Erfolge im Radsport rechnen.

Es ist der Schlussakt "nach vielen schwierigen Wochen", wie Armstrong bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Veröffentlichung des USADA-Abschlussberichts im Rahmen des 15. Geburtstags seiner Krebsstiftung Livestrong einräumte. Viele Schulterklopfer sind ihm noch geblieben, wie der tosende Applaus der 1.700 geladenen Gäste zeigte.

Sponsoren distanzieren sich

Doch seine privaten Sponsoren wie der Sportartikelhersteller Nike oder der Radhersteller Trek haben sich größtenteils schon distanziert. Und sein sportliches Lebenswerk dürfte wohl spätestens am Montag wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

Denn alles andere als die Übernahme der USADA-Entscheidung scheint angesichts der vorliegenden und auf über 1.000 Seiten zusammengetragenen Beweislage als unwahrscheinlich. Die UCI wird ihren großen Dominator fallen lassen müssen, will sie nicht selbst ihr Gesicht verlieren.

Die Verantwortlichen um Präsident Pat McQuaid und dessen Vorgänger Hein Verbruggen sind selbst in Erklärungsnot geraten. Ist in den letzten Wochen und Monaten doch hinreichend ein Bild der UCI als treuer Helfer Armstrongs bei dessen ausgeklügeltem Doping-System skizziert worden. Der Vorwurf von vertuschten Dopingproben steht im Raum.

Verbruggen interessieren Beweise nicht

Und Verbruggen tut sich offenbar immer noch schwer damit, den Stab über seinen Freund Armstrong zu brechen. "Alles was ich sagen kann, ist, dass es viele Geschichten und Verdächtigungen gibt, aber keine Spur von Beweisen. Es gibt keine. Lance Armstrong ist niemals positiv getestet worden, auch nicht durch die USADA", schrieb Verbruggen in einer Textnachricht an die niederländische Tageszeitung "De Telegraaf".

Eine fragwürdige Aussage angesichts von 26 Zeugenaussagen unter Eid und vielen minutiös zusammengetragenen Fakten wie etwa Geldzahlungen Armstrongs an eine von Dopingarzt Michele Ferrari betriebene Schweizer Firma in Höhe von 1.029.754,31 Dollar.

Die UCI will offenbar die delikate Angelegenheit schnell vom Tisch haben. Die Frist von 21 Tagen zur Entscheidungsfindung nach der Übermittlung der USADA-Unterlagen am 10. Oktober wurde bei weitem nicht ausgeschöpft, geschweige denn eine Fristverlängerung beantragt. Man werde dem Rat der UCI-Juristen folgen, kündigte McQuaid an. Dabei gehe es auch um Aspekte der Verjährung.

Acht Jahre beträgt gewöhnlich die Verjährungsfrist, die USADA setzte sich angesichts der kriminellen Energie des Systems Armstrong bei ihrer Entscheidung darüber hinweg. Doch selbst bei Berücksichtigung der Verjährungsfrist müsste die UCI gemäß den Regeln rückwirkend vom April 2010 ansetzen, als die USADA-Ermittlungen im Zuge der Dopingbeichte von Floyd Landis begannen, womit Armstrongs Toursiege von 2002 bis 2005 an null und nichtig wären.

Ullrich darf kaum auf drei Toursiege hoffen

Wie auch immer die Entscheidung der UCI im Detail aussieht, Armstrongs langjähriger Rivale Jan Ullrich dürfte aus der Angelegenheit kaum als strahlender Sieger hervorgehen. Tourchef Christian Prudhomme kündigte bereits an, dass es entgegen der bisherigen Regelungen keine Neuverteilung der Siege geben werde. Erst Anfang des Jahres hatte die Tourorganisation ASO Andy Schleck zum Sieger der Tour 2010 erklärt, nachdem Alberto Contador als Dopingsünder verurteilt worden war.

Vier Jahre zuvor war der Spanier Oscar Pereiro nach dem Dopingfall Landis auf Platz eins gerückt. So soll die Armstrong-Ära als schwarzes Loch in die Tour-Geschichte eingehen. Dreimal war Ullrich bei der Frankreich-Rundfahrt auf den zweiten Platz hinter Armstrong gefahren, gleiches gelang Andreas Klöden 2004.

Urteil ist nur der Anfang vom Ende

Sportjuristisch könnte der Fall Armstrong am Montag abgeschlossen sein, für den Texaner ist es aber womöglich nur der Anfang vom Ende. Nach Armstrongs fünftem Toursieg hatte die Versicherungsfirma SCA fünf Millionen Dollar an Armstrong als Prämie überweisen müssen. Geld, das das Unternehmen nach ersten Dopinganschuldigungen gegen Armstrong zurückforderte.

SCA verlor jedoch den Prozess, nachdem Armstrong geschworen hatte, nie leistungssteigernde Substanzen genommen zu haben. Samt der Anwaltskosten könnte SCA nun 7,5 Millionen Dollar zurückfordern. Auch die britische "Sunday Times" musste nach einer Verleumdungsklage eine Million Euro an Armstrong zahlen.

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