Sonntag, 01.04.2012

Cancellara mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch

Boonen gewinnt 96. Flandern-Rundfahrt

Für den großen Favoriten Fabian Cancellara endete der Traum vom zweiten Triumph bei der "Ronde" auf dem harten Asphalt, stattdessen holte sich Tom Boonen den Sieg bei der 96. Flandern-Rundfahrt. Der belgische Volksheld siegte am Sonntag nach 256 Kilometern von Brügge nach Oudenaarde im Schlussspurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe vor den beiden Italienern Filippo Pozzato und Alessandro Ballan. Die Rundfahrt der Damen gewann Judith Arndt.

Für Tom Boonen war es bereits der dritte Sieg in Flandern nach 2005 und 2006
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Für Tom Boonen war es bereits der dritte Sieg in Flandern nach 2005 und 2006

Für Boonen war es bereits der dritte Sieg in Flandern nach 2005 und 2006.

Überschattet wurde das Rennen allerdings vom schweren Sturz Cancellaras. Der Sieger von 2010 und große Topfavorit kam gut 65 Kilometer vor dem Ziel in der Verpflegungszone zu Fall und musste das Rennen aufgeben. Der viermalige Zeitfahrweltmeister musste mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Wie sein Team RadioShack mitteilte, wurde die Verletzung im Krankenhaus von Oudenaarde bestätigt. Cancellara wird in Basel operiert, womit ein Start am kommenden Sonntag bei Paris-Roubaix hinfällig ist.

Der Olympiasieger von Peking galt in diesem Jahr als großer Favorit auf den Sieg sowohl bei der Flandern-Rundfahrt als auch in Roubaix, der "Hölle des Nordens". Der Sturz Cancellaras war nicht der einzige Zwischenfall. Auch der Niederländer Sebastian Langeveld kam spektakulär zu Fall, als er mit einem Zuschauer kollidiert war.

Italiener im Schlussspurt chancenlos

So war der Weg frei für Boonen. Wenige hundert Meter vor dem Ziel setzte Boonen zum Sprint an und ließ sich von den beiden Italienern nicht mehr einfangen. Die Verfolger, angeführt vom Belgier Greg van Avermaat, erreichten erst 38 Sekunden später das Ziel.

Das Trio um Boonen hatte sich am Oude Kwaremont 17 km vor dem Ziel von den restlichen Favoriten abgesetzt und schnell einen Vorsprung von gut 50 Sekunden herausgefahren. Genug Vorsprung, um auf dem letzten Kilometer im Stile der Bahnsprinter zu pokern.

Achter Saisonsieg für Boonen

Zur Enttäuschung vieler Zuschauer hatte die Flandern-Rundfahrt in diesem Jahr die berüchtigte Muur van Geraardsbergen ausgelassen, auch lag das Ziel diesmal in Oudenaarde und nicht mehr in Meerbeke. Trotzdem hatte das Rennen bei bestem Wetter aber einiges zu bieten - und für die belgischen Fans auch den richtigen Sieger parat.

Denn Boonen ist wieder ganz der Alte. Bereits in der vergangenen Woche hatte er den Klassiker Gent-Wevelgem gewonnen, bei der Flandern-Rundfahrt feierte er schließlich seinen achten Saisonsieg.

Begonnen hatte das Rennen mit einer Attacke einer größeren Gruppe, der auch die beiden NetApp-Fahrer Andreas Schillinger und Daniel Schorn angehörten. Das zweitklassige deutsche Team war erstmals bei der Ronde dabei und ging das Rennen wie angekündigt auch offensiv an. Von Erfolg war der Fluchtversuch freilich nicht gekrönt.

Arndt triumphiert im Sprint

Judith Arndt von der australischen GreenEdge-Mannschaft hat am Sonntag zum zweiten Mal nach 2008 die Flandern-Rundfahrt der Frauen gewonnen und damit ihre Ambitionen für Olympia in London unterstrichen. Am letzten Anstieg, der "Oude Kwaremont" forcierte Arndt das Tempo und hing im Zielsprint die Weltelite ab.

"Es war dieselbe Situation wie schon vor vier Jahren. Ich wusste, dass in Kwaremont eine Vorentscheidung fallen würde. Ich mag dieses Kopfsteinpflasterstück und fühlte mich gut. Aber nach so einem langen Rennen weiß man nie, wie es endet. Ich hatte aber gute Beine und bin sehr glücklich über den Sieg", sagte Arndt.

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