Tony Martin: Ausstieg möglich

SID
Montag, 02.07.2012 | 15:54 Uhr
Gut in Form trotz Kahnbeinbruch: Martin setzt die Tour de France fort
© Getty
Advertisement
NBA
Live
NBA Draft 2018
Mallorca Open Women Single
WTA Mallorca: Viertelfinale
AEGON Classic Women Single
WTA Birmingham: Viertelfinale
AEGON Classic Women Single
WTA Birmingham: Halbfinale
Mallorca Open Women Single
WTA Mallorca: Halbfinale
Rugby Union Internationals
Argentinien -
Schottland
AEGON Classic Women Single
WTA Birmingham: Finale
Mallorca Open Women Single
WTA Mallorca: Finale
IndyCar Series
Kohler Grand Prix
NBA
NBA Awards 2018
AEGON International Women Single
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
The Boodles: Tag 1
AEGON International Women Single
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
The Boodles: Tag 2
AEGON International Women Single
WTA Eastbourne: Viertelfinale
Antalya Open Men Single
ATP Antalya: Viertelfinale
AEGON International Men Single
ATP Eastbourne: Viertelfinale
Boodles Challenge
The Boodles: Tag 3
AEGON International Women Single
WTA Eastbourne: Halbfinale
Antalya Open Men Single
ATP Antalya: Halbfinale
Boodles Challenge
The Boodles: Tag 4
AEGON International Men Single
ATP Eastbourne: Halbfinale
Boodles Challenge
The Boodles: Tag 5
AEGON International Women Single
WTA Eastbourne: Finale
Antalya Open Men Single
ATP Antalya: Finale
AEGON International Men Single
ATP Eastbourne: Finale
FIA World Rallycross Championship
6. Lauf: Höljes Motorstadion
US Darts Masters
US Darts Masters: Tag 1

Als Tony Martin sich zur zweiten Etappe der 99. Tour de France auf sein Rad setzte, trug er eine Spezialmanschette an seinem linken Unterarm. Der Verdacht auf einen Kahnbeinbruch hatte sich am Montagmorgen bestätigt, doch von einer Aufgabe wollte Martin nichts wissen.

Mit Schmerzen, aber auch einer großen Portion Optimismus machte sich der 27-Jährige auf den Weg durch die Wallonie von Vise nach Tournai - und riskierte dabei auch seinen Traum vom olympischen Zeitfahr-Gold.

"Die Angst fährt natürlich mit. Man wird mich wohl mehr am Ende des Feldes und vielleicht sogar auf den letzten Kilometern ruhig ins Ziel fahren sehen", sagte der ruhig und aufgeräumt wirkende Martin.

Auf der Etappe hatte er sogar Zeit für Späße mit dem Motorrad-Kameramann und schickte via TV ein Lächeln in die Heimat.

"Ich muss mich durchbeißen"

Am Montagmorgen war Martin mit Teamarzt Helge Riepenhof in eine orthopädische Klinik nach Lüttich gefahren, um die Manschette an die linke Hand anpassen zu lassen. In der Nacht hatte sich Riepenhof mit dem Hamburger Handspezialisten Klaus Rudolf telefonisch darüber beraten, ob es sinnvoll ist, Martin weiterfahren zu lassen.

Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass die Chancen einer schwerer wiegenden Verletzung bei unter zehn Prozent liegen.

Die Nacht zum Montag war eine unruhige und größtenteils schlaflose für Tony Martin. Immer stellte er sich die Frage, womit er dieses große Pech verdient habe. "Man hat sehr viele negative Gedanken. Hinterfragt viele Sachen. Ich muss mich durch dieses Jahr einfach durchbeißen", sagte Martin.

Nach Autounfall: Knochen im Gesicht gebrochen

Er muss sich in diesen ersten Tour-Tagen vorkommen wie im falschen Film. Beim Prolog stoppte den Cottbuser ein Platten am Hinterreifen, einen Tag später fand er sich nach nur elf Kilometern auf dem belgischen Asphalt wieder.

"Es ist wie verhext", sagte Martin: "Vor mir ist Robert Hunter durch ein Schlagloch gehämmert, welches ihn ausgehoben hat, und ich bin voll über ihn drüber gefallen."

Schürfwunden ist Martin als Radprofi gewöhnt, gebrochene Knochen stehen seit diesem Jahr auch irgendwie auf der Tagesordnung. Im April brach sich Martin mehrere Knochen im Gesicht, als eine Rentnerin ihm mit dem Auto die Vorfahrt nahm. Nun ist das Kahnbein, ein Handwurzelknochen, gebrochen.

Nur wenige Schmerzmittel erlaubt

Eine Aufgabe kam dennoch nicht infrage. Dafür ist ihm die Tour zu wichtig und die Form zu gut. "Ich will mir meine Chance im Zeitfahren am Montag nicht nehmen lassen", sagte Martin. Dennoch behielt er sich offen, die Tour vorher zu beenden, sollten die Schmerzen zu groß werden.

Auf Schmerzmittel will und muss Martin bei der Tour größtenteils verzichten. Lediglich auf Ibuprofen und Paracetamol darf er zurückgreifen. Mehr geben die strikten Anti-Doping-Regeln nicht her.

Denn sein großes Ziel, das betonte Martin, bleibt das olympische Zeitfahren am 1. August. "Das wird er definitiv mit gebrochenem Kahnbein fahren. Die Heilung eines Bruches dauert normalerweise zwölf Wochen", sagte Riepenhof.

Auf dem Zeitfahrrad liegt Martin nur auf dem Lenker, weshalb ihn die Verletzung kaum behindert. Ein erneuter Sturz auf die lädierte Hand könnte Martins olympische Träume allerdings auch komplett beenden.

Tour: Alle Teams und Fahrer im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung