Donnerstag, 12.04.2012

Zeitfahrweltmeister wurde von einem Auto angefahren

Tony Martin bangt nach Unfall um Tour-Start

Schon beim morgendlichen Blick in den Spiegel dürfte es Radprofi Tony Martin mit der Angst zu tun bekommen. Denn seine linke Gesichtshälfte ist nach einer Kollision mit einem Auto "total zermatscht", wie er sagt. Doch es sind nicht nur die starken Schmerzen, die dem 26-Jährigen zusetzen. Martin sorgt sich angesichts der schweren Verletzungen vor allem um seine sportliche Zukunft. Der Start bei der Tour de France und auch die Mission Gold bei Olympia sind gefährdet.

Tony Martin gewann im September 2011 bei der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften Gold
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Tony Martin gewann im September 2011 bei der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften Gold

Manager Jörg Werner fasst das ganze Ausmaß des Unfalls zusammen. "Tony hat das Jochbein und den Kiefer gebrochen, eine Augenhöhle ist angebrochen", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Martin war am Mittwoch im Training von einem Auto angefahren worden. "Ich kann mich nicht daran erinnern", teilte der Zeitfahrweltmeister vom Team Omega Pharma-Quickstep auf seiner Homepage mit. Martin war vorübergehend sogar bewusstlos.

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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Nach dem Unglück in der Nähe seines Wohnorts im Schweizerischen Kreuzlingen war er umgehend in ein Krankenhaus in Münsterlingen gebracht worden. Inzwischen wurde er in die Uni-Klinik Zürich verlegt, wo er weiter behandelt wird.

Der Zustand des gebürtigen Cottbusers sei stabil, er werde dennoch ständig überwacht, teilte Martins Arbeitgeber mit. Seine Familie befinde sich bei ihm. In Zürich soll der 26-Jährige auch operiert werden, sobald die Schwellungen im Gesicht zurückgegangen sind. "Sein Kiefer muss auf jeden Fall gerichtet werden", sagte Werner.

"Dann gingen die Lichter aus"

An den Hergang des Unfalls kann sich Martin nicht erinnern: "Wie genau der Zusammenprall mit dem Auto abgelaufen ist, weiß ich nicht. Ich war nach dem Unfall etwa 15 Minuten bewusstlos." Er wisse nur, dass er auf einem leicht abschüssigen Radweg unterwegs war, als ein Auto seinen Weg gekreuzt habe: "Dann gingen die Lichter aus." Jetzt sei seine linke Gesichtshälfte "total zermatscht. Mein linker Arm schmerzt und ein paar Rippen hat es auch erwischt."

Für Martin, der in der vergangenen Saison zwölf Rennen - darunter Paris-Nizza und die Peking-Rundfahrt - gewonnen hat, bedeutet der Unfall einen schweren Rückschlag in der Vorbereitung auf die Höhepunkte der Saison 2012.

Sein Start bei der Tour de Romandie vom 24. bis 29. April ist definitiv hinfällig. Zittern muss der 26-Jährige aber besonders um die Tour de France und Olympia: In London zählt Martin zu den Topanwärter auf Gold im Zeitfahren.

Den Optimismus wollen sich Martin und sein Manager trotz des Unfalls aber nicht nehmen lassen. "Wir gehen alle davon aus, dass der Zug nach London nicht abgefahren ist", sagte Werner, der mit einem "optimistischen" Martin telefoniert habe, der "schnell wieder aufs Fahrrad zurückkehren will". Dennoch müsse der Rennkalender neu überdacht werden, sagte Werner.

Radsport: Die Termine 2012


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