Sonntag, 05.02.2012

Fall Armstrong noch nicht abgeschlossen

Armstrong: Behörden wollen weiter ermitteln

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht grüßt Lance Armstrong auf seiner Twitter-Seite. Das Bild auf seinem Internet-Sprachrohr hätte besser kaum gewählt werden können.

Lance Armstrong gewann in seiner Karriere sieben Mal die Tour de France
© Getty
Lance Armstrong gewann in seiner Karriere sieben Mal die Tour de France

Wie im Film "Catch me if you can" ist es wieder einmal der siebenmalige Toursieger, der im ewigen Katz-und-Maus-Spiel gegen die Anti-Doping-Fahnder zuletzt lacht.

Zuvor hatte die US-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Armstrong und weitere Mitglieder des früheren US-Postal-Radrennstalls wegen des Verdachts auf Betrug und Missbrauch von Steuergeldern eingestellt. Ganz ist die Angelegenheit für den langjährigen Tour-Patron aber noch nicht abgeschlossen. Die Anti-Doping-Behörden wollen die Ermittlungen fortführen.

Armstrong hochzufrieden

"Ich bin sehr erfreut zu hören, dass die US-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat", sagte Armstrong, bevor er in seiner Heimat Austin die Joggingschuhe für einen 15-Kilometer-Lauf schnürte. "Es ist die richtige Entscheidung. Ich freue mich, dass ich mein Leben als Vater, als Wettkämpfer und als Anwalt im Kampf gegen Krebs ohne diese Belastung fortführen kann", ergänzte der Texaner.

Vorausgegangen war eine mehr als zweijährige Ermittlung durch Fahnder Jeff Novitzky, der einst schon Sprint-Königin Marion Jones hinter Gittern gebracht hatte. Ausgelöst durch das Doping-Geständnis des früheren Armstrong-Helfers Floyd Landis hatte Novitzky zahlreiche Zeugen vor die Grand Jury gezerrt. Pikante Details über die mutmaßlichen Dopingmachenschaften bei US-Postal waren ans Tageslicht gekommen. Das Denkmal Armstrong wackelte bedenklich, aber es fiel nicht.

"Unser Rechtssystem hat versagt"

"Unser Rechtssystem hat versagt", sagte Betsy Andreu, die mit ihrem Ehemann und Armstrongs ehemaligen Teamgefährten Frank den Radstar des Dopings beschuldigt hatte. "Das kommt dabei heraus, wenn man viel Geld hat und sich gute Anwälte leisten kann, die ihre Leute ganz oben im Justizministerium haben."

Armstrongs früherer sportlicher Gegenspieler Jan Ullrich sah die Sache etwas anders. "Es ist immer gut, wenn sich etwas auflöst. Lance wird sicher froh sein und dem Radsport tut es auch gut", sagte der Toursieger von 1997 am Rande des Ball des Sports in Wiesbaden dem TV-Sender Sky.

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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Ob Ullrich die Schatten seiner Vergangenheit ähnlich galant loswird, entscheidet sich in der nächsten Woche, wenn der Internationale Sportgerichtshof CAS eine Entscheidung über eine mögliche Dopingsperre gegen Ullrich trifft.

WADA und USADA wollen nicht aufgeben

Geht es nach den Anti-Doping-Behörden, ist der Fall Armstrong aber noch längst nicht abgeschlossen. "Eine große Menge der sichergestellten Beweismittel ist wahrscheinlich sehr relevant in Sachen Doping.

Die WADA erwartet, dass diese Beweise von den entsprechenden Anti-Doping-Behörden gemeinsam genutzt werden können, um festzustellen, ob Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln stattgefunden haben", sagte John Fahey, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) kündigte an, den Fall weiter zu verfolgen. "Im Gegensatz zur US-Justiz hat die USADA vielmehr die Aufgabe, den sauberen Sport zu schützen als das Strafrecht durchzusetzen. Wir freuen uns auf den Erhalt der Informationen aus der Bundes-Untersuchung", sagte USADA-Chef Travis Tygart.

Schwere Vorwürfe von Landis

Die Liste der Ankläger gegen Armstrong war lang, insbesondere die früheren Radprofis Landis und Greg LeMond hatten schwere Anschuldigungen erhoben.

Landis sprach von einem perfekt organisiertes Dopingsystem bei US Postal und führte sogar Korruptionsvorwürfe gegen den Radsport-Weltverband UCI ins Feld. LeMond bezichtigte indes Armstrong, der stets Doping bestritten hatte, der versuchten Bestechung.

Offenbar alles zu wenig für die US-Justiz, die nur wegen Betrugs- und Korruptionsverdacht ermitteln konnte, da Doping in den USA nicht strafbar ist.

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Trotz der Einstellung der Ermittlungen gegen Lance Armstrong und frühere Mitglieder des US-Postal-Radrennstalls durch die Staatsanwaltschaft ist der Fall für die Anti-Doping-Behörden noch nicht abgeschlossen.

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