Donnerstag, 09.08.2012

USADA setzt Sperre gegen Marti aus

Fall Armstrong: Bezirksrichter hat das Wort

Tag der Entscheidung für Lance Armstrong: Wenn am Freitag vor Bezirksrichter Sam Sparks die Anhörung über seine Klage gegen das Vorgehen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA verhandelt wird, steht fast schon dessen Lebenswerk auf dem Spiel.

Lance Armstrong muss eine Doping-Anklage befürchten
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Lance Armstrong muss eine Doping-Anklage befürchten

Sollte die USADA grünes Licht für ihre umfangreiche Dopinganklage erhalten, wäre Armstrongs Ruf in einem anschließenden Verfahren wohl endgültig ruiniert, an dessen Ende eine lebenslange Sperre und die Aberkennung seiner sieben Siege bei der Tour de France stehen könnte

Und so herrschte in den Tagen vor dem Bezirksgerichtstermin in Austin rege Betriebsamkeit. Die USADA brachte sich noch einmal in Stellung und bekräftigte in einem Schreiben an Sparks, dass sie laut den Regeln des Radsport-Weltverbandes UCI, des Nationalen Olympischen Komitees der USA und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sehr wohl Entscheidungsgewalt in der Causa Armstrong habe.

Insbesondere die Frage der Zuständigkeit ist eines der Hauptargumente von Armstrong und der UCI, die in den letzten Tagen Partei des früheren Weltklassefahrers ergriffen hatte.

Dem hielt die USADA entgegen, dass Armstrong mit einer Lizenz von USA Cycling gefahren sei und sich demnach auch dem Testverfahren der USADA unterworfen habe.

Tour de France 2012: Die dritte Woche
Er hat es geschafft: Bradley Wiggins gewinnt als erster Brite die Tour de France. Britannien beherrscht nun nicht mehr nur die Wellen, sondern auch den Asphalt
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Nach dem zweiten Ruhetag sollten Entscheidungen fallen: Thomas Voeckler holte sich in den Pyrenäen das Bergtrikot zurück und verteidigte es bis Paris
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Nibali (l.), Froome und Wiggins belauerten sich in den Anstiegen. Aber schnell wurde klar: Der Italiener kann Wiggins nicht gefährden
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Für viel Kritik sorgte die Stallorder von Sky: Froome musste auf Wiggins warten und verpasste bei Peyeragudes den Etappensieg
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Den holte sich mit knappem Vorsprung Alejandro Valverde. Der Spanier war nach einer mehrjährigen Dopingsperre zurückgekehrt
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Das abschließende Zeitfahren war nur noch Formsache. Wiggins war wieder nicht zu schlagen und jubelte schon vor der Ziellinie
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Auf der Fahrt nach Paris war der Sieg für Wiggins schon sicher. Da kann man sich auch schon ein Gläschen gönnen
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Auf den Champs-Élysées griffen dann aber noch Fahrer an. Auch Jens Voigt (l.) und Danilo Hondo versuchten ihr Glück
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Aber im Zielsprint war einmal mehr Mark Cavendish überragend: Sein vierter Sieg in Paris in Folge. "Mark ist einfach schneller", wusste auch Peter Sagan (r.)
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Und dann wurde gefeiert und geehrt. Hier schauen die besten drei aber etwas bedröppelt drein: Gefällt ihnen der Pokal nicht?
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Wiggins-Fans ehrten ihren Held auf ganz besondere Weise: Mit do-it-yourself-Koteletten
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Der gute Rat des Toursiegers an die vielen britischen Fans: Trinkt nicht zu viel
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Wiggins ließ sich die Ehrenrunde mit seinem kleinen Sohn nicht nehmen. Tja: Früh übt sich...
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Von links nach rechts: Peter Sagan, Bradley Wiggins, Thomas Voeckler und der beste Jungprofi Tejay Van Garderen
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USADA verweist auf McQuaid-Aussagen

Dem Schreiben beigefügt waren Aussagen von UCI-Präsident Pat McQuaid aus einem Interview mit dem belgischen TV-Sender Sporza vom 11. Juli, wonach die UCI mit dem Fall nichts zu tun habe und es Sache der USADA sei. Zwei Tage später hatte der Ire dann einen Brief an die USADA geschickt und die Übertragung des Falls gefordert.

McQuaid hat offenbar großes Interesse daran, dass es nicht zu einem Verfahren kommt, was nicht gerade ein gutes Licht auf den Weltverband wirft. Den Anspruch der UCI auf Entscheidungsgewalt hatte die USADA entschieden zurückgewiesen.

Unangenehme Fragen an UCI

Das sei so, wie wenn der "Fuchs den Hühnerstall" bewacht, hatte USADA-Anwalt William Bock geantwortet. Er sieht in McQuaid und seinen Kollegen einen treuen Verbündeten von Armstrong. Denn in einem möglichen Verfahren könnten auf die UCI unangenehme Fragen zukommen.

Solche wie die beachtlichen Geldspenden Armstrongs in Höhe von 125.000 Dollar an die UCI oder ein womöglich vertuschter positiver Dopingtest Armstrongs von der Tour de Suisse 2001.

Zwei Vorfälle, die etwa der geständige Dopingsünder Floyd Landis in direktem Zusammenhang sieht und die auch Gegenstand der Anklage gegen Armstrong sind, dem Blutdoping sowie die Einnahme von Testosteron, Corticosteroiden, Wachstumshormonen und demaskierenden Mitteln vorgeworfen wird.

Sperre gegen Marti ausgesetzt

So dürften weder Armstrong noch die UCI Interesse an einem Verfahren haben. Wie das ablaufen wird, hat die USADA bereits dem ebenfalls angeklagten Radsport-Trainer Jose "Pepe" Marti mitgeteilt.

Der Spanier war zunächst lebenslang gesperrt worden, nachdem er die Einspruchsfrist verpasst hatte. Nach Intervention dessen Anwälte, wonach Marti vor Ablauf der Einspruchsfrist Kenntnis von der Dopinganklage erhalten habe, setzte die USADA die Sperre aus. Der Fall wird nun vor einem Schiedsgericht verhandelt.

"Jeder, der wegen eines Dopingvergehens angeklagt wird, sollte die Möglichkeit zu einer fairen, öffentlichen und den Regeln entsprechenden Anhörung erhalten, in der alle Beweise und Zeugenaussagen unter Eid vor einem unabhängigen Schiedsgericht präsentiert werden", teilte die USADA mit. Beweise und Aussagen, über die Armstrong sicher "not amused" wäre.

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