Freitag, 15.06.2012

Armstrong-Anklage

UCI unter Druck - Bruyneel droht Tour-Aus

Über den Teamchef des Radrennstalls RadioShack-Nissan, Johan Bruyneel, und seinen ehemaligen Schützling Lance Armstrong braut sich im Zuge der Dopinganklage durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA ein heftiger Sturm zusammen und könnte den Radsport - pünktlich zur 99. Tour de France - wieder einmal vor eine Zerreißprobe stellen.

Der Mann hinter Lance Armstrong: Johan Bruyneel (r.)
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Der Mann hinter Lance Armstrong: Johan Bruyneel (r.)

Denn was in dem 15-seitigen Schreiben der USADA an Armstrong und dessen mitangeklagter Entourage angedeutet wird, birgt höchste Brisanz in sich. So werden auch auf den Radsport-Weltverband UCI und dessen damaligen Präsidenten Hein Verbruggen unangenehme Fragen zukommen.

So heißt es in dem Schreiben auf Seite elf, dass Dr. Martial Saugy, Direktor des Anti-Doping-Labors in Lausanne, bei einem Gespräch mit der USADA bestätigt habe, dass eine Urinkontrolle Armstrongs bei der Tour de Suisse 2001 Spuren von Epo aufgewiesen habe.

Ähnliches hatte bereits Floyd Landis bei seinem umfangreichen Dopinggeständnis vor zwei Jahren behauptet. Demnach habe Armstrong ihm erzählt, dass er ein finanzielles Abkommen mit Verbruggen geschlossen habe und der positive Test unter den Tisch gekehrt wurde.

Gerade bei diesem Vorwurf hatte die UCI geradezu allergisch reagiert, gleichwohl aber zwei Geldzahlungen Armstrongs in Höhe von insgesamt 125.000 Dollar kleinlaut eingeräumt. Lediglich eine Spende oder doch womöglich Schweigegeld? "Die UCI hat so viel Dreck am Stecken, da kann man Blumen drauf pflanzen", hatte Chefankläger Werner Franke damals schon gesagt.

Armstrong: "Werde alle Optionen prüfen"

Als die US-Staatsanwaltschaft im Februar dieses Jahres die Ermittlungen gegen Armstrong eingestellt hatte, war die Erleichterung am UCI-Sitz in Aigle groß. "Der Radsport hat so sehr gelitten. Es ist gut, dass wir nun die Vergangenheit hinter uns lassen können", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid. Womöglich hatte sich der Ire zu früh gefreut.

Denn die dunkle Vergangenheit von Armstrong, Bruyneel und allem, was an der gut zehnjährigen Partnerschaft dranhing, könnte nun in dem Prozess vor der USADA ans Tageslicht kommen. Bis zum 22. Juni hat Armstrong Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Und so herrscht im Lager des siebenmaligen Toursiegers rege Betriebsamkeit.

Armstrong-Anwalt greift USADA an

"Ich werde alle Optionen prüfen. Dabei geht es nicht nur um das Schiedsverfahren, sondern auch um das Verhalten und der Taktik der USADA", sagte Armstrong der Nachrichtenagentur AP. Aktuell hält sich der Texaner noch in Frankreich auf, in der Hoffnung womöglich doch noch am Ironman in Nizza am 24. Juni teilnehmen zu können. Der Triathlon-Verband WTC hatte ihm dies zunächst verwehrt.

