Freitag, 02.03.2012

Paris-Nizza als Test für die Tour

Tony Martin mit gedämpften Erwartungen

Den letzten Feinschliff holte sich Tony Martin in seiner Wahlheimat Kreuzlingen. Die frühlingshafte Witterung am Bodensee ließ es zu, dass sich der Zeitfahr-Weltmeister in heimischen Gefilden auf Paris-Nizza vorbereiten konnte. Beim "Rennen zur Sonne" geht Martin am Sonntag in Dampierre-en-Yvelines südwestlich von Paris als Vorjahressieger an den Start - und will das Gelbe Trikot gleich wieder übernehmen.

Tony Martin geht bei Paris-Nizza als Vorjahressieger am Start
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Tony Martin geht bei Paris-Nizza als Vorjahressieger am Start

Das Einzelzeitfahren über 9,4 Kilometer scheint wie geschaffen für Martin. Einem kurzen Anstieg zu Beginn folgt eine lange Abfahrt ins Ziel, bei der er seine ganze Kraft ausspielen kann.

Für den gebürtigen Cottbuser ist der Auftakt bereits ein erster Härtetest für die erste Etappe der Tour de France, bei der er in einem ähnlich langen Zeitfahren erstmals ins Gelbe Trikot fahren will.

Vorbereitung nicht optimal

Für die Gesamtwertung beim acht Etappen und knapp 1200 Kilometer langen Paris-Nizza gilt Martin allerdings nicht automatisch als Top-Favorit. Im Winter plagte er sich in Folge einer Umstellung des Pedalsystems mit Knieschmerzen, weshalb die Vorbereitung nicht ideal lief.

Zwar zwickt das Knie nicht mehr, doch Martins Erwartungshaltung ist gedämpft. Das vor der Saison gesteckte Ziel Top 3 dürfte schwer zu erreichen sein. Gelingt es dem 26-Jährigen dennoch, wäre dies noch höher zu bewerten als sein Gesamtsieg aus dem Vorjahr, der als Knalleffekt für die erfolgreiche Saison galt.

Entscheidung in Mende

Mit zwei Bergankünften, darunter der giftige Anstieg zum Montee Jalabert in Mende, sowie einem Bergzeitfahren auf den Col d'Eze bei Nizza zum Abschluss hat es die 70. Auflage des traditionsreichen Rennens in sich. Martins Team Omega Pharma setzt deshalb gleich auf drei Kapitäne.

"Das Ziel ist der Gesamtsieg", sagte der Sportliche Leiter Brian Holm: "Die Strecke passt zu den Fähigkeiten unserer Kapitäne Tony Martin, Levi Leipheimer und Sylvain Chavanel."

Bei den Sprintankünften setzt die belgische Mannschaft zudem auf Ex-Weltmeister Tom Boonen, in dessen Dienste sich Martin als Anfahrer stellen wird.

Mit 13 Siegen ist Omega Pharma das erfolgreichste Team des Jahres und hat die schwache Gesamtbilanz der vergangenen Saison (fünf Siege) schon fast verdreifacht.

Klöden hofft auf zweiten Sieg nach 2000

Beim Team RadioShack schaut man deshalb unter Umständen mit ein wenig Neid nach Belgien. Der nach der Fusion mit Leopard schon als Monster-Team bezeichnete Rennstall hat noch keinen Tages- oder Rundfahrtsieg in der Ergebnisliste stehen.

Wohl auch deshalb reisen in Andreas Klöden, Andy und Frank Schleck gleich drei Favoriten auf den Gesamtsieg nach Frankreich.

Die größten Chancen werden Klöden eingeräumt. Der Sachse hat die größten Zeitfahrqualitäten und war bereits im vergangenen Jahr Zweiter hinter Martin. Vor zwölf Jahren hatte Klöden Paris-Nizza bereits schon einmal gewonnen.

"Das erste große Rennen in Europa"

2011 komplettierte der Brite Bradley Wiggins als Dritter das Podium. In diesem Jahr will der schmächtige Sky-Kapitän zwei Stufen höher klettern.

"Es ist das erste große Rennen in Europa. Und wir wollen unser Momentum fortsetzen", sagte Wiggins.

Bei der Algarve-Rundfahrt besiegte er im Zeitfahren sogar Tony Martin um 0,073 Sekunden - allerdings hatten diesen ein über die Straße laufender Hund zuvor aus dem Rhythmus gebracht.

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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