Kasache Iglinsky neuer König der Ardennen

SID
Sonntag, 22.04.2012 | 18:14 Uhr
Maxim Iglinsky (r.) vom Team Astana rollte bei La Doyenne als erster über die Ziellinie
© Getty
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Der Kasache Maxim Iglinsky ist der neue König der Ardennen. Der 31-Jährige vom Team Astana feierte am Sonntag mit einem energischen Antritt an der Flamme Rouge den Sieg beim 98. Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und damit den größten Erfolg seiner Karriere.

Iglinsky verwies nach 257,5 Kilometern und 6:42:30 Stunden bei wechselhaften Wetterbedingungen den Italiener Vincenzo Nibali (Team Liquigas) und seinen Teamkollegen Enrico Gasparotto (Italien) auf die Plätze. Es war der dritte kasachische Sieg nach den beiden von Alexander Winokurow.

Zu den Geschlagenen gehörten beim ältesten Eintagesrennen der Welt in der entscheidenden Rennphase rund 20 Kilometer vor dem Ziel unter anderem der belgische Vorjahressieger Philippe Gilbert und der Spanier Joaquim Rodriguez, der am Mittwoch den Halbklassiker Fleche Wallone gewonnen hatte. Die deutschen Radprofis hatten mit dem Rennausgang nichts zu tun.

Entscheidung am letzten Anstieg

Das Feld der Fahrer wurde an der Cote de la Roche aux Faucons, einem 1,5 Kilometer langen Anstieg mit 9,3 Prozent, auseinandergerissen. Dort war es Nibali, der sich absetzte und sich einen Vorsprung von um die 30 Sekunden erarbeitete.

Doch beim letzten Anstieg, der Cote de Saint-Nicolas (1,2 Kilometer, 8,6 Prozent), verlor der Italiener offenbar die entscheidenden Reserven. Iglinsky setzte sich an dieser Steigung zunächst von Rodriguez ab und flog dann 1.000 Meter vor dem Ziel an seinem entkräfteten Konkurrenten Nibali vorbei.

Das Rennen war am Sonntagmorgen auf dem Place Saint-Lambert in Lüttich gerade erst gestartet worden, da gab es auch schon den ersten Sturz - einer mit Folgen. Der Spanier Igor Anton, mehrmaliger Etappengewinner bei der Vuelta, kam bereits in der Neutralisierungszone zu Fall und brach sich das Schlüsselbein.

Geschke mischt zu Beginn mit

Erstmals richtig Bewegung kam bei Kilometer 38 ins Feld, als eine sechsköpfige Spitzengruppe einen Ausreißversuch startete. Den "Flüchtlingen" gehörte auch der Berliner Simon Geschke vom Team Argos an. Die Gruppe fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von rund zehn Minuten heraus.

Für Geschke war die Fahrt an der Spitze aber nach gut 160 Kilometern am Cote de Stockeau beendet, als er zu Fall kam und den Kontakt abreißen lassen musste.

Doch auch die Ausreißergruppe, die zwischenzeitlich auf acht Fahrer anwuchs, musste in der heißen Phase des Rennens ihr Unterfangen beenden, als die Favoriten auf das Tempo drückten.

Machtwort von Bruyneel

Vor dem Start in Lüttich hatte unterdessen Johan Bruyneel im "Dream Team" RadioShack-Nissan ein Machtwort gesprochen, nachdem der Tourzweite Andy Schleck (Luxemburg) die Entscheidung des Belgiers kritisiert hatte, dass sein langjähriger Sportdirektor Kim Andersen bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nicht im Betreuerstab dabei sein werde.

"Die Entscheidung ist gefallen und sie bleibt so. Ich habe die Leute dabei, mit denen ich seit Jahren arbeite und die wissen, wie sie eine große Rundfahrt zu managen haben. Jeder wird die notwendige Unterstützung haben, die richtige Entscheidung zu treffen", sagte Bruyneel.

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