Lance Armstrong - Der Absturz des Tourminators
Er verzückte Millionen. Und steht am Ende doch als Persona non grata da. Lance Armstrong hat eine bewegte Karriere hinter sich. SPOX blickt auf einen in jeder Hinsicht "einmaligen" Sportler zurück
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Der 17-jährige Lance beginnt, regelmäßig an Triathlons teilzunehmen
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Er ist ein Vorzeigeathlet
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Doch schnell wird klar, dass seine Stärke das Radfahren ist. Mit 22 Jahren gewinnt er als jüngster Radprofi die Straßen-WM in Oslo
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1995 fährt er zum ersten Mal die Tour de France zu Ende
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Nur ein Jahr später wird bei Armstrong Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert - er entscheidet sich gegen eine herkömmliche Chemotherapie
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Er trainiert härter als je zuvor - der Sport soll ihm helfen, die Krankheit zu besiegen
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Vom Krebs geheilt, startet Armstrong 1999 bei der Tour de France, gewinnt vier Etappen
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Das "Comeback des Jahrhunderts" ist perfekt. Er gewinnt die Tour zum ersten Mal, das US Postal Team feiert ihn
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Zweiter wird Alex Zülle (l.) vor Fernando Escartin auf dem dritten Platz
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Tour de France 2000: Armstrong fährt schon wieder im Gelben Trikot
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Unvergessen bleiben dabei die Duelle mit dem mittlerweile verstorbenen Marco Pantani
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Armstrong gewinnt die Tour, Ullrich wird Zweiter, Zabel gewinnt die Sprint-Wertung. Doch das war erst der zweite Streich...
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...und der Dritte folgt sogleich. Für Jan Ullrich bleibt 2001 mal wieder nur der zweite Rang
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Die Tour 2002: In keinem Jahr wurde es Armstrong so leicht gemacht wie in diesem. Ullrich nahm wegen diverser Krisen gar nicht erst Teil
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Der vierte Tour-Sieg ist perfekt. Zweiter wird Joseba Beloki (l.), Dritter Raimondas Rumsas
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100 Jahre Tour de France. Die Tour startet und endet wie 1903 in Paris
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Faire Geste: Einen Sturz von Armstrong nutzt Ullrich nicht aus, sondern wartet, bis sein Kontrahent wieder zu ihm aufgeschlossen hat
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Für sein sportliches Verhalten bekommt Ullrich nicht nur den "Fair Play Preis" des deutsche Sportbundes, sondern auch noch den Bambi verliehen
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Ullrichs Sportsgeist bleibt am Ende unbelohnt. Er wird mit 1:01 Minute Rückstand zum fünften Mal Zweiter
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Armstrong hingegen stellt mit seinem fünften Tour-Triumph in Folge den Rekord von Miguel Indurain ein
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Und auch in der Liebe könnte es nicht besser laufen. Im Herbst 2003 geben er und Sängerin Sheryl Crow ihre Beziehung öffentlich bekannt
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Bei der Tour 2004 will Armstrong Geschichte schreiben und den alleinigen Rekord
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Die Anwesenheit von Freundin Sheryl und Töchterchen Grace scheinen ihn geradezu zu beflügeln
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Er düpiert die Konkurrenz, siegt als erster Mensch in der Geschichte zum sechsten Mal bei der Tour de France - und das auch noch in Folge
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Das Jahr 2005: Schon vor der Tour kündigt Armstrong seinen Rücktritt vom Radsport an. Es wird seine vermeintlich letzte Tour de France sein
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Somit ist es auch Jan Ullrichs letzte Chance, den US-Amerikaner zu schlagen
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Durch diesen Sieg verbessert er seine bereits historische Bestmarke auf sieben Siege in Folge
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Nach drei Jahren Pause gibt Armstrong 2009 sein Tour-Comeback beim Team Astana - und ist sofort Publikums- und Pressemagnet
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Nach drei Jahren Pause gibt Armstrong 2009 sein Tour-Comeback beim Team Astana - und ist sofort Publikums- und Pressemagnet
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Der Prolog in Monaco lief mit Rang zehn noch ganz gut, doch als es in die Berge ging, hatte Armstrong...
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...gegen die junge Garde um Andy Schleck und Alberto Contador das Nachsehen. Dennoch reichte es für Platz drei in Paris
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2010 sollte mit dem eigenen Team RadioShack der ganz große Coup folgen: sein achter Sieg bei der Tour de France
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch das große Ende folgte 2012. Armstrong wollte sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe wehren. Es folgte ein Abschlussbericht der US-Antidopingagentur USADA, der...
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Doch das große Ende folgte 2012. Armstrong wollte sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe wehren. Es folgte ein Abschlussbericht der US-Antidopingagentur USADA, der...
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...das System Armstrong schonungslos aufdeckte. Bestechungen, Drohnachrichten, Dopingprogramme - das Kartenhaus des Tourminators brach endgültig zusammen
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...das System Armstrong schonungslos aufdeckte. Bestechungen, Drohnachrichten, Dopingprogramme - das Kartenhaus des Tourminators brach endgültig zusammen
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Unterdessen hat Armstrong-Anwalt Robert Luskin ein Schreiben an die USADA versandt und darin moniert, dass sie mit verdeckten Karten spiele. "Wir können nicht die Rechte Armstrongs schützen, ohne zu wissen, wer was gesagt hat. Selbst in diesem frühen Stadium ist ihr Vertrauen auf geheime Zeugen gewissenlos", schrieb Luskin. Die USADA hatte sich bei der Dopinganklage auf mehr als zehn Zeugen berufen. Dabei handelt es sich um frühere Teamkollegen Armstrongs und Betreuer des einstigen US-Postal-Rennstalls.

Chef der damaligen Mannschaft war Bruyneel und die Liste der Anklagepunkte gegen ihn ist lang. Besitz, Handel und Verabreichung von verbotenen Substanzen sowie Komplizenschaft beim Verstoß gegen Anti-Doping-Richtlinien werden ihm vorgeworfen. Bruyneel wies die Anschuldigungen in einer via Twitter veröffentlichten Stellungnahme zurück.

Bruyneel: "Ich bin unschuldig"

"Ich bin bestürzt darüber, dass wieder Dopinganschuldigungen gegen mich erhoben werden. Ich habe noch nie an irgendwelchen Doping-Aktivitäten teilgenommen und bin in allen Punkten unschuldig", sagte Bruyneel und ergänzte: "Nach einer Untersuchung des US-Justizministeriums wurde keine Anklage gegen mich erhoben. Es kann nicht richtig sein, dass ich oder irgendjemand sonst von Gericht zu Gericht verfolgt werde, nur weil den Anklägern die Entscheidung nicht gefällt."

Die Angelegenheit könnte aber Folgen haben. Gut möglich, dass die am 30. Juni beginnende Tour ohne den Belgier stattfindet. Ohnehin hat sich Bruyneel beim harmoniebedürftigen Bruderpaar Andy und Fränk Schleck seit seinem Amtsantritt im Januar äußerst unbeliebt gemacht.

So soll der Rechtsanwalt der beiden, die im Vorjahr Platz zwei und drei bei der Tour belegten, nach Informationen der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" bereits Kontakt zu anderen Teams aufgenommen haben. Andy Schleck wird in diesem Jahr wegen einer Fraktur des Steißbeins bei der Tour nicht an den Start gehen, doch im Blickpunkt dürfte das größte Radsport-Ereignis der Welt seit der USADA-Anklage so oder so stehen.

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