Udo Bölts: Jan Ullrich hat Märtyrer-Status

Von dapd
Montag, 13.02.2012 | 11:58 Uhr
Jan Ullrich (l.) und Udo Bölts fuhren bis 2002 gemeinsam für das Team Telekom
© Getty
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Udo Bölts hat Jan Ullrich für sein dürftiges Geständnis nach der Doping-Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof verteidigt. "Alles, was er sagen würde, würde weder den Journalisten noch der Öffentlichkeit reichen. Es wäre immer zu wenig", sagte der frühere Radprofi dem "kicker".

Rückendeckung von Udo Bölts, Kritik vom Bund Deutscher Radfahrer: Jan Ullrichs dürftige Erklärung nach seiner Dopingsperre sorgt noch immer für Diskussionen. Während Bölts seinem früheren Teamkollegen Mut zu spricht, bedauerte BDR-Präsident Rudolf Scharping, dass Ullrich in seinen Äußerungen "nicht die volle Verantwortung für sein Handeln übernimmt".

Unterdessen bekräftigte der BDR nochmals, dass die Dopingsperre gegen Ullrich auch für Jedermannrennen gilt. Sofern Veranstaltungen unter die Statuten des BDR fallen, gilt eine Sperre auch für Fahrer ohne Lizenz.

Ullrich auch für Jedermannrennen gesperrt

"Somit ist Ullrich bei keinen deutschen Jedermannrennen startberechtigt, die vom Bund Deutscher Radfahrer autorisiert sind", erklärte Vize-Präsident Udo Sprenger.

Das betrifft alle Veranstaltungen, die von einem im BDR lizensierten Verein ausgerichtet werden, die also offiziell genehmigt und im BDR-Breitensportkalender veröffentlicht sind.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Teilnehmer offiziell erfasst wird oder aus anderen Gründen mitfährt", hieß es in einer Mitteilung des BDR. Verstößt der bis August 2013 gesperrte Ullrich gegen das in Artikel 10.10.1 des BDR-Antidopingcodes geregelte Verbot, beginnt seine zweijährige Sperre erneut.

Scharping kritisiert

Unterdessen bedauerte Scharping, dass Ullrich nach dem CAS-Urteil nicht reinen Tisch in Sachen Doping gemacht hat. "Es ist schade, dass er auch jetzt nur zugibt, was ohnehin jeder weiß und nicht die volle Verantwortung für sein Handeln übernimmt", sagte Scharping.

Der Verband zeigte sich dennoch erleichtert, dass das langjährige Verfahren ein Ende fand und man sich wieder voll auf den Sport konzentrieren könne.

Böllts verteidigt Ullrich

Sein ehemaliger Teamkollege Bölts hat Ullrich dagegen trotz seines dürftiges Geständnis verteidigt. "Alles, was er sagen würde, würde weder den Journalisten noch der Öffentlichkeit reichen. Es wäre immer zu wenig", sagte der frühere Radprofi dem "Kicker" und fügte hinzu: "Ich frage mich: Wohin will man ihn treiben? So weit, dass er sich endlich einen Strick nimmt? Nein, es genügt."

Ullrich hatte nach der Sperre durch den CAS zwar Kontakt zum spanischen Arzt Eufemiano Fuentes eingeräumt, Doping allerdings nicht eingestanden. Bölts glaubt dennoch, dass die Popularität des bislang einzigen deutschen Tour-de-France-Siegers darunter nicht leiden wird. "Mittlerweile hat er fast schon so etwas wie einen Märtyrer-Status erreicht", sagte der Pfälzer.

Bölts fuhr bis 2002 beim Team Telekom und wurde durch den Satz "Quäl dich, du Sau" berühmt, mit dem er Ullrich bei dessen Tour-Sieg 1997 in einer Schwächephase motivierte. 2007 gestand Bölts, in den Jahren 1996 und 1997 mit Epo und Wachstumshormonen gedopt zu haben.

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